Aus LinuxUser 09/2013

Bilder bearbeiten mit den Digikam

© senoldo, Fotolia

Effektvoll

Für einfache Korrekturen und kleine Effekte leisten die Werkzeuge in der Fotoverwaltung Digikam gute Dienste.

Digikam-Workshop

Sie haben sich noch nicht mit Digikam beschäftigt, und die Fotos sind noch auf der Kamera gespeichert? Dann schauen Sie doch mal in die Ausgabe 08/2013 von LinuxUser. Dort finden Sie ab Seite 32 einen ausführlichen Workshop, der sich mit den Funktionen der Software beschäftigt. Online lesen Sie den Artikel unter http://www.linux-community.de/29918.

Der Urlaub ist vorbei, auf der heimischen Festplatte tummeln sich Hunderte neue Bilder. Idealerweise haben Sie diese bereits in Digikam importiert, nach Orten und Zeit sortiert und die schönsten Erinnerungen mit einem System aus Sternen oder Farben markiert. Sobald die Abende wieder länger werden, bietet es sich an, sich mit dem Bearbeiten ausgesuchter Fotos zu beschäftigen.

Vom Verwalten zum Gestalten

Sie öffnen die Bildbearbeitung aus einer beliebigen Ansicht heraus über das Kontextmenü oder [F4]. Je nach Voreinstellung genügt ein Doppelklick, und Sie landen direkt in der Ansicht mit den Werkzeugen zum Bearbeiten. Diese öffnet sich stets in einem separaten Fenster (Abbildung 1). Haben Sie ein Foto im RAW-Format gewählt, zeigt Digikam zunächst einen Dialog für den Import, der bereits erste Einstellungen erlaubt. Bei allen anderen Fotos gelangen Sie direkt in den Dialog mit Farbeinstellungen, Auswahlen und diversen Effekten.

Abbildung 1: Aus den unterschiedlichen Ansichten heraus starten Sie die Ansicht zum Bearbeiten von Bildern per Kontextmenü oder über <code>F4</code>.
Abbildung 1: Aus den unterschiedlichen Ansichten heraus starten Sie die Ansicht zum Bearbeiten von Bildern per Kontextmenü oder über F4.

Spezialfall Rohdaten

Laden Sie Rohdaten, öffnet sich automatisch ein separates Werkzeugfenster (Abbildung 2). Hier nehmen Sie bei Bedarf verschiedene Einstellungen vor, um aus den unbearbeiteten Daten der Kamera ein Foto zu entwickeln. Das bearbeiten Sie anschließend mit den Werkzeugen von Digikam weiter. Sie finden im Import auf der linken Seite eine Vorschau des Fotos, das die Software mit Standardwerten berechnet hat. Auf der rechten Seite sehen Sie ganz oben ein Histogramm und darunter die Werkzeuge, aufgeteilt in drei Reiter.

Abbildung 2: Bei Bedarf öffnen Sie das RAW-Format der Kamera und geben dem Bild vor der Bearbeiten die notwendigen Informationen zu Farbe und Helligkeit mit.
Abbildung 2: Bei Bedarf öffnen Sie das RAW-Format der Kamera und geben dem Bild vor der Bearbeiten die notwendigen Informationen zu Farbe und Helligkeit mit.

Mit den Werkzeugen unter Rohdekodierung legen Sie fest, wie Digikam eine erste Ansicht der Fotos berechnet. Achten Sie darauf, nach Änderungen stets die Schaltfläche Aktualisieren rechts unten zu betätigen, damit das Programm die Modifikationen in der Vorschau anzeigt.

Beim Dekodieren geht es im Wesentlichen um den Weißabgleich und das Festlegen der Helligkeitsbereiche. Für den Weißabgleich stehen sowohl automatische als auch manuelle Methoden bereit. Beim manuellen Verfahren gehen Sie immer von den Standardwerten von D65 aus. Allerdings passt die Software die Anzeige nicht an die gewählten automatischen Methoden an. Arbeiten Sie häufiger mit Rohdaten, empfiehlt sich der Einsatz eines separaten RAW-Konverters: Ein solcher bietet in der Regel mehr Optionen.

Als weiteres Werkzeug finden Sie unten eine Rausch- und Farbkorrektur sowie die Möglichkeit, die Farbverwaltung anzupassen. Im Reiter Nachbearbeitung können Sie die Werte der Belichtung weiter modifizieren. Hier stehen mehr Optionen bereit als beim Dekodieren. Änderungen an den Werten zeigt die Applikation in der Vorschau sofort an.

Korrekturen der Helligkeit

Gerade Schnappschüsse aus dem Urlaub entsprechen nur selten den Vorstellungen vom perfekten Bild, und so beginnt die Arbeit an teilweise missratenen Werken bereits bei der Korrektur von Helligkeit und Farben. Diese Arbeiten verbirgt Digikam gesammelt unter dem Menü Farbe. Bei vielen Fotos bringt die automatische Korrektur bereits Verbesserungen – insbesondere, wenn typische Fehler auftauchen, wie Fehlbelichtung wegen Sonne oder eindeutige Verschiebungen bei der Farbe.

Darüber hinaus machen die Fehler fast immer zusätzlich manuelle Anpassungen notwendig, die Sie aber mit der Vielzahl der Tools leicht bewerkstelligen. Ein relativ einfaches Werkzeug zur Kontrolle der Helligkeit verbirgt sich hinter dem Regler Helligkeit, Kontrast, Gamma.

Versuchen Sie zunächst die Helligkeit mit dem Gamma-Regler anzupassen. Das hat den Vorteil, dass die Randwerte nahe Schwarz beziehungsweise Weiß weitgehend konstant bleiben und sich nur die mittleren Farbwerte verändern. Das erhält den Gesamteindruck des Bilds: Farben verändern die Wirkung nicht so sehr, und die Bilder wirken nicht flau und grau.

Mit dem Regler Leuchtstärke verändern Sie die gesamte Helligkeit des Fotos, was auch die Werte für Schwarz und Weiß betrifft, so dass Fotos schnell missraten wirken. Mit dem Kontrast-Regler passen Sie anschließend bei Bedarf noch ein wenig die Balance zwischen hellen und dunklen Farbtönen an.

In besonders schwierigen Fällen empfiehlt sich der Einsatz des Werkzeugs Gradation (Abbildung 3). Obwohl als Profi-Werkzeug verschrien, eignet sich die Gradationskurve auch für Einsteiger zum Kontrollieren der Helligkeit in einzelnen Bereichen.

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