Aus LinuxUser 04/2010

Distributionen

Distributions-News

Ubuntu alarmiert User via Twitter

In der Theorie sollte das zwar eigentlich nicht passieren, in der Praxis geschieht es aber doch hin und wieder: Ein bestimmtes Paket aus den Ubuntu-Archiven sorgt bei einer großen Zahl von Benutzern für Probleme. So etwa im August 2006, als ein Update den X-Server störte und viele Anwender nach dem Reboot vor einem schwarzen Bildschirm saßen. Auf der Ubuntu-Devel-Announce-Liste kündigte Entwickler Robbie Williamson nun eine Maßnahme an, um mit solchen Situationen künftig besser fertig zu werden: Die Microblogging-Dienste Twitter und Identi.ca sollen es richten. Wer http://identi.ca/ubuntustatus oder http://twitter.com/ubuntustatus abonniert, erhält man im Ernstfall zügig eine Warnung. Die sorgt dann im Idealfall dafür, dass die alarmierten Benutzer mit einem Update warten und so von dem Problem verschont bleiben, bis die Entwickler es beheben.

Ubuntu informiert jetzt per Twitter über potenziell fehlerbehaftete Updates.
Ubuntu informiert jetzt per Twitter über potenziell fehlerbehaftete Updates.

Kleine Susie: OpenSuse-Live-CD mit KDE 3.5.10

Ein ungarischer Linux-Fan mit dem Pseudonym eCaffee hat im Suse-Studio eine OpenSuse-Live-CD mit KDE 3.5.10 gebaut, um der Nachfrage nach dem „traditionellen KDE“ gerecht zu werden. „Little Susie feat. KDE3“ (http://borzsonynet.hu/linux/Susie/) basiert auf OpenSuse 11.1 (Kernel 2.6.27) und enthält eben den offiziellen Paketen auch einige kommerzielle Programme, darunter Skype und den Flashplayer. Zudem hat der Maintainer MPlayer, aMSN und einige weitere nützliche Programme vorinstalliert. Die Distribution befindet sich zurzeit noch im Beta-Stadium, die recht bunt gehaltene grafische Oberfläche startet zudem in der Grundeinstellung auf ungarisch. Wie man Sie ohne größere Umstände eindeutscht, beschreibt eCaffee in einem Posting auf LinuxCommunity.de (http://tinyurl.com/lu1004-susie). Die Entwickler arbeiten zurzeit noch an ein paar Fehlerbereinigungen, zudem möchte man noch sämtliche Novell/OpenSuse-Logos aus der Live-CD entfernen.

Bunte Oberfläche, solide Basis: Little Susie feat. KDE3 mit KDE 3.5.10.
Bunte Oberfläche, solide Basis: Little Susie feat. KDE3 mit KDE 3.5.10.

SysRescCD aufgefrischt

Die auf Gentoo basierende System Rescue CD (http://www.sysresccd.org)ist in Version 1.4.0 erschienen. Die Live-CD zur Datenrettung und Systemreparatur bootet jetzt auch via NFSv3 oder von Netzwerk-Blockgeräten (NBD). Entwickler François Dupoux hievte zudem den Kernel auf Version 2.6.32.9, integrierte ZFS-fuse 0.6.0 und aktualisierte zahlreiche Software-Komponenten. Das 245 MByte kleine ISO-Image der Distribution laden Sie über die SysRescCD-Homepage herunter.

LFS 6.6 erschienen

Die Anfang März erschienene Version 6.6 der Linux-Eigenbau-Anleitung Linux from Scratch (LFS, http://www.linuxfromscratch.org) bringt gegenüber dem Vorgänger zahlreiche Updates mit und setzt jetzt auf Kernel 2.6.32.8, GCC 4.4.3 und Glibc 2.11.1 auf. Zu den wichtigsten aufgefrischten Komponenten zählen daneben Grub 1.97.2, Udev 151, die Coreutils 8.4 und Gzip 1.4. In Form einer Schritt für Schritt-Anleitung zeigt LFS, wie man ein Linux-System aus Quellpaketen selbst erstellt, und vermittelt so einen tiefen Einblick in den Aufbau und die Abläufe des freien Betriebssystems. Die gut 300 Seiten umfassende LFS-Anleitung lässt sich online lesen oder in den Formaten HTML, XML, PDF von der LFS-Website herunterladen.

