Aus LinuxUser 05/2013

Außergewöhnliche Fraktale erzeugen mit Fr0st und Flam3 (Seite 2)

Flame 149

Normalerweise empfiehlt es sich, die Veränderungen schrittweise und systematisch vorzunehmen. Dabei sollten Sie mithilfe der beiden Schaltflächen Save beziehungsweise Save As in der Werkzeugleiste Zwischenergebnisse speichern. Auf diese Weise nähern Sie sich vielleicht an das bekannte „Flame 149“ [5] an. Die Namen gespeicherter Parametersätze finden Sie nach dem Speichern links im Fensters.

Ist das Gebilde nur zu groß geraten oder in der Vorschau falsch platziert, fällt die Abhilfe leicht: Verschieben Sie in der Vorschau den Ausschnitt mit der Maus. Fr0st übernimmt dies in die Feineinstellungen. Weiteres – wie etwa ein Anpassen der Größe – stellen Sie unter Adjust ein. Dort rotieren Sie bei Bedarf das fraktale Gebilde auch und steuern mit den Reglern für Brightness, Gamma, Gamma Threshold, Vibrancy sowie Highlight Power die Form und Sichtbarkeit der berechneten Linien.

Dabei stellen Sie bei Bedarf ein, welche Bereiche hell erscheinen und welche in der Dunkelheit fast verschwinden. Um Details besser zu erkennen, nutzen Sie das externe Vorschaufenster Flame Preview. Sobald die Form des Gebildes stimmt, beginnen Sie mit der Farbgebung. Dafür steht der Gradient Editor (Abbildung 2) bereit.

Abbildung 2: Der <code>Gradient Editor</code> erlaubt das Einstellen von Farbverläufen, mit denen Sie das fraktale Gebilde kolorieren.
Abbildung 2: Der Gradient Editor erlaubt das Einstellen von Farbverläufen, mit denen Sie das fraktale Gebilde kolorieren.

Dabei setzen Sie entweder vordefinierte Verläufe ein (ganz unten im Gradient-Browser) oder wenden selbst definierte Gradienten an. Besonders einfache erzeugen Sie einen neuen Verlauf durch einen Doppelklick auf den Verlaufsbalken. Fr0st berechnet dann den neuen Gradienten auf Basis des gerade angezeigten und wendet ihn auch gleich auf das aktuelle Bild an. Der Schieberegler unterhalb erlaubt es, die Abfolge der Farben zu verschieben und damit die Zuordnung im Bild zu ändern.

Das dritte Fenster mit dem Titel Rendering Flame … steuert nun, wie die Software das Bild genau generiert (Abbildung 3). Dabei behalten Sie am besten zunächst die meisten der Voreinstellungen bei. Die voreingestellte Größe (Size) passen Sie an die Möglichkeiten der Hardware an.

Abbildung 3: Im Fenster <code>Rendering Flame ...</code> bestimmen Sie die Qualität des berechneten Bildes und starten den Prozess.
Abbildung 3: Im Fenster Rendering Flame ... bestimmen Sie die Qualität des berechneten Bildes und starten den Prozess.

Die maximale auf einem System berechenbare Bildgröße hängt vom Hauptspeicher ab. Sie finden die beiden relevanten Angaben unter Resource Usage: Während Required Memory den bei der angegebenen Fraktalgröße benötigten Speicher angibt, zeigt Free Memory, wie viel RAM tatsächlich bereit steht. Fr0st speichert die Bilder in dem unter Output Destination eingestellten Verzeichnis.

Zwei weitere Einstellungen beeinflussen den Speicherbedarf der Bilder maßgeblich: der beim Berechnen verwendete Datentyp, den Sie unter Buffer depth einstellen, sowie das Spatial Oversampling. In der Regel genügen 32-Bit-Gleitkommazahlen sowie ein Oversampling-Wert von 2.

Neuer Hintergrund

Voreingestellt generiert Fr0st Bilder mit einem schwarzen Hintergrund, was die filigranen Strukturen der fraktalen Gebilde sehr gut betont. Mit Gimp ändern Sie dies bei Bedarf – die globale Farbauswahl (mit sehr niedriger Schwelle) macht es möglich. Haben Sie der Ebene zuvor einen Alpha-Kanal spendiert (im Menü Ebenen durch Alphakanal hinzufügen), lassen sich die ausgewählten Bereiche vollständig entfernen, sodass Transparenz entsteht.

Es geht aber auch einfacher: Im Fr0st-Fenster Rendering Flame … erlaubt die Schaltfläche PNG Transparency, direkt Bilder mit einem transparenten Hintergrund zu erzeugen (Abbildung 3). Diesen gestalten Sie dann mit Gimp durch das Anlegen einer neuen Ebene (eventuell mit einem Farbverlauf) ganz individuell.

Fraktaler Wahnsinn

Neben den bisher vorgestellten Grundfunktionen bietet Fr0st noch wesentlich weitergehende Features. Schon bei den drei einfachsten Fraktalen linear, julia und heard variieren Sie bei Bedarf über ein einfaches Python-Skript grundlegende Parameter und zeigen das Ergebnis im Vorschaufenster anzuzeigen.

In der Werkzeugleiste finden Sie dazu etwas rechts der Mitte die mit Run Script bezeichnete Schaltfläche. Über diese starten Sie ein Skript, das systematische Veränderungen wichtiger Parameter vornimmt und gleichzeitig die Vorschau aktualisiert. Bei Bedarf werfen Sie mit den rechten der drei Schaltflächen einen Blick in das Skript oder editieren es.

Bei der Installation aus den Quellen packt Fr0st bereits eine Reihe von Skripten mit auf die Platte, die noch viel weitergehende Funktionen bieten. Sie laden ein Skript aus dem Verzeichnis ~/.fr0st/scripts/batches/ mit der Schaltfläche Open Script und starten es wiederum via Run Script. Das führt dazu, dass Fr0st ganz neue Parametersätze erzeugt und anbietet. Jedes dieser Sets dient wieder aus Basis für eigene fraktale Objekte. Alternativ passen Sie das Skript selbst nach Ihren Vorstellungen an.

Im Test erzeugten die Skripte gnarl.py, lolpolpolpo.py, edisc_julian.py und modified_flipped_disc.py recht außergewöhnliche Ergebnisse. Planen Sie aber viel Zeit ein, wenn Sie sich mit den Fr0st-Skripten beschäftigen wollen.

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