Aus LinuxUser 12/2012

Linux-Dateisysteme unter Windows 8 nutzen

© Pixpack, 123rf.com

Passend gemacht

Seit jeher weigert sich Windows, andere als die eigenen Dateisysteme zu unterstützen. Mit ein paar Tricks klappt es aber trotzdem mit den Ext-FS von Linux.

Einen der Hemmschuhe bei der gemeinsamen Arbeit mit Linux und Windows auf einem Rechner stellt seit eh und je die Inkompatibilität der verwendeten Dateisysteme dar. Während Linux in dieser Hinsicht deutlich zugelegt hat und sowohl NTFS- als auch FAT-Dateisysteme anstandslos erkennt, weigert sich Microsoft nach wie vor beharrlich, andere Dateisysteme als die eigenen zu unterstützen (Abbildung 1). Das gilt auch für Windows 8.

Abbildung 1: Auch bei Windows 8 das gleiche Bild wie eh und je: Außer den eigenen Dateisystemen kennt es keine anderen.
Abbildung 1: Auch bei Windows 8 das gleiche Bild wie eh und je: Außer den eigenen Dateisystemen kennt es keine anderen.

Dieses Mißstands haben sich aber bereit vor Jahren diverse Projekte angenommen und Software vorgestellt, die es erlaubt, auf die Linux-Dateisysteme auch unter Windows zuzugreifen. Wir haben nachgeprüft, ob das auch unter Windows 8 noch anstandslos funktioniert. Dazu kam als Testsystem kam die 32-Bit-Variante von Windows 8 zum Einsatz, wir prüften den Zugriff auf die Dateisysteme Ext2/3/4 sowie Reiserfs und Btrfs.

FS-Treiber

Die mit Abstand eleganteste Variante wäre es, wenn Windows ohne spezielle Hilfsmittel transparent auf die Linux-Dateisysteme zugreifen könnte. Diesen Ansatz verfolgt das schon ältere Projekt Ext2 IFS for Windows [1], das vorgeblich auch Windows 8 unterstützen soll. Beim ersten Aufruf des Programms erscheint jedoch lediglich eine Fehlermeldung (Abbildung 2), dass es mit dieser Version von Windows nicht kompatibel sei.

Abbildung 2: Anders als es die Projektseite verspricht, ist Ext2 IFS for Windows nicht mit Windows 8 kompatibel.
Abbildung 2: Anders als es die Projektseite verspricht, ist Ext2 IFS for Windows nicht mit Windows 8 kompatibel.

Die danach angestoßene Installation im Kompatibilitätsmodus Windows Vista SP3 lief zwar ohne weitere Fehlermeldungen durch, jedoch blieb auch hier der gewünschten Effekt aus: Den Linux-Dateisystemen ließen sich mit dem IFS Drives Control Panel item aus der Systemsteuerung zwar Laufwerksbuchstaben zuweisen, ein Zugriff auf die Volumes war jedoch nicht möglich.

Ein anderer Kandidat aus der Riege der Dateisystemtreiber nennt sich Ext2fsd [2]. Anders als der Name suggeriert, unterstützt Ext2fsd laut Projektseite nicht nur sämtliche Ext-Dateisysteme, sondern auch Reiserfs und HPFS. Eine weitere Besonderheit: Der Treiber unterstützt das Journal von Ext3 unterstützt und vermeidet damit mögliche Inkonsistenzen im Dateisystem. Die meisten anderen Tools aus diesem Dunstkreis dagegen hängen Ext-Dateisysteme in der Regel als Ext2 unter Umgehung des Journals ein.

Ein Blick auf die Ext2fsd-Seite verheißt jedoch erst einmal nichts Gutes: Das letzte Update stammt vom Juli 2011. Von Windows 8 ist keine Rede, der offizielle Support reicht bis Windows 7. Von solchen Details lassen wir uns aber nicht abschrecken und versuchen unser Glück auf einer Windows-8-Maschine.

Auch hier ergibt sich beim Start das gleiche Bild wie bei Ext2 IFS: This programm cannot be installed on Windows NT version 6.1.8.000 or later. Im Kompatibilitätsmodus Windows 7 klappt die Installation des Treibers dann doch – allerdings mit dem gleichen Resultat wie zuvor bei Ext2 IFS: Ein Ansprechen der Linux-Partitionen war zunächst nicht möglich. Das änderte sich aber nach einem Neustart.

