Aus LinuxUser 01/2013

Den Sternenhimmel erkunden mit Stellarium (Seite 2)

Vorbereitungen

Eine wichtige Hilfe leistet Stellarium beim Vorbereiten einer Beobachtung oder einer Fotositzung. Hier zeigt das Programm ein inzwischen durch viele Mitgestalter enorm gewachsenes Potenzial. Vor allem interessiert natürlich, welche Objekte Sie überhaupt in fraglichen Nacht zu Gesicht bekommen. Dann stellt sich die Frage, welche Ausrüstung sich zum Beobachten der gesuchten Objekte am besten eignet.

Schalten Sie die Beschriftung der Planeten ([P]) sowie der Nebel ([N]) ein, erscheinen zusätzlich zu den Sternen die Planeten mit Namen und Nebel als gelbe Objekte, je nach Größe mit oder ohne Beschriftung. Die Form des Objekts gibt Auskunft über die Art des astronomischen Nebels: Auf diese Weise erkennen Sie gleich Kugelsternhaufen (Kreis mit Kreuz), Gasnebel inklusive Galaxien und eingeschlossener Sternhaufen (Kreis) und offene Sternhaufen (gepunkteter Kreis).

Sobald Sie Sie – entweder über das Scrollrad der Maus oder [Bild oben] und [Bild unten] – an das Objekt heranzoomen, erscheint ein Foto des entsprechenden Objekts (Abbildung 3). Die Anzahl sichtbarer Objekte wächst beträchtlich, wenn Sie sich die Mühe machen, nachträglich noch Bibliotheken in der Konfiguration im Abschnitt Werkzeuge herunterzuladen.

Abbildung 3: Zoomen Sie nahe genug heran, erscheinen astronomische Objekte (gelbe Markierungen) in imposanter Größe. Hier sehen Sie den großen Nebel Andromeda (M31) mit seinen Nachbargalaxien.
Abbildung 3: Zoomen Sie nahe genug heran, erscheinen astronomische Objekte (gelbe Markierungen) in imposanter Größe. Hier sehen Sie den großen Nebel Andromeda (M31) mit seinen Nachbargalaxien.

Rechenknecht

Spätestens, wenn fest steht, dass ein interessantes Objekt in der fraglichen Nacht vorüberzieht, möchten Sie wahrscheinlich wissen, wie das Objekt im eigenen Fernrohr oder auf dem Sensor einer Kamera ankommt. Auch diese Frage lässt sich mithilfe von Stellarium klären.

Dazu besteht die Möglichkeit, die optischen Daten von Teleskopen, Okularen und Bildsensoren in der Erweiterung Okulare einzugeben. Sie erreicht diese in der Konfiguration im Abschnitt Erweiterungen als eigenen Reiter. Aktivieren Sie die Erweiterung beim Start, dann erscheint in der unteren Kontrollleiste ein Menüpunkt Okulare.

Als erstes gilt es die eigenen Geräte einzutragen: Das erledigen Sie über die Schaltfläche Konfigurieren. Es erscheint ein neuer Dialog mit den Reitern General, Eyepieces, Sensors, Telescopes und Über (Abbildung 4). Hinter dieser seltsam gemischten Beschreibung verbergen sich allgemeine Einstellungen, Einstellungen zu den vorhandenen Okularen, Sensoren (Kameras) und Teleskopen sowie die üblichen Hinweise des Autors.

Abbildung 4: Der Dialog <code>Okulare</code> ermöglicht die Eingabe der Daten eigener Ausrüstung. Auf diese Weise zeigt die Software den Sternenhimmel so an, wie ihn die optischen Werkzeuge sehen.
Abbildung 4: Der Dialog Okulare ermöglicht die Eingabe der Daten eigener Ausrüstung. Auf diese Weise zeigt die Software den Sternenhimmel so an, wie ihn die optischen Werkzeuge sehen.

Löschen Sie die Vorgaben und geben Sie unter Eyepieces, Sensors und Telescopes jeweils die Daten der eigenen Geräte ein. Das ermöglicht es der Software, von jetzt an die Objekte so anzuzeigen, wie Sie im Okular oder auf dem Bildsensor der Kamera erscheinen.

Über [Alt]+[O] aktivieren Sie das Okularwerkzeug, es stehen entweder die Okularansicht oder die Sensoransicht bereit. Mit [Strg]+[O] schalten Sie den Okularmodus ein oder aus. Bei aktiviertem Okularmodus wählen Sie über [Alt]+[O] wiederum das Teleskop, die Kamera oder das Okular aus. Abbildung 5 zeigt, wie die Software den Andromeda-Nebel in der Sichtweite eines 800-mm-Teleskops einfängt.

Abbildung 5: M31 im Blick, bei einer Brennweite des Teleskops von 800 Millimeter sowie einer Okularbrennweite von 40 Millimeter. Möchten Sie Fotorealismus pur, schalten Sie die Namen der Nebel aus.
Abbildung 5: M31 im Blick, bei einer Brennweite des Teleskops von 800 Millimeter sowie einer Okularbrennweite von 40 Millimeter. Möchten Sie Fotorealismus pur, schalten Sie die Namen der Nebel aus.

Mit einem Mausklick auf ein Objekt rufen Sie dessen astronomische Daten auf. Diese blendet die Software oben links ein. Als wichtigste Information neben den beiden Katalogbezeichnungen (M31 beziehungsweise NGC224) sehen Sie hier die Helligkeit (3,50) und die Größe (2°58’00“).

Die beiden letzten Größen verraten erfahrenen Amateuren, wie gut oder schlecht das entsprechende Objekt unter den gegebenen meteorologischen Bedingungen zu beobachten sein wird. Je kleiner die Helligkeitszahl, desto heller erscheint das Objekt. Die Größe stellt ein Maß für den Bildwinkel dar, unter dem das Objekt mit bloßem Auge erscheint.

Es bleibt aber anzumerken, dass das Okular-Werkzeug nur bei einem gewähltem Objekt arbeitet. Neben dem Auswählen per Mausklick bietet Stellarium aber auch eine Suchfunktion an, die Sie mit [F3] aktivieren.

Mythologisches

Die Astronomie zählt zu den ältesten Wissenschaften, viele Mythen ranken sich um das Thema. Auch wer sich auf diesem Gebiet informieren möchte, der findet in Stellarium einen geeigneten Ausgangspunkt für eigene Recherchen. Über [F4] konfigurieren Sie die Anzeige entsprechend.

Neben dem Darstellen der Sterne im Reiter Himmel, der Art der Projektion (stereografisch oder andere Verfahren) im Reiter Markierungen und der Auswahl der Landschaft im Reiter Landschaft gibt es den Reiter Sternsage, der die Auswahl eines Kulturkreises ermöglicht, dessen Mythen Sie nachvollziehen möchten (Abbildung 6).

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