Aus LinuxUser 03/2013

Bilderalben am eigenen PC erstellen

© Anyone71, sxc.hu

Selbst gemacht

Bilder in Alben kleben war gestern: Der moderne Fotoamateur bringt seine Dateien in einem Fotobuch unter und gestaltet das digitale Pendant zum Album am Computer.

Der Urlaub ist zu Ende – jetzt gilt es, die Bilder in ein Album zu kleben und vielleicht mit ein paar passenden Texten und Collagen aus Prospekten zu ergänzen. Das ruft auch Jahre später noch die Erlebnisse aus dem Urlaub wach. So lief es bisher jedenfalls. Im Zeitalter digitaler Fotografie gibt es dieses Vorgehen zwar noch, aber es entspricht nicht mehr dem Stand der Technik. Das moderne Fotoalbum heißt Fotobuch.

Um ein solches ansprechend zu gestalten, braucht es die passende Software. Für Linux bieten zwei Hersteller dazu native Programme an: Cewe und Pixum. Diese beide Varianten der eigentlich gleichen Applikation schlagen sich in der Praxis jedoch höchst unterschiedlich.

Beide Anbieter stellen die Software zum kostenlosen Download bereit, bei beiden wählen Sie das Betriebssystem aus und erhalten eine native Version des Programms. Es handelt sich jeweils um 32-Bit-Software, deren Installation hie wie da völlig problemlos verläuft. Wir testeten die Programme auf einem System mit Ubuntu 12.04.1 LTS (64 Bit).

Cewe

Bereits beim Download der Software – aktuell war zum Zeitpunkt des Tests die Version 5.00.01 – zwingt Cewe [1] Sie, sich endgültig für einen konkreten Vertriebspartner zu entscheiden. Dabei spielt eine Rolle, wo Sie Ihre Fotoprodukte abholen möchten oder oder ob Sie den Versand nach Hause bevorzugen (Abbildung 1).

Abbildung 1: Bereits beim Download der Software wählen Sie den Vertriebspartner aus. Später neu entscheiden geht dann nicht mehr.
Abbildung 1: Bereits beim Download der Software wählen Sie den Vertriebspartner aus. Später neu entscheiden geht dann nicht mehr.

Nach der Installation startet die Software und testet zunächst auf Aktualisierungen. Liegen solche auf dem Server vor, informiert das Programm darüber ebenso wie über die Änderungen, die das Update mit sich bringt. Die neuen Bestandteile gelangen in der Regel problemlos auf den Rechner. Beim Start aus einer Konsole zeigt das Programm an, welche Dateien es herunterlädt. Am Ende entpackt die Applikation die Downloads und transportiert sie an die richtigen Orte, dann räumt sie auf.

Beim Start öffnen sich ein Dialog mit Statusmeldungen und ein Fenster mit einem Tipp. Sie haben die Möglichkeit, sich mehrere Tipps anzusehen oder das Fenster einfach zu schließen. Die Startseite des Programms bietet einen Überblick über das gesamte Leistungspektrum von Cewe. Dabei reicht das Angebot von einfachen Abzügen über Fotobücher und Kalender bis hin zu Bildgeschenken.

Für den Test fiel die Wahl auf das CEWE FOTOBUCH. Entscheiden Sie sich für diesen Punkt in der Menüleiste, sehen sie sich mit dem nächsten Schritt konfrontiert: Welches Format und welche Sorte Papier möchten Sie für das Buch verwenden? Nach der Wahl des Formats sorgt sich die Software um Ihre Fertigkeiten: Sind Sie kreativ genug, ein eigenes Design zu entwerfen? Falls Sie sich damit überfordert fühlen, dürfen Sie auf die Intelligenz der Software vertrauen und dieser das Design des Buches überlassen.

