Aus LinuxUser 09/2011

Wissenschaftliches Linux mit Enterprise-Qualitäten (Seite 2)

# yum install yum-conf-elrepo.noarch
# yum install yum-conf-rpmforge

Danach ziehen Sie Encoder wie Lame oder Ffmpeg komfortabel über GPK nach, den Sie im Menü System | Administration unter dem Eintrag Software hinzufügen/entfernen finden. Das Bildbearbeitungsprogramm Gimp installieren Sie in gleicher Weise. Um Ihr System für Flash-Videos fit zu machen, aktivieren Sie zudem das Adobe-Repository [4]. Über Version auswählen… und die Option YUM for Linux (YUM) gelangen Sie zur richtigen Variante für Scientific Linux.

Sofern Ihr System Komponenten enthält, die mit proprietären Treibern unter Linux einen größeren Funktionsumfang aufweisen als mit freien Treibern (beispielsweise einige Grafik- oder WLAN-Karten), so sollten Sie das Fusion-Repository [5] aktivieren.

Trotz eines ausgereiften und sorgfältig getesteten Desktops kommt es vor, dass Sie unter Umständen bestimmte Funktionen vermissen, die sich in keinem Repository finden. Um diesem Manko abzuhelfen, stellen die Entwickler von Scientific Linux sogenannte Tweak-RPMs bereit, die häufig angefragte Features beinhalten [6].

Sites und Spins

Analog zu den bei Fedora „Spin“ genannten speziell angepassten Betriebssystemvarianten gab es bislang bei Scientific Linux sogenannte „Sites“. Die beim CERN eingesetzte SL-Variante hörte beispielsweise vor Version 6.0 auf den etwas sperrigen Namen „Scientific Linux CERN“. Mit der Version 6.0 übernahmen die Maintainer die Namen von Fedora.

Dieser Schritt bietet die Möglichkeit, eigene Spin-Distribution auf Basis von Scientific Linux 6 zusammenzustellen. Dazu liefern die Entwickler ab Werk die Programme Livecd-tools, Liveusb-creator und Revisor mit, die Sie problemlos entweder per Kommandozeile oder über den grafischen Paketmanager installieren (Abbildung 3).

Abbildung 3: Mit ein paar Mausklicks erstellen Sie eine eigene Variante von Scientific Linux.
Abbildung 3: Mit ein paar Mausklicks erstellen Sie eine eigene Variante von Scientific Linux.

Fazit

Mit Scientific Linux 6.0 erhalten Sie einen extremen Marathonläufer, der die Support-Zeiträume selbst der LTS-Varianten von Ubuntu locker übertrifft. Ein weiterer gravierender Vorteil des Systems besteht in der Basis des Enterprise Linux von Red Hat, das gemeinhin als eines der besten Linux-Betriebssysteme zählt. Zwar müssen Sie daher bei Scientific Linux auf brandaktuelle Programme verzichten, erhalten dafür jedoch ein enorm stabiles und fehlerbereinigtes System, das sich gleichermaßen für Desktop und Server eignet. In Linux-basierten Netzwerken erfreut zudem die komplette Integration von OpenAFS, einem von IBM entwickelten verteilten Dateisystem, das NFS technologisch weit überflügelt. Für Anwender, die ein mit Enterprise-Qualitäten ausgestattetes Linux ohne Schnickschnack suchen, ist Scientific Linux daher auf jeden Fall ein Blick wert. 

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