Aus LinuxUser 09/2012

Den schlanken Desktop LXDE optimal konfigurieren (Seite 2)

Abbildung 2: Ein Anwendungsmenü hat PCManFM ebenfalls an Bord.
Abbildung 2: Ein Anwendungsmenü hat PCManFM ebenfalls an Bord.

Das Panel des Desktops besteht ebenfalls nicht gerade aus den erlesensten Zutaten: Bis auf Standards wie Fensterliste, einen Knopf für das Menü, einen Netzwerk- und Prozessormonitor sowie einer Uhr vermissen Sie möglicherweise viel Liebgewonnenes. Kein Grund zur Sorge: Der universelle Systemmonitor Gkrellm [3] verfügt über eine Vielzahl von Gadgets für alle erdenklichen Zwecke und bettet sich auf Wunsch in das Openbox-Dock ein, wenn Sie ihn mit der Option -w starten.

Sollte nun noch etwas fehlen, fügen Sie dem Dock weitere Applets in Form von Windowmaker-Apps hinzu (Abbildung 3). Das eröffnet die Möglichkeit, Gkrellm über die eigenen Plugins hinaus praktisch grenzenlos zu erweitern – bis in die Ecken des Bildschirms. Falls der Platz nicht ausreicht, lösen Sie die Symbiose wieder auf und versetzen Gkrellm und die Apps in zwei Leisten.

Abbildung 3: Der universelle Systemmonitor Gkrellm bettet sich nahtlos ins Dock von Openbox ein. Das bietet die Möglichkeit, ihm einige Apps aus Windowmaker anzuhängen – hier der Programmstarter Wmdrawer sowie Wmcalc.
Abbildung 3: Der universelle Systemmonitor Gkrellm bettet sich nahtlos ins Dock von Openbox ein. Das bietet die Möglichkeit, ihm einige Apps aus Windowmaker anzuhängen – hier der Programmstarter Wmdrawer sowie Wmcalc.

Einziger Schwachpunkt: Das sinnvolle Platzieren am oberen oder unteren Bildschirmrand erlaubt Gkrellm nicht, da er grundsätzlich seine Komponenten senkrecht übereinander stapelt. Das schränkt die Benutzerfreundlichkeit etwas ein. Für die beschriebene Kombination ist es darum unerlässlich, dass Sie das Openbox-Dock senkrecht anordnen. Tun Sie das nicht, sieht das Dock etwas seltsam aus (Abbildung 4).

Abbildung 4: Unbrauchbares Konglomerat: Gkrellm lässt sich nicht flach legen und bläht das Openbox-Dock zu ungeahnter Breite auf.
Abbildung 4: Unbrauchbares Konglomerat: Gkrellm lässt sich nicht flach legen und bläht das Openbox-Dock zu ungeahnter Breite auf.

Falls Sie Fensterschatten und Transparenzen vermissen, können Sie vielleicht einen Versuch mit einem unabhängigen Compositing-Manager wagen, beispielsweise dem rein über die Befehlszeile zu bedienenden Xcompmgr. Er wird seit Jahren direkt von den Machern von X.org betreut, hat aber noch immer die Anmutung des unausgegorenen Ergebnisses einer Fingerübung für Jungprogrammierer. Wen wundert es da, dass es einige viel versprechende Forks gibt. Einer davon ist Compton [4].

Compton hat glücklicherweise nicht die Bugs seines Vorvaters geerbt, wie beispielsweise die Unverträglichkeit mit der Transparenzfunktion der VTE-basierten Terminals. Neben den aus Xcompmgr bekannten Befehlszeilenoptionen beherrscht er außerdem einige weitere Tweaks. Allerdings sind fertig geschnürte Distributionspakete noch etwas rar. Im Kasten „Compton installieren“ finden Sie Informationen dazu, wie Sie die Software ins System integrieren.

Der einfache Befehl compton -cCf -D 5 sorgt bereits für ein optisch ansprechendes Compositing. Die Fensterrahmen erhalten ansehnliche Schattierungen; Panels und Docks bleiben jedoch außen vor. Das letzte Argument gibt die Schrittweite der Animation beim Ein- und Ausblenden von Fenstern und Menüs an. Fünf Millisekunden stellen hier einen brauchbaren Kompromiss zwischen Ästhetik und Geschwindigkeit dar. Bei Bedarf passen Sie diesen Wert aber schnell an – ein Blick in die Manpage von Compton verrät mehr über die Parameter.

