Aus LinuxUser 04/2010

Debian für Schüler und Lehrer

Nimm Vier

Trotz des programmatischen Namens Skolelinux eignet sich die vielseitige Education-Spielart von Debian auch ausgezeichnet für den Einsatz im Heimnetz.

README

Skolelinux zielt auf den Einsatz in Schulen und Bildungseinrichtung. Dazu bringt es auf einer DVD vier Installationsvarianten für Server und Clients mit und erlaubt so den Aufbau komplexer Netzwerke.

Das Wort Skole stammt aus dem Norwegischen und bedeutet Schule. Der Name Skolelinux [1] ist also Programm: Der 2001 in Norwegen von Knut Irvin und Petter Reinholdtsen gestartete und heute vom Debian-Edu-Projekt betreute Debian-Ableger zielt insbesondere darauf ab, die Anforderungen von Schulen und anderen Bildungseinrichtungen zu befriedigen. Lehrer und Schüler können die Distribution in der Schule und zu Hause ohne Lizenzeinschränkungen nutzen. Dazu bringt Skolelinux eine reiche Auswahl an Lernsoftware mit ([2],[3]).

In Deutschland setzten die ersten Schulen 2002 Skolelinux ein. Bereits 2004 gewann Skolelinux in Hamburg ein Auswahlverfahren für Schulserver und erzielte den Status der Standard-Linux-Lösung für Hamburger Schulen. In einem weiteren Entscheidungsprozess wählte 2007 das Bildungsministerium von Rheinland-Pfalz Skolelinux als Linux-Lösung für das Bundesland.

Die Skolelinux-5.0-DVD basiert auf Debian „Lenny“ und umfasst die 32- und 64-Bit-Spielarten der Distribution. Sie bietet zum einen einen klassischen Desktop mit KDE-3-Oberfläche zur Installation an, der sich auch bestens zum Einsatz auf dem Heim- oder Büro-PC eignet (Einzelplatzmaschine). Zum anderen stellt sie beim Einrichten drei auf den Einsatz im Schulnetz abzielende so genannte Profile [4] zur Auswahl: den Hauptserver für eine zentrale Maschine im Schulnetz, den Terminal-Server für die Versorgung von schlanken Workstations und den Arbeitsplatzrechner für die Clients im Schulnetz. Mit diesen Installationstypen lassen sich komplette Netze (Abbildung 1) mit mehreren hundert Clients zentral einrichten und verwalten.

Abbildung 1: So oder ähnlich sieht ein typisches Netzwerk-Setup mit Skolelinux aus.
Abbildung 1: So oder ähnlich sieht ein typisches Netzwerk-Setup mit Skolelinux aus.

Die Installation von Skolelinux ist im Handumdrehen erledigt: Nach dem Start von DVD wählen Sie zunächst die passende Lokalisierung und das gewünschte Profil für die Installation aus. Dann nehmen Sie entweder eine manuelle Partitionierung vor oder lassen Skolelinux diese automatisch erledigen. Nun fragt der Installer noch das Root-Passwort sowie die Kontendaten für einen ersten Benutzer ab und spielt anschließend die Software ein – in der Desktop-Version umfasst das rund 1100 Anwendungen und Tools mit einem Umfang von 4,6 GByte. Zu guter Letzt wirft Skolelinux die DVD aus und bootet neu. Jetzt können Sie das frisch eingerichtete System erkunden. 

Technische Daten

Name Skolelinux
Version 5.0
Basis Debian 5.0
Release 09.02.2010
Kernel 2.6.26
Desktop KDE 3.5.10
X-Server 1.4.2
Architektur i386, x86_64
Orientierung Server und Client für Schulen und Bildungseinrichtungen

Infos

[1] Skolelinux: http://www.skolelinux.de

[2] Lernsoftware in Skolelinux: http://wiki.skolelinux.de/LernSoftware

[3] Lernsoftware im Überblick: F. Thommes, J. Luther, „Die Top 50“, LinuxUser 09/2009, S. 30, http://www.linux-community.de/18406

[4] Skolelinux-Profile: http://developer.skolelinux.no/arkitektur/arkitektur.html.de

LinuxUser 04/2010 KAUFEN
EINZELNE AUSGABE Print-Ausgaben Digitale Ausgaben
ABONNEMENTS Print-Abos Digitales Abo
TABLET & SMARTPHONE APPS
Deutschland

Hinterlasse einen Kommentar

  E-Mail Benachrichtigung  
Benachrichtige mich zu: