Aus LinuxUser 02/2011

WLAN, WWAN und Server im Handyformat (Seite 2)

Für Anwendungen, die fest definierte Ports verwenden, wie Online-Spiele oder Programme zum Aufbau von Videokonferenzen, steht im Huawei-Router eine eigene Konfigurationsseite bereit. Auch virtuelle Serverports aktivieren Sie problemlos, so dass der UMTS-WLAN-Router für unterschiedlichste Anwendungen im Client-Bereich vorbereitet ist.

Weltweiter Einsatz

Wer oft im Ausland einen Zugang zum Internet benötigt, beschafft sich dazu aus Kostengründen in aller Regel am Zielort eine Prepaid-SIM-Karte eines lokalen Anbieters. Der Huawei E5 bietet eine passende Option, um unterschiedliche Profile anzulegen. Da er verschiedene Netze unterstützt (Quad-Band für weltweiten Einsatz im 2G-Bereich, Dualband im 2100-MHz-Band des 3G-Segments), eignet sich die Hardware für den Einsatz auf allen Kontinenten. Im Untermenü Verbindungsaufbau | Profilverwaltung legen Sie ein neues Profil an oder verwalten bestehende. Auf diese Weise stellen Sie durch einfachen Wechsel der SIM-Karte und Aktivieren des entsprechenden Profils die Funktion des E5 auch im Ausland sicher.

Qualitätsmanagement

Im Vergleich zu mehreren dedizierten UMTS-HSPA-Karten und USB-Surfsticks für den Einsatz mit dem Notebook zeigte der Huawei E5 im Test ein erfreulich konstantes Leistungsverhalten. So beeindruckte das Gerät mit gleichbleibend hohen Datenübertragungsraten ohne unmotivierte Verbindungsabbrüche, und das sowohl im EDGE- als auch im HSPA-Betriebsmodus.

Die zum direkten Leistungsvergleich herangezogenen und im gleichen Netz betriebenen Option-Cardbus-Karten zeigten selbst mit einem angeschlossenen externen Rundstrahler keine nur annähernd so ausgeglichene Leistung beim Senden und Empfangen wie der Huawei E5. Zudem fielen die Ping-Zeiten bei dem kleinen UMTS-WLAN-Router deutlich besser aus als bei Cardbus-Karten und Sticks, so dass der E5 durchaus als ernstzunehmende Alternative für handelsübliche USB-Surfsticks und UMTS-Karten in Betracht kommt (Abbildung 3).

Abbildung 3: Erstklassige und konstante Empfangsleistung – hier unter Mandriva 2010.1 – bietet der Huawei E5.
Abbildung 3: Erstklassige und konstante Empfangsleistung – hier unter Mandriva 2010.1 – bietet der Huawei E5.

Datenspeicher

USB-Speichersticks haben sich als Medium für den Datenaustausch und das Backup mittlerweile fest etabliert. Mobile Anwender jedoch sind froh über jede Komponente, die sie nicht mit herumtragen müssen. Der Huawei E5 entlastet den Road Warrior von den kleinen Speichermedien, indem er durch den einfachen Einschub einer handelsüblichen MicroSD-Karte zum Flash-Speicher mutiert.

Den MicroSD-Speicher nutzen Sie dann entweder lokal via USB oder rechnerübergreifend im WLAN. Dazu schieben Sie lediglich eine handelsübliche MicroSD-Karte in den dafür vorgesehenen Slot an der linken Seite des E5 und wählen anschließend im Konfigurationsmenü des Routers den Reiter microSD-Karte an. Ein nachfolgender Klick auf die Schaltfläche SD-Karten-Einstellungen oben rechts im Fenster öffnet den Konfigurationsdialog.

Hier legen Sie zunächst fest, ob Sie den Speicher über den Webbrowser für alle im Netz des Huawei-Gerätes befindlichen Computer freigegeben möchten oder ob Sie ausschließlich über die USB-Schnittstelle des Routers auf die Speicherkarte zugreifen wollen. Haben Sie die Freigabe des Speichers aktiviert, dürfen Sie im Falle mehrerer Partitionen auf der MicroSD-Karte den freizugebende Bereich festlegen. Last but not least müssen Sie noch definieren, ob die Anwender im Netz nur eine Leseberechtigung erhalten oder den Wechselspeicher auch beschreiben dürfen (Abbildung 4).

Abbildung 4: Auch die Betriebsmodi für die Speicherkarte legen Sie im Webmanager fest.
Abbildung 4: Auch die Betriebsmodi für die Speicherkarte legen Sie im Webmanager fest.

Die Software erlaubt keine simultanen Zugriff auf die Speicherkarte sowohl über eine lokale USB-Schnittstelle als auch mithilfe des Web-Managers. Ein weiteres Manko der Serverfunktion besteht in der mangelnden Flexibilität der Browserschnittstelle. So ist es nicht möglich, komplette Ordnerhierarchien in einem Durchgang zu kopieren, was die Funktionalität des E5 als Backup-Medium bei mehreren angeschlossenen Clients stark einschränkt.

Das Löschen von mehreren Dateien, die auf dem Huawei E5 liegen, gestaltet sich per Webinterface eher umständlich: Nach dem Wechsel in den entsprechenden Ordner wählen Sie die zu löschenden Daten einzeln durch Setzen eines Häkchens vor jeder zu entfernenden Datei aus. Befinden sich einige hundert Dateien in einem Ordner, artet dieses Prozedere schnell zu einer Geduldsprobe aus.

Daher empfiehlt es sich bei großen zu sichernden und freizugebenden Datenbeständen, den Huawei E5 zunächst als lokalen Datenträger an der USB-Schnittstelle einzurichten, um dann ganze Verzeichnisbäume per Drag & Drop zu kopieren. Anschließend stehen diese Datenbestände nach Aktivieren der Freigabe allen angeschlossenen Rechnern bereit.

Fazit

Beim Huawei E5 stimmt fast alles: das einfaches Bedienkonzept, die durchdachte Konfiguration, das solide Gehäuse und der nahezu perfekt auf den Einsatzbereich abgestimmter Funktionsumfang. Lediglich das etwas umständliche Interface des Dateiservers und die daraus resultierenden Einschränkungen beim Verwalten größerer Datenarchive fallen unangenehm auf. Mobilen Anwender, die den Netzzugriff bislang mithilfe eines USB-Surfsticks oder einer Cardbus-UMTS-Karte realisiert haben, bietet der Huawei E5 zudem aufgrund seines ausgeglichenen Leistungsverhaltens eine ernsthafte Alternative. 

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1 Kommentar auf "WLAN, WWAN und Server im Handyformat"

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Geht auch mit den meisten Symbian/Android-Phones und der passenden (kostenlosen…) Software! Trotzdem sicherlich nützlich.