Ein leeres Buch

Entscheiden Sie sich dagegen für ein leeres Buch, sehen Sie als nächstes tatsächlich nichts weiter als viele weiße Seiten. Nur auf dem Einband hält die Software einen Rahmen für einen Titel vor. Ein weiterer Textrahmen befindet sich auf dem Rücken des Buchs.

Abbildung 2: Die Benutzeroberfläche erfordert etwas Zeit zum Eingewöhnen, bietet aber alles, was Sie zum Gestalten eines Fotobuchs benötigen.
Abbildung 2: Die Benutzeroberfläche erfordert etwas Zeit zum Eingewöhnen, bietet aber alles, was Sie zum Gestalten eines Fotobuchs benötigen.

Beim Gestalten der leeren Seiten beginnt meist bei der Auswahl links: Klicken Sie auf Fotos, zeigt das Programm die Fotos aus dem gerade aktiven Ordner an, den Sie frei wählen dürfen. Über die Seitenlayouts bestimmen Sie, wie viele Bilder die Software auf der Seite anordnet. Bei Bedarf vergeben Sie für jede Seite einzeln oder das ganzen Buch eine Hintergrundgrafik. Zum Auflockern der Seiten stehen zudem Cliparts bereit; Passepartouts heben bei Bedarf ein Bild besonders hervor.

Allen Elementen folgen einem einheitlichen Bedienkonzept: Anklicken und auf die Seite ziehen. Die Titelseite fällt dabei als einzige Seite aus dem Rahmen. Hier ist das Design bereits platziert. Es stehen Rahmen für den Titel- und den Rückentext des Buchs sowie vier Miniaturfotos bereit. Dazu kommt ein großes Bild für den Hintergrund, den Sie alternative mit einer Grafik verzieren. Aber auch hier haben Sie die Möglichkeit, das Design vollständig zu ändern.

Abbildung 3: Beim Cewe-Fotobuch wählen Sie die Art der Anordnung und die Anzahl der Bilder für die einzelnen Seiten. Im Beispiel kommt beim Bild oben rechts zusätzlich ein Passepartout in Form einer Briefmarke zum Einsatz.
Abbildung 3: Beim Cewe-Fotobuch wählen Sie die Art der Anordnung und die Anzahl der Bilder für die einzelnen Seiten. Im Beispiel kommt beim Bild oben rechts zusätzlich ein Passepartout in Form einer Briefmarke zum Einsatz.

Abbildung 3 zeigt ein Beispiel: Zwei gleich große Bilder bestimmen die Seite. Die Bildrahmen füllen Sie, in dem Sie jeweils ein Bild in einen Rahmen ziehen. Dort richten Sie es bei Bedarf noch aus. Der aktive Bildrahmen erscheint gelb umrandet; Anfasser an den Ecken und Seiten ermöglichen, ihn zu verändern. So können Sie den Rahmen drehen, verschieben und in der Größe skalieren.

Einige Buchformate sind für Fotografen besonders interessant: Die sogenannten Panoramabücher bieten eine flache Falzung. Legen Sie ein Bild über eine Doppelseite, verschluckt die sehr flache Falz beim Betrachten des Bildes nichts (Abbildung 4).

Abbildung 4: Beim Panoramabuch verhindert eine spezielle Bindung das Verschwinden von Teilen des Bilds in der Mitte. Im Beispiel warnt die Software vor der zu geringen Auflösung des Bilds.
Abbildung 4: Beim Panoramabuch verhindert eine spezielle Bindung das Verschwinden von Teilen des Bilds in der Mitte. Im Beispiel warnt die Software vor der zu geringen Auflösung des Bilds.

Großes Angebot

Die Cewe-Software setzt den Gestaltungswünschen kaum Grenzen, außer durch die benötigte Rechenzeit: Das Programm arbeitete selbst auf einem Testrechner mit 8 GByte RAM und einer Sechs-Kern-CPU sehr zäh. Auf schmalbrüstigeren PCs gerät das Arbeiten daher in manchen Fällen zur echten Tortur.

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