Aus LinuxUser 07/2010

Bilder im Batch-Betrieb konvertieren mit Converseen

© LNM AG

In einem Rutsch

Statt massenweise Bilder in endlosen Klickorgien von einem Format ins andere umzuwandeln, erledigen Sie mit Converseen diese Arbeit bequem via GUI im Stapelbetrieb.

Möchten Sie eine Grafik von einem in ein anderes Format umwandeln, gibt es die Möglichkeit, das Bild in Gimp zu laden und im gewünschten Format abzuspeichern. Geht es aber darum, Dutzende oder Hunderte von Bildern umzuwandeln, dann brauchen Sie einen Batch-Konverter. Erfahrene Anwender greifen in diesen Fällen sofort auf die ImageMagick-Tools oder (besser) deren GraphicsMagick-Pendants zurück, die allerdings nur auf der Befehlszeile arbeiten. Converseen [1] will hier Abhilfe schaffen und bietet ein GUI für das Konvertieren an.

Installation

Bisher gibt es für Converseen noch keine fertigen Pakete. Daher holen Sie sich zunächst das aktuelle Archiv (aktuell Version 0.3) mit den Quelltexten aus dem Netz [2] und entpacken es. Sehr leicht geht das übrigens mit dem Programm aunpack aus dem Paket Atool [3].

Nach dem Wechsel in das beim Auspacken entstandene Verzeichnis bereiten Sie via QMake ein Makefile vor, welches Make dann verwendet. Dabei kommt die QMake-Variante der Version 4 zum Einsatz, die zum Beispiel bei Ubuntu qmake-4qt heißt. Andere QMake-Versionen erzeugen Fehler. Natürlich müssen Sie die entsprechenden Development-Pakete installiert haben; das Paketmanagement regelt dies normalerweise automatisch. Die komplette Aufrufkette zur Installation lautet:

$ tar -xvf converseen_0.3_src-tar.bz2
$ cd converseen_0.3
$ qmake && make
$ su
# make install

Vor dem letzten Schritt empfiehlt es sich, zu prüfen, was Make bei der globalen Installation vorhat. Über die Option -n zeigt Make nur die Aktionen an (Listing 1). Dabei zeigt sich, dass Converseen sich unter /usr/bin und nicht wie üblich unter /usr/local/bin installiert würde. Möchten Sie dies nicht, bearbeiten Sie das Makefile oder führen die Aktionen manuell aus, wobei Sie als Ziel immer /usr/local statt /usr verwenden.

Listing 1

# make -n install
test -d /usr/bin/ || mkdir -p /usr/bin/
install -m 755 -p "converseen" "/usr/bin/converseen"
test -d /usr/share/converseen/ || mkdir -p /usr/share/converseen/
install -m 644 -p /tmp/converseen_0.2.1/loc/converseen_it_IT.qm /usr/share/converseen/
install -m 644 -p /tmp/converseen_0.2.1/loc/converseen_pl_PL.qm /usr/share/converseen/
install -m 644 -p /tmp/converseen_0.2.1/loc/converseen_hu_HU.qm /usr/share/converseen/
test -d /usr/share/pixmaps/ || mkdir -p /usr/share/pixmaps/
install -m 755 -p /tmp/converseen_0.2.1/res/converseen.png /usr/share/pixmaps/
test -d /usr/share/applications/ || mkdir -p /usr/share/applications/
install -m 755 -p /tmp/converseen_0.2.1/res/converseen.desktop /usr/share/applications/

Stapelbetrieb

Ubuntu und viele andere Distributionen integrieren Converseen automatisch in die Menüs, wo das Programm unter Grafik erscheint. Der Einsatz von Converseen gestaltet sich denkbar einfach: Bilder laden, gewünschtes Zielformat und Zielordner auswählen, konvertieren, fertig. Das Laden erfolgt über Open Images und Add Images, wobei Sie mehrere Bilder markieren, indem Sie beim Klick mit der Maus gleichzeitig [Umschalt] oder [Strg] drücken. Jetzt kennt Converseen die Bilder, hat sie aber fürs Bearbeiten noch nicht vorgemerkt, wie die Checkboxen vor den Dateinamen zeigen. Die Buttons in der untersten Zeile steuern die Auswahl.

Über Convert to stellen Sie das Zielformat für alle ausgewählten Bilder ein. Dabei dürfen Sie aber nur ein Format auswählen, in das die Software die Dateien nacheinander umwandelt. PDF, TIFF und einige andere Formate wären durchaus in der Lage, mehrere Bilder in einer Datei aufzunehmen, Converseen bietet diese Möglichkeit aber bisher nicht an. Über Convert starten Sie das Bearbeiten aller ausgewählten Bilder unter Berücksichtigung der momentan eingestellten Optionen.

Viele Einstellungen bietet Converseen bisher nicht: Unter Image Settings stellen Sie Kompressionsraten (und damit bei JPG die Qualität) für PNG und JPG ein. Im linken Bereich des Fensters haben Sie die Möglichkeit, über Dimensions Parameter zum Skalieren anzugeben. Das Verzeichnis, in dem Converseen die Ergebnisse speichert, und die dabei verwendeten Dateinamen konfigurieren Sie in den Output Options.

Fazit

Converseen reicht bei weitem nicht an den Funktionsumfang von Convert heran. Die genannten Features erledigt Converseen aufgrund der verwendeten Libraries allerdings sehr ordentlich. 

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2 Kommentare auf "Bilder im Batch-Betrieb konvertieren mit Converseen"

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….. warum soll es kein fertiges Paket geben? Zumindest für openSUSE ist dies im Packman-Depot zu finden.