Aus LinuxUser 03/2011

Faxen ohne Faxgerät und laufende Kosten

© Tilly Gops, 123RF

Mach Faxen!

Auch ohne Faxgerät oder Faxmodem können Sie ohne Fixkosten relativ bequem Faxe verschicken und sogar kostenlos empfangen.

Die E-Mail und der Versand von Dokumenten über das Netz haben das Fax mehr oder minder obsolet gemacht. Und doch gibt es immer noch eine Daseinsberechtigung für das Fax als schnelle und günstige Alternative zum Brief. So akzeptieren etwa viele Unternehmen ein unterschriebenes Fax als gültige Möglichkeit der Kündigung, auch wenn es streng juristisch genommen nicht mit einem abgezeichneten Dokument und per Brief verschicktes Dokument gleichzusetzen ist.

Für einige, wenige Faxe im Jahr benötigt man aber eigentlich kein eigenständiges Gerät. Auf einen PC mit analogem Fax-Modem auszuweichen, stellt da auch keine wirklich attraktive Alternative dar. Viele moderne USB-Modems laufen als sogenannte Win-Modems unter Linux – wenn überhaupt – nur mit speziellen Treibern. Zudem müsste der PC rund um die Uhr laufen, um jederzeit Fernkopien empfangen zu können.

Daher bieten sich Internet-Lösungen an, bei denen man weder Faxgerät noch Modem benötigt und dennoch Faxe schicken sowie empfangen kann, ohne dass dabei laufende Kosten entstehen.

Faxe empfangen

Generell gibt es viele VoIP-Anbieter, die neben Telefonaten auch Fax-Dienstleistungen anbieten. Allerdings gibt es die dafür benötigte Fax-Nummer nicht gratis, sondern es fallen monatliche Kosten an – typischerweise in der Größenordnung von 5 Euro.

Für jedermann kostenlos ist dagegen der Fax-Empfang des Internet-Portals von Arcor. Mit der Anmeldung für den Dienst Arcor PIA Basic [1] erhalten Sie nicht nur Speicherplatz für E-Mails, Bilder oder eine Webseite, sondern auch die Möglichkeit, Faxe und Sprachnachrichten unter einer normalen Festnetzrufnummer zu empfangen. Dem Absender des Faxes entstehen so keine zusätzlichen Kosten für die Anwahl einer teuren Sonderrufnummer. Ihre Faxnummer erzeugen Sie über das Arcor Unified Messaging Center (Abbildung 1).

Abbildung 1: Das Arcor Unified Messaging Center.
Abbildung 1: Das Arcor Unified Messaging Center.

Eingehende Faxe hängt Arcor als TIFF-Attachment an eine E-Mail und stellt diese in ihr Postfach bei Arcor zu. Wenn Sie die Arcor-E-Mails an Ihre primäre E-Mail-Adresse weiterleiten, dann müssen Sie sich nicht weiter um dieses E-Mail-Konto kümmern und finden Faxe automatisch in Ihrem üblichen Posteingang vor.

Andere E-Mail-Anbieter, wie etwa Web.de, GMX oder Freenet, bieten zwar ähnliche Fax-Dienste an, allerdings nicht kostenlos: Für solche erweiterten Dienste fallen Gebühren von rund 3 Euro monatlich an.

Faxe senden

Theoretisch könnten Sie über Arcor PIA Basic auch bis zu fünf Faxe monatlich kostenfrei versenden, weitere Faxe kosten dann etwa 10 Cent pro Stück. Allerdings handelt es sich dabei um reine Text-Faxe, bei denen sie den Inhalt über ein Web-Formular eingeben. Ein eingescanntes und mit einer Unterschrift versehenes Dokument können Sie über Arcor nicht versenden. Als Alternative offerieren viele Webseiten kostenlose Fax-Dienste im Internet, doch unter diesen Dienstleistern gibt es auch etliche schwarze Schafe – daher möchten wir an dieser Stelle auch keinen kostenlosen Dienst empfehlen.

Interessant dagegen erscheinen hier VoIP-Anbieter wie Sipgate [2] oder Dus.net [3]. Dort verschicken Sie PDF-Dateien für wenige Cent pro Stück als Fax, ohne dass dabei monatliche Grundgebühren anfallen. Solche veranschlagen Sipgate & Co. nur für den Fax-Empfang über eine Festnetznummer. Zum Faxversand dienen diesen Anbietern Web-Formulare (Abbildung 2), wobei Sie das eigentliche Dokument als PDF hochladen.

Abbildung 2: Das Fax-Formular von Sipgate.
Abbildung 2: Das Fax-Formular von Sipgate.

Komfort bietet diese Methode des Fax-Versands allerdings nicht gerade. Windows-Anwender können sogenannte Fax-Drucker verwenden. Diese Programme installieren einen virtuellen Drucker, auf den man ein Fax ausgibt. Die Anwendung bereitet dann den „Ausdruck“ als Fax vor und versendet diese über den jeweiligen Dienstleister.

Für Linux gibt es solche Programme jedoch nicht. Dem am nächsten kommen Dienste wie der Faxversand per E-Mail bei Dus.net: Dazu schicken Sie einfach eine E-Mail mit dem Fax als PDF-Attachment an die Empfängeradresse Ziel-Faxnummer@fax.dus.net. Die Autorisierung erfolgt gesondert über eine spezielle Betreff-Zeile mit einem kodierten Passwort.

PamFax

Die für Linux-Anwender wahrscheinlich komfortabelste Lösung für den zwar ebenfalls nicht kostenlosen, aber immerhin kostengünstigen Fax-Versand stellt der Anbieter PamFax [4] bereit. Diese gibt es neben Linux auch für Android [5], Mac OS X und Windows. Die Installation von PamFax für Linux (Abbildung 3) erfolgt per DEB- oder RPM-Paket.

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1 Kommentar auf "Faxen ohne Faxgerät und laufende Kosten"

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Danke für die Information. Ungern habe ich kaine Information über http://popfax.de gefunden. Ich finde popfax die beste anbieter die Internet Faxdienstleistungen bietet. Es ist leicht zu verwanden und die Bericht Preis/Qualität finde ich am besten.
Grüss.