Aus LinuxUser 01/2013

Grive – ein freier Client für Google Drive (Seite 2)

Normalerweise synchronisiert das Programm in beide Richtungen, lädt also die aktuellste Version einer Datei entweder hoch oder herunter. Genauere Informationen darüber, in welche Richtung der Client derzeit überträgt, liefert er im Verbose-Modus (-V). Durch Aufruf von ./grive -f erzwingen Sie gegebenenfalls, dass die Software die Daten in jedem Fall nur herunterlädt und damit Lokales überschreibt.

Im Test synchronisierte das Programm vorhandene Daten zuverlässig. Mehrfach verschachtelte Verzeichnisse erwiesen sich dabei als kein Problem. Jedoch funktionierte dies alles nur für die gewöhnlichen, in der Ablage gespeicherten Dateien. Mit Google Docs erzeugte Dokumente ignoriert Grive.

Falls Sie Ihre Daten aus Sicherheitsgründen verschlüsseln, beachten Sie, dass Grive Dateien immer komplett überträgt, also nicht nur die geänderten Bytes. Dies kostet bei einem sehr großen Truecrypt-Container unter Umständen einiges an Ressourcen. Daher bietet es sich als Alternative an, gezielt einzelne Unterverzeichnisse mit besonders sensiblen Dateien via EncFS [3] zu verschlüsseln.

Fazit

Trotz des Alpha-Status hinterlässt Grive bereits einen soliden Eindruck als Werkzeug zum Synchronisieren von Daten mit Google Drive. In Kombination mit anderen Komponenten, wie etwa Inotify zum automatischen Triggern eines Sync-Vorgangs, fällt es leicht, eine für individuelle Situationen passende Lösung zu basteln.

Generell eignet sich Grive auch gut für den Einsatz in Skripten oder für die Interaktion mit anderen Shell-Programmen. Allerdings degradieren die begrenzten Funktionen des Programms Google Drive zu einem ganz gewöhnlichen Cloud-Speicher, wie ihn auch Dropbox oder etliche andere Dienstleister anbieten. Wer mit Anderen über die Google-Webanwendungen an einem Dokument arbeitet, kann dieses nicht über Grive herunterladen. Es bleibt nur der Ausweg, das Endprodukt über den Browser in das Grive-Sync-Verzeichnis zu exportieren.

Benutzer des Browsers Chrome finden im passenden Webstore [4] unter Umständen eine ergänzende Drive-App für den persönlichen Einsatz. Allerdings bleibt die Community um Grive vermutlich auch nicht untätig, und so schließen sich mit der Zeit eventuell die vorhanden Lücken im Funktionsumfang. 

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