Moblin + Maemo = Meego

Das Open-Source-Projekt Meego (http://meego.com) will Moblin und Maemo zu einer gemeinsamen Mobilplattform verschmelzen. Intel und Nokia arbeiten dazu mit der Linux Foundation zusammen. Meego soll auf Netbooks, Tablets, Smartphones, netzwerkfähigen Fernsehern und Media-Centern im Auto laufen. Die Gemeinsamkeit dieser Hardware besteht also in beschränkten Ressourcen und Abmessungen sowie in der Ausrichtung auf Internet und Kommunikation.

Meego erhält Nokias GUI-Toolkit Qt zur Anwendungsentwicklung sowie die Performance-Optimierungen aus Intels Moblin. Dabei soll der System-Footprint klein, die Software-Auswahl möglichst groß ausfallen. Die Leitung des Open-Source-Projekts legen die Partner in die Hände der Linux Foundation, die auch die Markenrechte an Meego hält.

Die Komponenten der Software stehen unter von der Open Source Initiative abgesegneten Lizenzen. Beim Betriebssystem erbt Meego die GPLv2 des Linux-Kernels, für alles andere soll möglichst die LGPLv2 zum Einsatz kommen. Die GPLv3 möchten die Projektteilnehmer dagegen lieber meiden. Für alles, womit der Anwender in Kontakt kommt, sieht das Projekt industriefreundliche BSD-Lizenzen vor.

Mit einem ersten Release von Meego rechnen die Entwickler bereits im zweiten Quartal, der Quellcode soll in den kommenden Wochen frei verfügbar werden. Weitere Informationen in Text und als Videos gibt es auf der Meego-Homepage.

Die Architektur des Meego-Systems. Das Kürzel UX steht für "User Experience", also die Komponenten, die der Anwender zu Gesicht bekommt.
Die Architektur des Meego-Systems. Das Kürzel UX steht für „User Experience“, also die Komponenten, die der Anwender zu Gesicht bekommt.

Kurz notiert

Das Debconf-Team hat den Zuschlag für die im Spätsommer stattfindende DebConf11 an Banja Luka (Bosnien und Herzegowina) vergeben (http://foolcontrol.org/?p=866). Damit setzte sich die Hauptstadt der Republika Srpska gegen die bis zuletzt im Rennen verbliebenen Mitbewerber Quito (Ecuador) und München durch.

Wie ein Planet-KDE-Blogger über Hinweise in einem russischen Weblog entdeckte (http://tinyurl.com/lu1004-nkorea), gibt es auch in Nordkorea eine heimische Linux-Distro namens „Roter Stern“. Auf welchem technischen Unterbau sie beruht, ist unklar; als Desktop dient KDE 3.5.

Das Release von Fedora 13 wird sich gegenüber der ursprünglichen Planung leicht verzögern. Die erste Alpha von „Goddard“ erschien Anfang März mit einer Woche Verspätung, die Final soll am 11. Mai fertig sein (http://tinyurl.com/lu1004-goddard).

Der französische Distributor Mandriva ist der ARM Connected Community beigetreten. Diese Tochterorganisation der ARM Holding (http://www.arm.com) dient als Partnernetzwerk rund um die ARM-Prozessorarchitektur und lizenziert das CPU-Design und passende Tools an die über 600 Partner.

Der Security-orientierte bulgarische Slackware-Ableger NetSecL (http://netsecl.com) bringt in Version 2.6 nun auch Qemu 0.10.2 sowie Sektion srv neue Serversoftware mit. Mit der Stack-Smashing-Protection von GCC kompiliert, integriert NetSecL die Least-Privilege-Patches von PAX. Daneben enthält es enthält Auditing-Tools wie Nmap, Nessus, Ettercap und Metasploit.

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