Aus LinuxUser 02/2011

Cewe Fotobuch-Designer (Seite 2)

Anders als die in der letzten Ausgabe getestete Software von Farbglanz [3] unterstützt die Cewe-Software alle gängigen Tastaturkürzel und Funktionstasten. Zum Löschen eines Bild reicht es entsprechend aus, [Entf] zu drücken. Die Software erkennt dabei auch eine Mehrfachauswahl und entfernt alle angewählten Aufnahmen. Per [Strg]+[X] und [Strg]+[V] verschieben Sie ein Bild von der einen Stelle an eine andere, was im Test aber nicht komplikationsfrei funktioniert. Das Rückgängigmachen der letzten Aktionen via [Strg]+[Z] bereitete dagegen keinerlei Probleme.

Um das Bild an einer anderen Stelle auf der Seite zu platzieren, markieren Sie es und ziehen es bei gedrückter Maustaste am Rahmen an die gewünschte Stelle. Die Position überlappender Aufnahmen legen Sie über Objekt eine Ebene nach vornehinten aus dem Kontextmenü fest. Eine einstellbare Transparenz, wie sie die Software von Farbglanz bietet, fehlt der von Cewe allerdings.

Möchten Sie eine vielleicht nicht hundertprozentig gelungenen Aufnahme aufwerten, legen Sie ein Passepartout darüber. Wechseln Sie dazu in der linken Spalte in den Reiter Layout und danach in Passepartout. Die Software enthält bereits mehrere Dutzend davon, die Sie via Drag & Drop auf die gewünschte Aufnahme ziehen. Reicht die Auswahl nicht aus, genügt ein Klick auf den Button mehr herunterladen…, um weitere Passepartouts auf dem Rechner zu installieren.

Feinschliff

Zum Nachbearbeiten von Bildern bringt die Cewe-Software ein rudimentäres Bildbearbeitungsprogramm mit. Um es zu nutzen, klicken Sie doppelt auf die gewünschte Aufnahme, worauf das Modul startet (Abbildung 4). Da das Öffnen des Fotoeditors im Test sporadisch zum Absturz des Programms führte, empfiehlt es sich, das Album zuvor via [Strg]+[S] zu sichern.

Der Bildeditor Es enthält neben dem Bearbeitungwerkzeug allerdings noch diverse andere Elemente, etwa zum Festlegen der Grundeinstellungen, weswegen sein Aufbau unübersichtlich erscheint. Ein Klick auf das Icon mit den stilisierten Schiebereglern in der Menüleiste öffnet das Korrekturwerkzeug für Helligkeit, Kontrast und Farbton. Ein vernünftiger Weißabgleich fehlt dem Programm.

Abbildung 4: Auch wenn der Funktionsumfang des Cewe-Fotoeditors bei Weitem nicht an den darauf spezialisierter Bildbearbeitungsprogramme heranreicht, genügt er doch für die wichtigsten Korrekturen.
Abbildung 4: Auch wenn der Funktionsumfang des Cewe-Fotoeditors bei Weitem nicht an den darauf spezialisierter Bildbearbeitungsprogramme heranreicht, genügt er doch für die wichtigsten Korrekturen.

Eher an die verspielten Naturen richten sich die Funktionen, die sich hinter dem Icon F (Fenster für Fotoeffekte) verbergen. Mit ihnen verzerren Sie die Aufnahmen in allen denkbaren Varianten oder lassen sie als Gemälde oder Kohlezeichnung erscheinen. Im Test fiel dabei auf, dass zum einen die angezeigte Vorschau nicht immer mit der tatsächlichen Ausgabe übereinstimmt und zum anderen das Anwenden des Effekts unter Umständen minutenlang dauert und dabei die den im Testrechner verbauten Prozessor Intel Core i5 650 beinahe vollständig auslastet.

Ärgerlich auch, dass eine Funktion zum Rückgängigmachen der letzten Aktion fehlt. Ein Klick auf Verwerfen setzt stets sämtliche Bearbeitungsschritte zurück.

Schreib mal wieder…

Wie alle Fotobuchprogramme verfügt auch das von Cewe über ein Textmodul, mit dem Sie Seiten oder Bilder beschriften. Um einen Text hinzuzufügen, klicken Sie in der Schalterleiste über dem Hauptfenster auf das Symbol T mit einem Plus darüber. Daraufhin öffnet sich eine Box, in den Sie Ihren Text schreiben. Anders als die Farbglanz-Software enthält dieses Programm eine auf Hunspell basierende Rechtschreibkorrektur, die falsch geschriebene Wörter rot unterstreicht und im Kontextmenü entsprechende Korrekturvorschläge unterbreitet. Neben den üblichen Formatierungen wie Größe oder Farbe ermöglicht das Programm es Ihnen, Buchstaben farbig zu umranden. Vor allem wenn Sie den Text auf Bildern mit unruhigem Hintergrund platzieren, steigert das die Lesbarkeit erheblich (Abbildung 5).

Abbildung 5: Mit der farblichen Umrandung lässt sich die Schrift vor allem über unruhigen Hintergründen deutlich besser lesen.
Abbildung 5: Mit der farblichen Umrandung lässt sich die Schrift vor allem über unruhigen Hintergründen deutlich besser lesen.

Um an diese Funktion zu gelangen, klicken Sie zunächst auf den kleinen abwärts gerichteten Pfeil unterhalb des Textmenüs und klicken im Flyout-Menü auf das Schraubenschlüsselsymbol. Im Konfigurationsfenster aktivieren Sie die Checkbox Farbige Buchstabenränder und wählen danach dessen Farbe und Stärke. Möchten Sie die Änderungen nur auf den markierten Text anwenden, klicken Sie auf Aktuell ausgewählte Texte ändern. Um die Einstellungen auf das komplette Dokument anzuwenden, wählen Sie Alle Texte im Buch anpassen.

Negativ fiel der relativ begrenzte Umfang an verfügbaren Schriften auf, der neben den Standards wie Verdana und Arial nur wenig zu bieten hat. Eine nachträgliche Installation von Fonts, wie das die Software von Farbglanz erlaubt, kennt die Cewe-Anwendung nicht.

Fazit

Die Fotobuchsoftware von Cewe zeigt sich wie bereits der Vorgänger solide, weitgehend übersichtlich strukturiert und einfach zu bedienen. Bereits nach kurzer Einarbeitungszeit kommen auch Einsteiger problemlos mit dem Programm zurecht. Im direkten Vergleich mit der Software von Farbglanz, die wir in der letzten Ausgabe testeten, bietet die Cewe-Anwendung einige Vorteile – aber auch Nachteile. Auf der Habenseite verbucht Cewe das besser ausgestattete Bildbearbeitungsmodul, die automatische Rechtschreibkorrektur und die farbliche Umrandung der Schriften. Dagegen fehlen Transparenzen für Bildern oder das Verwenden nachträglich installierter Systemfonts. 

Infos

[1] Cewe: http://www.cewe-fotobuch.de

[2] Händlerübersicht: http://www.cewe.de/fotobuecher/fotobuch-haendler-uebersicht/

[3] DPS-Artikel: Thomas Leichtenstern, „Buchmacher“, LinuxUser 12/2010, S. 70: http://www.linux-community.de/22211

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