Aus LinuxUser 01/2010

Dpkg, Apt und Co. (Seite 2)

Mit der Zeit sammeln sich viele alte Pakete installierter Programme unter /var/cache/apt/archives an. Alle alten Paketversionen entsorgen Sie mit dem Befehl apt-get autoclean. Möchten Sie das Archiv-Verzeichnis gleich komplett leeren, rufen Sie stattdessen apt-get clean auf.

Genauso einfach wie das Installieren von Paketen funktioniert auch das Löschen. Ähnlich wie bei Dpkg können Sie dabei die Konfigurationsdateien wahlweise behalten oder mitsamt der Programmdateien aus dem System entfernen. Ein schlichtes apt-get remove Paket löscht die nur Programmdateien. Die zusätzliche Option --purge entfernt auch die Konfigurationsdateien. Nicht mehr auf dem System benötigte Pakete – also solche, die als Abhängigkeit anderer Pakete ins System kamen – entfernen Sie mittels apt-get autoremove.

Ausführlichere Informationen zu einem Paket fördert der Aufruf apt-cache show Paket zutage – Abbildung 3 zeigt einen Ausschnitt der Informationen zu Firefox. Neben der bloßen Beschreibung gibt Apt-cache unter anderem auch die Abhängigkeiten des Pakets an.

Abbildung 3: Apt-cache zeigt detaillierte Informationen zu bereits installierten oder im Paket-Repository befindlichen Paketen an.
Abbildung 3: Apt-cache zeigt detaillierte Informationen zu bereits installierten oder im Paket-Repository befindlichen Paketen an.

Komfortabler Arbeiten mit Aptitude

Erscheint Ihnen das Gespann Apt-get/Apt-cache als zu umständlich zu bedienen, dann greifen Sie auf Aptitude zurück. Dabei handelt es sich wie bei Apt selbst um ein Tool, das Abhängigkeiten auflöst, den Paketcache aktualisiert, Pakete herunterlädt und auf dem System installiert. Es besitzt aber auch ein Konsolenfrontend (Abbildung 4), mit dem Sie unter anderem komfortabel die verfügbaren Pakete durchforsten. Dazu ist nichts weiteres notwendig, als Aptitude ohne zusätzliche Optionen aufzurufen. Die Bedienung des Frontends erfolgt weitgehend intuitiv, im Zweifelsfall konsultieren Sie die Man- beziehungsweise Info-Page des Programms (man aptitude oder info aptitude).

Abbildung 4: Mit Aptitude stöbern sie bequem im Paket-Repository, (de-)installieren Pakete oder aktualisieren das Systems.
Abbildung 4: Mit Aptitude stöbern sie bequem im Paket-Repository, (de-)installieren Pakete oder aktualisieren das Systems.

Aptitude kombiniert alle Funktionen von Apt-get und Apt-cache in einer Anwendung: Wie gewohnt aktualisieren Sie den Paketcache mit aptitude update oder installieren Pakete mit der Anweisung aptitude install Paket. Programmdateien samt Konfigurationsdaten entfernt aptitude purge Paket aus dem System. Der Befehl aptitude remove Paket dagegen belässt die Konfigurationsdateien am ursprünglichen Ort. Ebenfalls mit an Bord sind die Optionen clean und autoclean zum (teilweise) Löschen des Paketeverzeichnisses sowie show zum Anzeigen der Paketinformationen.

Wie bereits erwähnt, lassen sich möglich Pakete vor einer Aktualisierung „einfrieren“, sodass der Paketmanager sie bei bei einer Aktualisierung nicht überschreibt. Mit Dpkg lässt sich das nur relativ umständlich bewerkstelligen, Aptitude hingegen hat die Optionen hold und unhold bereits fest an Bord. Um ein bereits installiertes Paket nochmals einzurichten, führen Sie aptitude reinstall Paket aus (siehe Abbildung 5).

Abbildung 5: Aptitude bietet die Option <code>reinstall</code> an, mit der Sie ein Paket in der gleichen Version noch einmal installieren.
Abbildung 5: Aptitude bietet die Option reinstall an, mit der Sie ein Paket in der gleichen Version noch einmal installieren.

Fazit

Das Gespann Dpkg/Apt war lange Zeit der Konkurrenz haushoch überlegen, und selbst heute erweist es sich beispielsweise RPM gegenüber als immer noch ebenbürtig. Das Duo lässt sich einfach bedienen und sorgt insbesondere für eine kinderleichte System- oder Distributionsaktualisierung – wie insbesondere Ubuntu zweimal jährlich demonstriert. Wer nicht gerne auf der Konsole arbeitet, der findet in Synaptic [4] eine sehr gute grafische Benutzerschnittstelle zur Paketverwaltung.

Falls Sie sich tiefergehend mit den Fähigkeiten von Apt beschäftigen möchten, sollten Sie einen Blick in das ausgezeichnete Apt-Howto [5] werfen. Es enthält viele weitere Informationen, etwa zur Installation von Paketen nach Bedarf oder dem Einspielen selbst kompilierter Pakete.

Infos

[1] Wiki-Seite zu Dpkg: http://wiki.debian.org/Teams/Dpkg

[2] Red Hat Package Manager: Thorsten Scherf, „Gut sortiert“, LinuxUser 01/2010, S. 42, http://www.linux-community.de/artikel/19915/

[3] Itsy Package Management System: http://handhelds.org/moin/moin.cgi/Ipkg

[4] Synaptic: http://www.nongnu.org/synaptic/

[5] Apt Howto: http://www.debian.org/doc/manuals/apt-howto/index.de.html

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2 Kommentare auf "Dpkg, Apt und Co."

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Zitat: Das Duo lässt sich einfach bedienen und sorgt insbesondere für eine kinderleichte System- oder Distributionsaktualisierung – wie insbesondere Ubuntu zweimal jährlich
da fehlen doch im letzten Satzteil “ – wie insbesondere Ubuntu zweimal jährlich “ die Ironie Tags? 🙂
Denn sollte das ernst gemeint sein so möchte ich doch mal darauf hinweisen dass die Failures beim Upgeade aud eine neue Ubuntu Version rein gar nichts mit apt/dpkg zu tun haben.

greetz
ferdi

Ohne jede Ironie:

Das mußte ja aus der sidux-Ecke kommen.