Aus LinuxUser 08/2011

Im Test: PX-256M2S SSD von Plextor

© plextor.be

Flotte Flunder

Unter der Marke „Plextor“ bietet die japanische Firma Shinano Kenshi seit dem Frühjahr auch eigene SSDs an. Wir haben das 256-GByte-Modell getestet.

Mit ihrer 6-GByte-SATA-Schnittstelle und 256 GByte MLC-Speicher gehört die PX-256M2S [1] zurzeit zum besseren Mittelfeld der Solid State Drives. Doch während SSDs jenseits 256 GByte noch weit über 1000 Euro kosten, gibt es die Plextor-Platte bereits für 400 Euro. Die zur gleichen Familie gehörenden Plextor-SSDs mit 64 und 128 GByte gibt es via Internet für gut 100 respektive knapp 200 Euro. Alle zwei bieten dank des integrierten 88SS9174-Chipsatzes von Marvell eine gute Performance, auch wenn sie nicht an die Werte des hier getesteten 256-GByte-Modells herankommen. Offiziell gibt Plextor die Spitzenwerte der Testplatte mit 480 MByte/s beim sequenziellen Lesen und 330 MByte/s beim sequenziellen Schreiben an.

Um einen annähernden Wert für die Performance zu erhalten und die Einstellungen unseres Testrechners zu überprüfen, maßen wir die Geschwindigkeit zunächst mit Hdparm. Hier liefert die Plextor-Platte einen Lesedurchsatz von 363 MByte/s. Beachten Sie, dass die Festplatte diesen Wert nur über die schnelle SATA-III-Schnittstelle erreicht (auf den meisten Mainboards mit 6**GByte gekennzeichnet).

Mit Dd und Bonnie++

Wie erwartet blieb die tatsächliche Performance beim Schreiben weit hinter den offiziellen Angaben zurück. So schaffte es die PX-256M2S beim einfachen sequenziellen Schreiben über den Befehl

$ dd if=/dev/zero of=/mnt/test bs=2000000k count=4 oflag=direct

unter Ext4 auf lediglich 182 MByte/s. Auch ohne Dateisystem – beim direkten Schreiben auf die Gerätedatei /dev/sdb in unserem Testsystem – lagen nur knapp 190 MByte/s drin. Am schlechtesten schnitt die SSD bei den Tests mit dem Dateisystem Btrfs ab: Hier erreichte sie sogar nur 160 MByte/s. In allen drei Fällen kam als Betriebssystem Ubuntu 11.04 unter dem Standardkernel und mit den Standard-Programmen zum Einsatz. Die Testwerte ermittelten wir aus je fünf Durchgängen, wobei die Abweichungen sehr gering waren.

Abbildung 1: Beim Schreiben über den Befehl <code>dd</code> arbeitet Ext4 fast so schnell, wie ein RAW-Medium. Btrfs fällt deutlich zurück.
Abbildung 1: Beim Schreiben über den Befehl dd arbeitet Ext4 fast so schnell, wie ein RAW-Medium. Btrfs fällt deutlich zurück.

Etwas andere Werte bezüglich der Performance liefert der synthetische Benchmark Bonnie++. Demnach kommt die Plextor-Platte unter Btrfs auf Höchstwerte von 460 MByte/s beim Lesen und 225 MByte/s beim Schreiben. Unter Ext4 erreichten wir in den Messungen mit Bonnie++ nur Werte von 432 MByte/s (Lesen) und 196 MByte/s (Schreiben).

Abbildung 2: Laut Benchmark Bonnie++ arbeitet die SSD unter Btrfs leicht schneller als mit Ext4.
Abbildung 2: Laut Benchmark Bonnie++ arbeitet die SSD unter Btrfs leicht schneller als mit Ext4.

Fazit

Da SSDs immer noch deutlich mehr kosten als konventionelle Festplatten, ist es beim Kauf umso wichtiger, dass man auch eine gewisse Sicherheit bekommt. Hier bietet Plextor für die neuen SSDs 36 Monate Herstellergarantie und einen offiziellen MTBF-Wert von 1,5 Millionen Stunden. Als günstigere Alternativen bieten sich aktuelle Modelle mit SATA-II-Schnittstelle an, wo der Preis pro GByte mittlerweile bei 1,20 Euro liegt. 

Glossar

MTBF

Mean Time Between Failures. Bezeichnet die mittlere Lebensdauer von Industriegeräten. Bei Festplatten entspricht dieser Wert in etwa der erwarteten Lebensdauer.

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