Ext2fsd unterstützt im Test Ext2 und Ext3 schreibend und lesend, Ext4 dagegen zunächst nur im Lesemodus. Um auch auf solche Partitionen schreibend zuzugreifen, klicken Sie im Ext2 Volume Manager (Abbildung 3) mit der rechten Maustaste auf die entsprechende Partition und wählen aus dem Kontextmenü Show properties. Dann klicken Sie auf den Button Ext2 Properties. Im neuen Fenster entfernen Sie das Häkchen vor Mount volume in read only mode und bestätigen die Änderung mittels Apply. Ungeachtet der nun erscheinenden Meldung, erst ein Neustart würde den Schreibzugriff aktivieren, war das im Test sofort der Fall.

Abbildung 3: Der <code>Ext2 Volume Manager</code> des Dateisystemtreibers Ext2fsd bietet eine ganze Reihe von Möglichkeiten, die Linux-Partitionen zu verwalten.
Abbildung 3: Der Ext2 Volume Manager des Dateisystemtreibers Ext2fsd bietet eine ganze Reihe von Möglichkeiten, die Linux-Partitionen zu verwalten.

Sofern sich Partitionen nicht auf Wechseldatenträger befinden, empfiehlt es sich, ihnen einen festen Laufwerksbuchstaben zuzuordnen. Das erreichen Sie, indem Sie im Ext2 Volume Manager beim Mappen des Laufwerks (Change Drive Letters) den Punkt Create a permanent MountPoint via Session Manager aktivieren. Das hat in erster Linie den Vorteil, dass die Laufwerke direkt nach dem Booten bereitstehen. Mit der vorgegebenen Einstellung Automatic mount via MountMgr erscheinen sie erst nach dem Start des Ext2 Volume Managers. Hier handelt es sich allerdings nicht um einen Fehler des Programms: Der Effekt ist der Tatsache geschuldet, dass Windows das Aktivieren von Enable Ext2Mgr autostart fröhlich ignoriert.

Der einzige Wermutstropfen an Ext2fsd: Das auf der Projekt-Website versprochene Einhängen von ReiserFS- oder Btrfs-Systemen unterstützt Ext2fsd unter Windows 8 derzeit nicht.

Dateimanager

Wer nur gelegentlich auf Linux-Partitionen zugreifen möchte, dem genügt es sicherlich, ein Tool zu besitzen, mit dem er temporär beispielsweise in Form eines Dateibrowsers drauf zugreifen kann.

Das vom kommerziellen Anbieter Diskinternals kostenfrei zur Verfügung gestellte Programm Linux Reader [3] kennt neben den Ext-Systemen auch Reiserfs. Im eigenen Dateiexplorer (Abbildung 4) erlaubt es den Zugriff auf die Dateisysteme, allerdings nur lesend.

Abbildung 4: Der Linux Reader erlaubt lediglich den lesenden Zugriff auf Linux-Partitionen, dafür aber auch auf Reiserfs.
Abbildung 4: Der Linux Reader erlaubt lediglich den lesenden Zugriff auf Linux-Partitionen, dafür aber auch auf Reiserfs.

Das mehr oder weniger in sich geschlossene Programm kennt auch kein Drag & Drop oder Copy & Paste von Verzeichnissen und Dateien. Um solche zu transferieren, gilt es jedes Mal eine relativ umständliche Prozedur auszuführen: Sie klicken zunächst mit der rechten Maustaste auf die gewünschte Datei oder das Verzeichnis und wählen aus dem Kontextmenü Save. Danach erscheint ein Dialog, der zunächst feststellt, dass Sie eine Datei sichern möchten. Hier blättern Sie via Next zum Abschnitt, in dem Sie das Zielverzeichnis anwählen. Im letzten Dialog erscheinen die im Ordner enthaltenen Dateien, die Sie einzeln per Checkbox an- oder abwählen.

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2 Kommentare auf "Linux-Dateisysteme unter Windows 8 nutzen"

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Tip: eine journalistische Leistung, die man hier vermisst, wäre neben einer verbose Auflistung von Google Suchergebnissen eine eingehende Analyse von z.b. Zuverlässigkeit und Geschwindigkeit der beschriebenen Lösungen. Leider wurde dieses Potential nicht erkannt, weshalb der Beitrag als eher schwach bewertet werden muss, eine eigene Schöpfungshöhe ist kaum ersichtlich.

Also so etwas blöd geschriebenes habe ich noch nie erlebt denn in der Überschrift steht eindeutig:
Linux-Dateisysteme unter Windows 8 nutzen
Ich kann hier jedoch nur Dinge lesen, die ebend dieses nicht bewerktstelligen.
Mal überlegt, das sich leute die weniger LEsen (gerade wenn es soviel ist wie hier) und sich auf eine Überschrift verlassen, das genau diese sich vielleicht Ihr Systm zerschiessen !? Was mir bei dem Artikel klar geworden ist ist nur eins, der schreiber sollte etwas anderes tuen als schreiben.