Compton installieren

Fertige Pakete für den vom Xcompmgr abstammenden Compositing-Manager finden Sie selten, was nicht weiter verwundert, denn bisher haben die Entwickler noch keinen Tarball veröffentlicht. Lediglich im User Repository [5] von Arch Linux findet sich ein halbwegs aktuelles Paket.

Sie müssen daher Compton direkt aus den Git-Quellen installieren. Die dazu benötigten Befehle finden Sie in Listing 1. Vor dem Aufruf von make ist es unbedingt empfehlenswert, das Präfix für die Installation in Zeile 3 nach /usr/local zu ändern, denn nicht zur Distribution gehörende Software gehört definitiv in dieses Verzeichnis.

Angesichts der häufigen Änderungen der letzten Monate lohnt es, die Installation regelmäßig zu wiederholen. Schon im derzeitigen Zustand ist Compton seinem Vorfahren Xcompmgr hinsichtlich Stabilität überlegen.

Listing 1

$ git clone https://github.com/chjj/compton.git
$ cd compton
$ make
$ sudo make install

Der Wächter

Gnome und KDE bringen jeweils eigene Login-Manager mit. Da wollten die LXDE-Macher nicht zurückstehen und liefern mit LXDM schon seit 2009 eine Eigenkonstruktion aus. Zwar eignet sich dieser Türsteher aufgrund von Unzulänglichkeiten in Bezug auf Anpassbarkeit in heterogenen Umgebungen nicht für alle Einsatzgebiete, reicht aber für den Linux-Hausgebrauch völlig aus, selbst auf Systemen mit mehreren Benutzern.

Insbesondere die Fähigkeit, das Erscheinungsbild mittels Themen zu ändern, hebt ihn insbesondere gegenüber GDM hervor, der dies schon seit Gnome 2.20 nicht mehr beherrscht, und platziert ihn in der erlesenen Liga von KDM, in der seit kurzem auch der desktopübergreifende LightDM mitspielt.

Die Struktur der Themes ähnelt jener des alten GDM und sollte eigentlich dafür sorgen, dass sich dessen Designs [6] mit geringem Aufwand auf LXDM portiert lassen. Etwas unverständlich ist daher, dass außer der mitgelieferten Implementation des Ximian-Themas für GDM ansonsten gähnende Leere herrscht.

Immerhin bringt LXDM ein kleines Konfigurationsprogramm mit (Abbildung 5). Einen entsprechenden Menüpunkt suchen Sie aber meist vergeblich, stattdessen müssen Sie zum Befehl lxdm-config greifen. Denn gilt es als root auszuführen, sonst bleiben die meisten Elemente inaktiv. Dann haben Sie lediglich die Möglichkeit, das Bild für Ihr Login anzupassen. Erwarten Sie also nicht zu viel von diesem Tool. Im Zweifelsfall bearbeiten Sie besser, die zugehörige Konfigurationsdatei /etc/lxdm/lxdm.conf mit Root-Rechten direkt.

Abbildung 5: LXDM bringt ein etwas spartanisches Konfigurationsprogramm mit.
Abbildung 5: LXDM bringt ein etwas spartanisches Konfigurationsprogramm mit.

Falls Sie einen verstohlenen Blick auf das Design der Themes werfen wollen, eignet sich das Standardthema ausgezeichnet als Basis. Es stellt ohnehin die einzige Möglichkeit dar, an Informationen zu kommen, denn eine Beschreibung der Themen-Syntax fehlt im LXDE-Wiki völlig.

Die Dateistruktur unterhalb von /usr/share/lxdm beinhaltet alles, was Sie für den Einstieg benötigen. Kopieren Sie einfach den Ordner Industrial an einen Ort Ihrer Wahl, benennen ihn um und verknüpfen ihn wieder mit dem genannten Systemordner. Die Befehle in Listing 2 verdeutlichen, wie das gelingt. Nun können Sie nach Herzenslust an den Einstellungen schrauben und Grafiken austauschen, ohne dass Sie Schreibrechte für /usr/share/lxdm brauchen.

Listing 2

$ cp -r /usr/share/lxdm/themes/Industrial ~
$ cd
$ mv Industrial Mein_Thema
$ sudo ln -s Mein_Thema /usr/share/lxdm/themes
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1 Kommentar auf "Den schlanken Desktop LXDE optimal konfigurieren"

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Leider ein endloses Gequatsche und nur sehr wenig Bezug zu den wirklichen Fragen, die ein User hat. Für die heutige Situation kaum zu gebrauchen.