Aus LinuxUser 02/2010

Aktuelle Software im Kurztest

Angetestet

Mit Dstat die Systemlast im Blick behalten

Dstat präsentiert sich als effizientes Werkzeug zur Analyse von Systemparametern wie der Auslastung von CPU, Speicher und Netzwerk. Das Python-Tool ist Bestandteil jeder besseren Distribution und versteht sich als Ersatz für Programme wie Vmstat, Iostat, Netstat, Nfsstat and Ifstat. Es bietet die Möglichkeit, verschiedenste Daten wie Festplattenzugriffe oder Netzwerklast in einem einheitlichen Zeitfenster zu erfassen. Dstat stellt die ermittelten Werte sofort tabellarisch dar und fügt jede Sekunde eine neue Zeile mit aktuellen Werten hinzu.

Darüber hinaus bereitet das Programm die Ausgabe farblich auf, was die Orientierung erleichtert, und speichert auf Wunsch die Werte als CSV-Datei – ideal für die Weiterverarbeitung in einer Tabellenkalkulation. Diese und weitere Optionen legen Sie via Kommandozeilenparameter je nach Bedarf fest. Neben Informationen wie Speicher- oder Netzwerkauslastung erfasst Dstat auch Daten über laufende Prozesse, die Swap-Auslastung oder die Nutzung asynchroner I/Os.

Darüber hinaus erweitern Sie gegebenenfalls mit über 50 externen Plugins – wie Dstat selbst in Python geschrieben – den Funktionsumfang des Tools. Die Palette reicht dabei vom Prüfen des Akkuzustands über MySQL- und NFS-Auswertungen bis hin zum Ermitteln von WLAN-Daten. Eine vollständige Liste aller Plugins liefert der Aufruf dstat --list.

Dstat 0.7.0

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://dag.wieers.com/home-made/dstat/

Wertung

Dstat vereint die wichtigen Funktionen der gängigen Systemanalyse-Tools, wobei eine CSV-Exportfunktion das Weiterverarbeiten der erfassten Daten erleichtert.

Durchblick im Schriftendschungel mit Font-Manager

Moderne grafische Oberflächen warten mit einer schier unüberschaubaren Zahl an Schriften auf. Font-Manager geht Ihnen bei der Verwaltung dieser Vielfalt zur Hand. Das Tool listet alle Schriftarten nach Kategorien geordnet auf. Dabei unterscheidet es standardmäßig zwischen den Kategorien System, Alle Schriftarten und User off. Letztere enthält alle vom Anwender deaktivierten Schriften. Welche Schriften es im System gibt, ermittelt das Programm selbstständig, indem es die Standardverzeichnisse der Distribution durchsucht. Sie können aber auch Suchpfade zu eigenen Schriften hinzufügen.

Die in der jeweiligen Kategorie enthaltenen Schriften listet Font-Manager im oberen Fensterbereich alphabetisch auf. Sie navigieren beliebig durch diese Liste, fragen dabei Informationen zu ausgewählten Schriften ab oder (de-)aktivieren einzelne Fonts. Nicht mehr benötigte Schriftarten entfernt Font-Manager auf Wunsch komplett. Aber auch bei der Installation neuer Schriften assistiert das Programm. Zur besseren Übersicht lassen sich Schriften in Gruppen zusammenfassen, denen Sie weitere Fonts per Drag & Drop hinzufügen. Eine Suchfunktion erleichtert darüber hinaus das Auffinden einer Schrift in den endlosen Listen.

Da Schriftbezeichnungen oft wenig Aussagekraft besitzen, stellt Font-Manager stets eine Schriftprobe der aktuellen Schrift im unteren Fensterbereich dar. Dabei lässt sich der Font in Ausprägung und Größe variieren. Über eine Zeichentabelle gibt das Tool Aufschluss, welche Symbole die jeweilige Schriftart in den unterschiedlichen Schriftsystemen wie Lateinisch oder Kyrillisch enthält. Zusätzlich können Sie ausgewählte Schriften anhand eines Beispielsatzes direkt vergleichen. Beim Vergleich von mehr als fünf Schriften büßt die Funktion jedoch an Übersichtlichkeit ein.

Font-Manager 0.4.2

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://code.google.com/p/font-manager/

Wertung

Der intuitiv bedienbare Font-Manager eignet sich hervorragend zum Verwalten größerer Schriftmengen.

Mit Gajim einfach drauflos chatten

Multiprotokoll-Messenger zur Zeit stark in Mode. Wer aber lediglich einen guten Jabber-Client benötigt, dem bietet Gajim eine interessante und funktionsreiche Alternative. Nach dem Start integriert sich Gajim als Symbol im System-Tray der jeweiligen grafischen Oberfläche. Beim Anklicken öffnet sich ein Fenster mit einer Liste aller aktiven Kontakte öffnet, die das Anpassen der jeweiligen Kontaktparameter erlaubt. So lässt sich beispielsweise ein Kontakt umbenennen, mit einem neuen Avatar versehen oder einfach blockieren, um nur einige Funktionen zu nennen.

Neben den Kontakten zeigt Gajim auch die eigenen Benutzerkonten in der Kontaktliste an. Ein Schloss oder Schlüsselbund hinter dem jeweiligen Benutzerkonto signalisiert dabei verschlüsselte Verbindungen zum Server. Während die Client-Server-Verschlüsselung via SSL erfolgt, lässt sich jede Kommunikation individuell mit GPG verschlüsseln, sofern der Client des Gesprächspartners das ebenfalls unterstützt. Anwender hinter einer restriktiven Firewall profitieren besonders von Gajims Proxy-Unterstützung. Dabei verwaltet das Programm problemlos mehrere Proxy-Server, sodass sich jedem Benutzerkonto ein individuelles Exemplar zuweisen lässt. Zur Analyse von Übertragungsproblemen steht eine XML-Konsole bereit, in der Sie auch Befehl direkt eingeben können.

Darüber hinaus bietet das Programm Dateitransfers, eine Gruppen-Chat-Option, eine Rechtschreibprüfung und die Möglichkeit, kontaktspezifische Statusmeldungen festzulegen. So erscheinen Sie für ausgewählte Personen gesprächsbereit, während alle Anderen Sie abwesend wähnen. Genügen Konfigurationsoptionen nicht, tauchen Sie mit dem Konfigurationseditor in die Tiefen von Gajim ab oder bearbeiten die Einstellungsdatei im Verzeichnis .gajim.

Gajim 0.13.1

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://www.gajim.org/

Wertung

Der leistungsfähige Jabber-Client Gajim muss sich hinter Platzhirschen wie Pidgin nicht verstecken.

Im Gnome Simple Stateful Music Player spielt die Musik

Die Wiedergabe von Musik macht bei modernen Mediaplayern wie Amarok nur noch einen Bruchteil des Funktionsumfangs aus, im Vordergrund steht mittlerweile die Verwaltung von Audioarchiven steht. Wollen Sie aber einfach nur Musik hören, kommen Sie mit dem Gnome Simple Stateful Music Player GSSMP voll und ganz auf Ihre Kosten. Zum Abspielen von Dateien benötigt GSSMP die Gnome-Oberfläche sowie das Gstreamer-Media-Framework mit den Bibliotheken libgstreamer und libgnomeui. Dank Gstreamer verarbeitet GSSMP sowohl MP3- als auch OGG-Dateien. Eigene Codecs bringt das Programm nicht mit.

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