Aus LinuxUser 05/2010

Distributionen

Distributions-News

Rebellisches Erdmännchen

Mark Shuttleworth hat das im Oktober 2010 erscheinende Ubuntu 10.10 auf den Namen „Maverick Meerkat“ getauft und gleichzeitig einige strategischen Ziele für die Entwicklung genannt (http://www.markshuttleworth.com/archives/336). Auf der Wunschliste des Ubuntu-Mäzens stehen unter anderem ein schlanker Footprint, ein blitzschneller Bootvorgang, ein bedienerfreundlicheres Interface insbesondere für die Netbook-Edition sowie Cloud-Computing auf der Server-Version. Insgesamt soll aus dem Nachfolger von Ubuntu 10.04 nichts weniger werden als die „the perfect 10“, so Shuttleworth.

Linux Mint 8 XFCE

Anfang April hat Linux-Mint-Hauptentwickler Clement Lefebvre eine Mint-8-Version mit dem schlanken XFCE-Desktop freigegeben. Mint 8 „Helena“ XFCE (http://tinyurl.com/lu1005-helena) basiert auf Xubuntu 9.10 mit Kernel 2.6.31, X.org 7.4 und dem aktuellen XFCE 4.6.1. Zu den wichtigsten Neuerungen zählen konfigurierbare Menüs, ein neuer System-Tray sowie umfangreiche Verbesserungen bei Software- und beim Update-Manager. Daneben wurde die Software-Ausstattung an vielen Stellen auf den neuesten Stand gehoben.

Der verbesserte Software-Manager von Mint 8 XFCE kommt jetzt auch mit Mehrfachauswahlen zurecht.
Der verbesserte Software-Manager von Mint 8 XFCE kommt jetzt auch mit Mehrfachauswahlen zurecht.

Mini-DebConf auf dem LinuxTag

Beim diesjährigen LinuxTag in Berlin vom 9. bis 12. Juni wird es eine parallele Debian-Konferenz geben (http://tinyurl.com/lu1005-minideb). Sie richtet sich nicht nur an Debian-Entwickler, sondern auch an interessierte Anwender. Auf dem Themenplan der Mini-DebConf stehen unter anderem eine Vortragsreihe zu Debian, Podiumsdiskussionen mit provokanten Themen und eine Bug-Squashing Party für Debian 6 im Debian-Hackcenter.

Spezielle OpenSuse-Version als KDE-Netbook-Referenz

Mit der Plasma Netbook Reference Platform stellen die KDE-Entwickler eine spezielle Linux-Distribution zur Verfügung, mit der sich die Netbook-Variante von KDE sehr einfach testen lässt. Die neue KDE-Variante basiert auf OpenSuse 11.2 und wurde komplett im OpenSuse-Buildservice gebaut. Die Plasma Netbook Reference Platform steht als rund 500 MByte großes, komprimiertes RAW-Abbild auf den OpenSuse-Spiegelservern (etwa http://download.opensuse.org) im Verzeichnis repositories/KDE:/Netbook/images/ zum Download bereit. Zur Installation entpackt man das mit Bzip2 komprimierte Abbild und überspielt es anschließend auf einen mindestens 2 GByte großen USB-Stick. Wer sich an der Entwicklung der Plasma Netbook Reference Platform beteiligen möchte, findet die Plasma-Hacker im Kanal #plasma-netbook auf irc.freenode.net, auch die Plasma-Devel-Mailingliste (http://tinyurl.com/lu1005-plasma) eignet sich als Einstieg.

Schlichte Oberfläche, gut klickbare Symbole: Die Plasma-Netbook-Version von KDE SC 4.4.
Schlichte Oberfläche, gut klickbare Symbole: Die Plasma-Netbook-Version von KDE SC 4.4.

Parted Magic 4.9 mit Chromium und Zsync

Parted-Magic, ein Live-Linux mit Programmen zum Partitionieren und zur Datenrettung, ist in Version 4.9 verfügbar. Neben Bugfixes gibt es einige Neuerungen. Die Änderungen betreffen beispielsweise den Kernel, den die Entwickler von alten IDE-Treibern befreit haben. Festplatten heißen also nicht mehr /dev/hdX, sondern /dev/sdX, CD-/DVD-Laufwerke /dev/srX. Unter den Anwendungen findet sich statt Googles Chrome-Browser dessen Open-Source-Ausgabe Chromium, Neuzugänge sind das Lowlevel-Diagnosetool Mhdd, der Textbrowser Elinks und das Synchronisationsprogramm Zsync. Parted Magic 4.9 steht auf der Programm-Homepage als Image für CDs, USB-Sticks sowie zum Booten über PXE und Grub4DOS zum Download bereit.

Red Hat trotz Krise auf Erfolgskurs

Im Jahresabschlussbericht für das abgelaufene Fiskaljahr weist Red Hat (http://www.redhat.com) einen Gewinn von 87 Millionen US-Dollar aus, etwa 8 Millonen Dollar mehr als im Vorjahr. Der Umsatz stieg im gleichen Zeitraum um 15 Prozent auf 748 Millionen US-Dollar. Den Löwenanteil daran, 638 Millionen Dollar, machten die Subskriptionen aus, der Bereich Training und Services trug rund 109 Millionen US-Dollar zum Umsatz bei. Trotz des schwierigen wirtschaftlichen Gesamtumfelds stellte das Unternehmen im Verlauf des Jahrs 350 neue Mitarbeiter ein.

KURZ NOTIERT

Der Support für Ubuntu 8.10 „Intrepid Ibex“ läuft zum 30. April 2010 aus, danach gibt es keine weiteren Bugfixes oder Security-Patches mehr (http://tinyurl.com/lu1005-ibex). Das Projekt empfiehlt daher eine umgehende Aktualisierung auf Version 9.04 „Jaunty Jackalope“.

Dienste, die lange Internetadressen zu kurzen URLs umwandeln, stehen hoch im Kurs. Jetzt plant auch das Debian-Projekt einen solchen Service, deb.li. Der neue URL-Shortener befindet sich derzeit in der Beta-Phase.

Ein weiterer kommerzieller Dienst findet Eingang in Ubuntu 10.04: Zukünftig lassen sich die Adressbücher von Handys über Ubuntu One synchronisieren (https://edge.one.ubuntu.com/phones/). Wie gut das klappt, lässt sich innerhalb einer 30-tägigen Testphase ergründen, danach kostet der Service Geld.

Imad Sousou, Chef des Intel Open Source Technology Center, hat für Entwickler erste Teile von Meego veröffentlicht (http://meego.com/community/blogs), dem neuen aus der Verschmelzung von Maemo und Moblin hervorgegangenen Mobile-Linux. Das erste komplette Release mit Betriebssystem und Services für Telefonie, Internet und Dateiverwaltung soll im Mai folgen.

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