Aus LinuxUser 02/2013

Netzwerkverkehr analysieren mit Iftop (Seite 2)

Filtern und Sortieren

Wie Sie sehen, zeigt sich Iftop sehr flexibel in Bezug auf das Darstellen der von ihm registrierten Pakete. Das gilt gleichermaßen für das Filtern und Sortieren.

Um aus den aktiven Netzwerkverbindungen nur eine Auswahl darzustellen, legen Sie mithilfe eines Musters einen Filter fest. Ein Druck auf [L] (für „limit“) öffnet in der obersten Zeile ein Eingabefeld, in dem Sie das Suchmuster ein tragen. Iftop versteht dieses als regulären Ausdruck [3] und zeigt nur solche Verbindungen an, die mit dem Muster übereinstimmen. In Abbildung 3 wurden über den Filter dropbox nur die entsprechenden Verbindungen dieses Netzwerkdienstes herausgefiltert.

Abbildung 3: Filterung der Verbindungen mit Hilfe eines Musters.
Abbildung 3: Filterung der Verbindungen mit Hilfe eines Musters.

Möchten Sie die Ausgabe sortieren, kommt Ihnen Iftop mit zwei Varianten entgegen. Ein Druck auf [<] oder [Umschalt]+[<] sortiert die Darstellung nach Quelle beziehungsweise Ziel, [**1**],[**2**] und [**3**] dagegen entsprechend der Spalte mit dem Zeitintervall.

Aufrufparameter

Iftop akzeptiert beim Programmaufruf eine Reihe von Optionen. Diese decken sich oft mit der bereits oben beschriebenen Tastenbelegung. Für neugierige Netzwerker sind sicher die beiden Optionen -i und -p interessant: Mit -i Interface bestimmen Sie, auf welcher Netzwerkschnittstelle Iftop lauschen soll. Der Schalter -p setzt den sogenannten Promiscuous Mode in Gang und berücksichtigt dementsprechend sämtliche Netzwerkpakete, die an der Schnittstelle vorbeikommen – auch jene, die nicht explizit für das Interface bestimmt sind.

Mit der Option -f lässt sich Iftop noch etwas stärker in die Schranken weisen und erfasst nur ausgewählte Pakete. So filtern Sie beispielsweise mit dem Aufruf

# iftop -i wlan0 -f "dst port 22"

alle SSH-Pakete, die über die Wireless-Schnittstelle /dev/wlan0 laufen. Dabei steht dst hier für Ziel („destination“), Port 22 dient üblicherweise als SSH-Port.

Die Formulierung des Filterausdrucks entspricht der Schreibweise von Pcap-filter [4] und ermöglicht eine sehr elegante Auswahl der Pakete. Die Tabelle „Pcap-Filter“ gibt einen kleinen Überblick zu den entsprechenden Möglichkeiten, die die Neugierde auf mehr wecken.

Pcap-Filter

Filter Beschreibung
dst host 1.2.3.4 Alle Pakete, die an den Rechner mit der IP-Adresse 1.2.3.4 gehen.
src port 22 Alle Pakete, die von Port 22 kommen.
dst portrange 22-33 Alle Pakete, deren Ziel-Port zwischen 22 und 33 liegt.
gateway 1.2.3.5 Alle Pakete, deren Gateway-Adresse 1.2.3.5 lautet.

Fazit

Das Kommandozeilenwerkzeug Iftop erfasst den Datenverkehr auf Netzwerkschnittstellen. Dabei analysiert es, welche Netzwerkverbindungen bestehen und wie viele Datenpakete über die einzelnen Verbindungen laufen. Auf diese Weise kommen Sie schnell dahinter, welche Programme und Dienste welche Bandbreite mit Beschlag belegen und das Netzwerk unter Umständen unnötig auslasten. Dabei helfen nicht zuletzt clevere Paketfilter. 

Infos

[1] Iftop: http://www.ex-parrot.com/~pdw/iftop/

[2] Top & Co.: Harald Zisler, „Kontrollraum“, LU 01/2013, S. 82, http://www.linux-community.de/27882

[3] Reguläre Ausdrücke: Frank Hofmann, „Schnipseljagd“, LU 09/2011, S. 84, http://www.linux-community.de/24091

[4] Manpage zu Pcap-filter: http://www.manpagez.com/man/7/pcap-filter/

[5] DEB-Paket zu Iftop: http://packages.debian.org/squeeze/iftop

[6] RPMs finden: http://rpmfind.net/

[7] Libpcap: http://www.tcpdump.org/

[8] Libcurses: http://www.gnu.org/software/ncurses/ncurses.html

[] Der Autor bedankt sich bei Axel Beckert für seine kritischen Anmerkungen, Kommentare und Ergänzungen im Vorfeld dieses Artikels.

[] Frank Hofmann (http://www.efho.de/) hat Informatik an der Technischen Universität Chemnitz studiert. Derzeit arbeitet er in Berlin im Büro 2.0, einem Open-Source Experten-Netzwerk, als Dienstleister mit Spezialisierung auf Druck und Satz. Frank ist Mitgründer des Schulungsunternehmens Wizards of FOSS, seit 2008 koordiniert er das Regionaltreffen der Linux User Groups aus der Region Berlin-Brandenburg.

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