Aus LinuxUser 01/2014

Mit Ffplay Streams aus dem Web abspielen (Seite 2)

Bei manchen Sendern dauert es einige Sekunden, bis Ffplay den Stream erfasst. Dann erst erscheint das Ausgabefenster, und die Software spielt den Sender ab. Falls Ihnen das Radioprogramm nicht gefällt, schließen Sie einfach den Sender und wählen anschließend im Menü einen anderen aus. Sie beenden das Shell-Skript mit der Tastenkombination [Strg]+[C].

Abbildung 1: Dank des individuellen Fenstertitels erkennen Sie leicht, welchen Sender Ffplay gerade abspielt.
Abbildung 1: Dank des individuellen Fenstertitels erkennen Sie leicht, welchen Sender Ffplay gerade abspielt.

Wollen Sie die Liste mit weiteren Sendern ausweiten, erweitern Sie das assoziative Array am Anfang des Skripts einfach um die entsprechenden Einträge. Achten Sie aber darauf, dass Sie keine gleichnamigen Schlüssel verwenden: In diesem Fall weist die Shell dem Eintrag den neueren Wert zu.

Möchten Sie das Skript systemweit installieren, böte es sich an, die Liste der Sender in einer separaten Datei zu verwalten. Das würde es ermöglichen, dass jeder Benutzer seine eigene Liste mit Sendern pflegt. Im Prinzip wäre dazu nur notwendig, die Zeilen*3 bis 7 auszulagern und im Skript durch ein source Dateiname zu ersetzen.

Mitschneiden

Wer ein bisschen weitergehen möchte, dem kommt über kurz oder lang der Gedanke, dass es eine feine Sache wäre, einen Radiosender nicht nur zu hören, sondern auch aufzunehmen. Da die Streams bereits MP3-Daten beinhalten, täuschen Sie mit Ffmpeg das Konvertieren ins MP3-Format vor. Listing 3 verdeutlicht das.

Listing 3

$ ffmpeg -i http://87.118.64.215:8000/ -acodec copy $(date +"%Y-%m-%d_%H%M%S").mp3

Damit kopiert das Programm die eigentlichen Nutzdaten (Option -acodec copy). Während dieser Aktion fügt es der Datei einen echten Header hinzu, was die Datei nun zu einer vollwertigen MP3-Datei macht. Nun können Sie die Datei auf andere Geräte kopieren, wie etwa ein Smartphone, und kommen so unterwegs in den Genuss der Mitschnitte.

Um das Ganze noch komfortabler zu gestalten, stecken Sie diese Zeile in ein Skript oder erstellen ein Tastaturkürzel beziehungsweise einen Starterknopf für die Befehlsleiste oder das Menü und schneiden so auf Knopfdruck mit.

Achten Sie allerdings darauf, dass Sie beim Anlegen der Schaltfläche oder des Tastaturkürzels die Option Im Terminal ausführen ankreuzen, da Sie sonst keine Möglichkeit hätten, die Aufnahme mit [Strg]+[C] zu stoppen. Diese liefe dann im Hintergrund munter weiter, bis Sie den Computer schließlich herunterfahren oder mit einem Kill-Befehl eingreifen.

Fazit

Das Skript aus Listing 2 ließe sich leicht auf vielfältige Weise erweitern. Eine Möglichkeit läge im bereits erwähnten Auslagern der Senderliste, was es erlaubte, individuelle Listen mit Sendern zu pflegen. Alternativ böte es sich an, die mitgeschnittenen Audio-Dateien in einer zweiten Auswahl anzubieten.

Von der Idee zum kleinen Multimedia-Tool ist es unter Linux oft kein weiter Weg. Die Vielzahl der Kommandozeilenwerkzeuge, die über die entsprechenden Funktionen verfügen, machen es leicht, diese in einem entsprechenden Skript zu verzahnen. Das kleine Programm passen Sie dann nach eigenen Erfordernissen an und eröffnen sich so Möglichkeiten, die Ihnen klassische Multimedia-Player nicht unbedingt bieten. 

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