Aus LinuxUser 09/2013

Mit Gimp Verzeichnungen beheben und Motive gekonnt ins Bild rücken

© Stocker, sxc.hu

Hingezupft

Ob kreativer Einsatz oder Mittel zum Zweck: Gimps Werkzeuge zum Verzerren digitaler Bilder leisten hervorragende Arbeit. Sie müssen nur wissen, welches Sie wann einsetzen.

Die in Gimp enthaltenen Funktionen zum Verzerren ermöglichen es, aus gewöhnlichen Aufnahmen ungewöhnliche Bilder zu zaubern. Bevor Sie sich aber dem kreativen Einsatz widmen, lohnt es sich, die entsprechenden Werkzeuge zur manuellen Korrektur von Objektivfehlern zu nutzen – sie bringen Abhilfe bei moderaten Verzeichnungen. Allerdings bleibt die Wirkung begrenzt. Oft lohnt es sich deshalb auch, zusätzlich das Perspektiv-Werkzeug zu bemühen.

Werkzeuge

Die Werkzeuge zum Drehen, Scheren und für perspektivische Modifikationen gehören zur Grundausstattung von Gimp. Alle arbeiten im Transformationsmodus: Sie sehen also zunächst nur eine Vorschau, die Sie Ihren Vorstellungen entsprechend manipulieren. Erst in einem weiteren Schritt – nach dem Bestätigen der Aktion – führt Gimp die rechenintensiven Arbeiten auf den Bilddaten aus.

Ganz neu ist in Gimp 2.8 bei den Werkzeugen zum Verformen die Käfig-Transformation hinzugekommen – allerdings nur mit eingeschränktem Funktionsumfang. So beschränkt sich deren Einsatz bisher auf Ebenen; Pfade und oder eine Auswahl unterstützt das Tool noch nicht.

Dafür ist das Bedienkonzept sehr einfach: Sie ziehen einen Rahmen um den gewünschten Bildbereich und setzen überall dort Stützpunkte, wo Sie später Verformungen vornehmen wollen. Sobald dieser Rahmen geschlossen ist, berechnet die Software die benötigten Parameter. Anschließend verschieben Sie die Stützpunkte, was den Inhalt entsprechend verzerrt (Abbildung 1).

Abbildung 1: Bei der Käfig-Transformation definieren Sie zunächst den Rahmen (oben links), anschließend verschieben Sie die Stützpunkte, bis Sie das gewünschte Ergebnis (rechts, hier nachträglich eingefärbt) erhalten.
Abbildung 1: Bei der Käfig-Transformation definieren Sie zunächst den Rahmen (oben links), anschließend verschieben Sie die Stützpunkte, bis Sie das gewünschte Ergebnis (rechts, hier nachträglich eingefärbt) erhalten.

Auswahl und Pfad

Das Verzerren einer Auswahl gehört zu den speziellen Aktionen, die in mehrfacher Hinsicht Bedeutung haben: Eine Auswahl dient als Begrenzung beim Kopieren, Löschen und für weitere Aufgaben und kommt darüber hinaus häufig beim Malen zum Einsatz.

Alle Standardwerkzeuge – mit Ausnahme des Werkzeugs zur Käfig-Transformation – erlauben das gezielte Verzerren einer Auswahl. In den Optionen des Werkzeuge steht dafür hinter Transformation als zweites der Punkt Auswahl bereit. Ein Punkt im Menü Auswahl ermöglicht es hingegen, eine Auswahl entsprechend festgelegter Parameter entlang der Kante zu verzerren (Abbildung 2).

Abbildung 2: Für das Verzerren einer Auswahl bietet Gimp zusätzlich einen speziellen Dialog an, der die Kante der Auswahl entsprechend der vorgegebenen Parameter modifiziert.
Abbildung 2: Für das Verzerren einer Auswahl bietet Gimp zusätzlich einen speziellen Dialog an, der die Kante der Auswahl entsprechend der vorgegebenen Parameter modifiziert.

Das Skript, das Sie mit dem Dialog steuern, wandelt eine einfache (meist geometrische) Auswahl in eine etwas organischere Form um. Das funktioniert neben einer klassischen Auswahl sehr gut mit Buchstaben in Textebenen, sobald Sie diese mittels Auswahl aus Alphakanal angewählt haben.

Über Schwellwert legen Sie grundlegend fest, wie die Software die Auswahl verzerrt. Kleine Werte vergrößern dabei die Auswahl. Verteilen und Körnigkeit vergrößern das Verzerren, Glätten reduziert es. Mit Horizontal glätten beziehungsweise Vertikal glätten steuern Sie dies noch feiner.

Einen Pfad bearbeiten Sie mit den Standardwerkzeugen analog zu einer Auswahl. Insbesondere das perspektivische Verzerren bietet dabei viele Möglichkeiten (Abbildung 3). Darüber hinaus ist das Pfadwerkzeug so konzipiert, dass es das manuelle Verzerren von Pfaden besonders unterstützt. Pfade eignen sich dabei als Grundlagen für Auswahlen, zum Zeichnen oder als Hilfslinien.

Abbildung 3: Pfade verzerren Sie unter anderem über das Perspektiv-Werkzeug.
Abbildung 3: Pfade verzerren Sie unter anderem über das Perspektiv-Werkzeug.

Grundsätzlich können Sie sowohl die Stützpunkte als auch die Linien („Segmente“ im Gimp-Jargon) von Pfaden beeinflussen. Drei Modi kennt dieses Werkzeug: Design zum Erstellen neuer Pfade, Bearbeiten und das Verschieben ganzer Pfade.

Über [Strg] aktivieren Sie den Modus zum Bearbeiten. Dann erzeugt jeder Klick einen neuen Stützpunkt. Segmente verschieben Sie direkt mit der Maus oder deformieren Sie durch die Hilfslinien an den Endpunkten. Mit [Strg]+[Umschalt] entfernt ein Mausklick einen Stützpunkt oder ein Segment.

Filter

Das Menü Filter enthält im Untermenü Verzerren eine Reihe weiterer Funktionen zum Verzerren von Bildern, darunter IWrap und Objektivfehler … sowie Wrap text….

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