Aus LinuxUser 05/2011

Mit Samity Linux erlebt die Distribution Sam Linux ein Revival (Seite 2)

So zählen mit Midori, Firefox 3.6.11 und Opera 10.63 allein drei Webbrowser zum Lieferumfang. Mit Brasero, Clementine, dem Gnome-Mplayer und Audacious finden Sie zudem im multimedialen Sektor passende Software für nahezu alle täglich anfallenden Aufgaben. Viele dieser Applikationen können Sie zudem über die Wbar, die Dockleiste am oberen Bildschirmrand, per Schnellzugriff starten.

Sollte Ihnen die Software-Auswahl nicht genügen, so fügen Sie komfortabel über den Smart Package Manager weitere Programme hinzu, wobei die gängigen Repositories von Unity Linux bereits aktiviert sind. Bei Bedarf binden Sie zusätzlich die Mandriva-eigenen Repositories ein, so dass Sie selbst für ungewöhnliche Aufgaben das passende Programm finden (Abbildung 1).

Abbildung 1: Der Smart Package Manager erlaubt die komfortable Installation von Applikationen aus unterschiedlichen Repositories.
Abbildung 1: Der Smart Package Manager erlaubt die komfortable Installation von Applikationen aus unterschiedlichen Repositories.

Sicherheit

Samity Linux setzt auch in Sachen Sicherheit auf die Konzepte aus Mandriva Linux: Das MSEC-Framework erlaubt auch Anwendern ohne tiefergehende Kenntnisse dank einer grafischen Konfiguration das Absichern des Rechners. Das Framework ist bei Samity integriert und zudem ab Werk aktiviert.

Im Unity-Kontrollzentrum (das dem MCC von Mandriva entspricht) nehmen Sie im Untermenü Sicherheit | Feinabstimmung der Sicherheitsrechte des Systems eine sehr detaillierte Konfiguration vor. Grundkenntnisse in Sachen Netzwerktechnik schaden trotzdem nicht, um die vielfältigen Einstelloptionen nachzuvollziehen (Abbildung 2).

Abbildung 2: Das MSEC-Framework erlaubt eine komfortables Konfiguration der Sicherheitseinstellungen.
Abbildung 2: Das MSEC-Framework erlaubt eine komfortables Konfiguration der Sicherheitseinstellungen.

Hardware

Im Betrieb zeigte Samity Linux einige Überraschungen: So erkannte das System auf einem Tablet-PC die Bildschirmauflösung von 1280×800 Punkten nicht auf Anhieb korrekt. Es arbeitete stattdessen mit der XGA-Auflösung von 1024×768 Punkten. Hier waren manuelle Nacharbeiten im Kontrollzentrum notwendig, was jedoch selbst Laien innerhalb von Sekunden erledigen. Dafür war das System auf dem selben Touchscreen-Gerät ohne jegliche Probleme mit dem Stift zu bedienen.

Wie sich beim Blick ins Menü Hardware im Kontrollzentrum zeigte, hatte die Distribution mit anderen im Tablet-PC verbauten Komponenten wie einer Ericsson-UMTS-Karte und einer Webcam keine Probleme. Nach dem Aufbau einer Netzwerkverbindung über das Kontrollzentrum und dem Aktivieren aller Repositories im Smart Package Manager ließ sich das für den Betrieb der Webcam nötige Programm Cheese nachinstallieren.

Fazit

Der Nachfolger von Sam Linux gefällt durch ein nach wie vor eingängiges Bedienkonzept und eine Software-Auswahl, die für die wichtigsten Einsatzbereiche jeweils mindestens ein Programm bereithält. Positiv sticht die sehr gute Hardware-Erkennung hervor, die selbst mit exotischen Komponenten bestens kooperiert und bei Spezialanwendungen wie dem Steuern via Stift auf einem Tablet-PC keine Schwächen zeigt.

Durch den Einsatz von XFCE als Desktop arbeitet das System auf alter Hardware recht agil. Zusätzlich haben die Entwickler dafür gesorgt, dass der Desktop auch auf Rechnern ohne hardwarebeschleunigten 3D-Support ein frisches Erscheinungsbild aufweist und keineswegs antiquiert wirkt. Samity Linux empfiehlt sich daher für alle Einsteiger und Umsteiger, die auf einem älteren Computersystem eine optisch ansprechende Oberfläche nutzen möchten. 

Infos

[1] Download: http://www.samity.org

[2] Clementine: http://www.clementine-player.org

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