Aus LinuxUser 09/2014

Fotos online präsentieren

© Maira Kouvara, Freeimages.com

Ansichtssache

Drei Wege führen zur Online-Galerie: ein spezielles CMS, eine Desktop-Software oder ein Hosting-Dienst. Jeder der Ansätze weist spezifische Vor- und Nachteile auf.

Nachdem Sie Ihre Urlaubsfotos gesammelt, sortiert und bearbeitet haben, möchten Sie diese sicher nicht nur alleine ansehen, sondern sie auch Freunden und Bekannten vorführen. Neben den beliebten Fotobüchern eignen sich dazu insbesondere Präsentationen im Netz. Neben zahlreichen Online-Diensten mit sehr unterschiedlichen Angeboten und Zielrichtungen gibt es auch ein kompaktes CMS, das Sie leicht einrichten können und das eine stilvolle Präsentation Ihrer Fotos ermöglicht.

Elegant oder kostenlos

Eine ganze Reihe von Online-Galerien buhlen um Nutzer, wobei die Mehrzahl der Anbieter zumindest Basisdienste kostenfrei offeriert. Dies erkaufen Sie als Kunde mit Werbeeinblendungen, und sei es nur für die jeweiligen kostenpflichtigen Programme. Daneben gibt es eine Reihe professioneller kostenpflichtiger Dienste. Sie bieten zumeist weit umfassendere Gestaltungsmöglichkeiten und oft auch Zusatzfunktionen, wie etwa den Verkauf der eigenen Fotos. In der Regel sehen die kostenpflichtigen Galerien schon bei Auswahl eines Standardthemas recht elegant aus und funktionieren gut.

Für den Gelegenheitsnutzer muss es nicht immer gleich ein kostenpflichtiger Dienst sein. Zu den bekanntesten Diensten zählt das zum Yahoo-Konzern gehörende Flickr [1]. Es dient nicht nur zum Präsentieren eigener Fotos, sondern ist als Bild-Community konzipiert, die vor allem vom Miteinander lebt. Der Dienst stellt 1000 GByte Speicherplatz kostenlos zur Verfügung, was reichlich Spielraum lässt. Zusätzlicher Platz lässt sich allerdings nur in TByte-Scheiben zukaufen, zum happigen Preis von 500 US-Dollar pro Jahr.

Als Alternative zu Flickr positioniert sich Photobucket [2], das eine sehr ähnliche Präsentation realisiert. Wie Flickr bietet auch dieser Dienst kostenlose, werbefinanzierte Accounts, stellt gratis allerdings lediglich 2 GByte Speicherplatz bereit. Um die Werbeeinblendungen loszuwerden, müssen Sie bei Photobucket 10 US-Dollar jährlich investieren. Zusätzlichen Speicherplatz gibt es in Portionen zu 20 bis 500 GByte zu Preisen zwischen 30 und 400 US-Dollar pro Jahr.

Hauptsache unkompliziert

Einen ungewöhnlichen Ansatz für die Präsentation der eigenen Bilder bietet Imgur [3]. Dort können Sie via Webbrowser Fotos sofort hochladen, ohne sich vorher anmelden oder registrieren zu müssen. Sobald Sie den Menüpunkt upload images oben links auf der Website anwählen, öffnet sich ein Formular, auf dem Sie die gewünschten Fotos per Drag & Drop ablegen oder den Datei-Dialog öffnen.

Nach dem Hochladen erscheint eine neue Seite, auf der Sie rechts eine ganze Reihe von Links finden. Diese können Sie an die Menschen weiterleiten, denen Sie das Foto zeigen möchten, oder das Bild darüber in andere Online-Anwendungen einbinden. Daneben sind auch Postings zu Facebook, Pinterest, Twitter & Co. möglich.

Alternativ zu dieser schnellen Methode bietet Imgur auch die Möglichkeit, einen persönlichen Account anzulegen, der dann eine Reihe zusätzlicher Optionen bietet. Zur Anmeldung müssen Sie lediglich einen Benutzernamen und ein Passwort wählen sowie eine E-Mail-Adresse angeben. Wahlweise melden Sie sich auch mit anderen Konten an, wie jenen von Facebook, Google, Twitter oder Yahoo.

Über einen Imgur-Account können Sie Alben anlegen und Ihre Fotos sinnvoll verwalten. So gibt es private Alben, die sich nur über einen speziellen Link einsehen lassen. Das stellt die beste Option dar, um persönliche Fotos durch Weitergeben des Links mit Freunden zu teilen.

Sowohl für einzelne Fotos als auch für Alben bietet Imgur diverse Embedding-Codes an, die Sie in andere Anwendungen einbetten können. Dazu stellt Imgur nach dem Aufruf der Option Embed album in der Seitenleiste eines Albums einen Inlineframe bereit. Um diesen an die Zielanwendung anzupassen, können Sie zwischen dem dunklen Imgur-Standard-Thema und einer hellen Variante wählen. Alternativ bestimmen Sie Text-, Hintergrund- und Link-Farbe selbst.

Insgesamt bietet Imgur eine ansehnliche Präsentation Ihrer Fotos (Abbildung 1). Der dunkle Hintergrund liegt im Trend, die Fotos erscheinen in angenehmer Größe. In der kostenlosen Version finden Sie jedoch stets im Seitenkopf der Seite und in der Randleiste Werbeeinblendungen, die farblich nicht zum Gesamtbild passen wollen.

Abbildung 1: Die Imgur-Galerien sehen recht ordentlich aus. Allerdings gefällt die Farbgestaltung sicher nicht jedermann – sie lässt sich jedoch in Grenzen anpassen.
Abbildung 1: Die Imgur-Galerien sehen recht ordentlich aus. Allerdings gefällt die Farbgestaltung sicher nicht jedermann – sie lässt sich jedoch in Grenzen anpassen.

Für 24 US-Dollar jährlich erhalten Sie einen „Pro“-Account, der die lästigen Ads eliminiert. Außerdem beseitigt er einige der Einschränkungen des kostenlosen Kontos. Zwar gibt es kein Speicherplatz-Limit, doch in Standard-Konten komprimiert Imgur Bilder über 5 MByte Größe (Pro: 10 MByte), und Sie sehen nur die 225 zuletzt eingestellten Bilder (Pro: unbeschränkt).

Möchten Sie Imgur nicht via Webbrowser befüllen, verwenden Sie stattdessen das Bash-Skript Imgur-Screenshot [4]. Zum einen lassen sich mit dem komfortablen Screenshot-Tool Schnappschüsse des Bildschirms anfertigen und direkt zu Imgur hochladen. Zum anderen kann das Skript auch auf der Festplatte lagernde Bilder zu Imgur befördern, empfängt deren URLs und übergibt diese dann an das Clipboard.

Mehr Gestaltung

Mehr Gestaltungsmöglichkeiten bezüglich der Darstellung bieten eigentlich nur Dienste, die komplett auf bezahlte Accounts setzen. So punkten die Hosting-Dienste SmugMug [5] und Zenfolio [6] vor allem dadurch, dass sich die Darstellung der Fotos und Galerien weitgehend individualisieren lässt und hochwertige Gestaltungsvorlagen bereitstehen.

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