Aus LinuxUser 12/2009

Neues rund um Linux (Seite 2)

Einfach Stichwort eingeben und <code>Eingabe</code> drücken – schon holt Aeterean-a die passenden Bilder aus dem Netz auf den Rechner.
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KDE kostet 175 Millionen Dollar

Das KDE-Projekt umfasst zurzeit rund 4,2 Millionen Zeilen an Code. Entwickler Cornelius Schumacher hat die Zeilen nach Projekten sortiert und eine Statistik (http://tinyurl.com/lu0912-kde-loc) erstellt: Knapp die Hälfte der Zeilen machen die drei größten Projekte KDE-Base, KDE-Libs und KDE-PIM aus. Als viertgrößtes Projekt präsentiert sich KDE-EDU, gefolgt von den KDE-Anbindungen KDE-Binding und den Netzwerkmodulen. Die Zahlen hat Cornelius Schumacher über das Programm Sloccount (http://www.dwheeler.com/sloccount/) von David A. Wheeler generiert. Das berechnet auch den „Wert“ einer Software (also die Entwicklungskosten) und kommt bei diesem Umfang auf einen Preis von knapp 175,4 Millionen US-Dollar.

Am 11. Oktober 2009 umfasste das KDE-Kernprojekt gut 4,2 Millionen Codezeilen im Gesamtwert von gut 175 Millionen US-Dollar.
Am 11. Oktober 2009 umfasste das KDE-Kernprojekt gut 4,2 Millionen Codezeilen im Gesamtwert von gut 175 Millionen US-Dollar.

Komfort-Shell mit Bash Completition 1.1

Die Bash-Shell bietet seit langem die Möglichkeit, die Befehlsvervollständigung durch eigene Skripte zu erweitern. Das Paket Bash-Completion (http://bash-completion.alioth.debian.org) liefert fertige Skripte für viele Linux-Kommandos und ist jetzt in Version 1.1 erschienen. Die neue Version enthält mehr als 140 Vervollständigungsmuster für Programme von Apt über Rsync bis XMMS, welche die Tipparbeit auf der Befehlszeile verringern. Die Skripte liefern beim Drücken der Tabulatortaste Optionen für Kommandos oder finden beispielsweise passende Hosts zum SSH-Kommando in ~./ssh/known_hosts. Version 1.1 steht als Tarball auf der Projekt-Homepage zum Download bereit, außerdem haben die Entwickler bereits ein aktuelles Debian-Paket für den Unstable-Zweig der Distribution gebaut. ->DVD

Gnome-3.0-Entwicklung beginnt

Nur wenige Tage nach dem ersten Maintenance-Release von Gnome 2.28 haben die Entwickler bereits Version 2.29.1 veröffentlicht. Dabei handelt es sich um das erste Developer-Release für das kommende Gnome 2.30 (http://live.gnome.org/ThreePointZero/Plan), das möglicherweise nächstes Jahr als Gnome 3.0 einen Paradigmenwechsel auf dem Gnome-Desktop einleitet. Viele Komponenten laufen bei dem aktuellen Entwickler-Snapshot noch unter der Versionsnummer 2.28 – neue Features und zusätzliche Module planen die Entwickler erst für Gnome 2.29.2, das noch im November erscheinen soll.

Derweil hat Gnome-Release-Manager Vincent Untz bereits eine Umfrage unter den Entwicklerteams gestartet, ob sie als Releasedatum für Gnome 3.0 den März oder den September 2010 für passender halten (http://tinyurl.com/lu0912-gnome). „Wir wollen 3.0 auf jeden Fall 2010 veröffentlichen, aber wir möchten auch, dass es ein grundsolides Release wird.“, umreißt Untz die Eckparameter der anstehenden Entscheidung.

Seamonkey 2.0 ist da

Das zur Mozilla-Familie zählende Projekt Seamonkey (http://www.seamonkey-project.org) hat Version 2.0 seiner gleichnamigen Internet-Suite veröffentlicht. Als Basis dient die selbe Codeplattform, die auch bei Firefox 3.5.4 zum Einsatz kommt. Hinzu kommen Mailclient, HTML-Editor und Newsgroup-Client hinzugefügt. Zu den Fähigkeiten der Suite zählen Tabbed-Mail, HTML5-Funktionen, ein Downloadmanager und Mail-Archivierung. Mail und Newsgroups profitieren nun von anpassbaren Werkzeugleisten. Aufgrund der Verwendung des Firefox-Codes hat Seamonkey die meisten Funktionen des Browsers im Gepäck, darunter auch die Add-On-Installationsmöglichkeiten. Eine bereits deutsch lokalisierte Fassung der Internet-Suite finden Sie bei http://www.seamonkey.at. ->DVD

Kurz notiert

Skype plant, die grafische Bedienoberfläche für Linux unter einer Open-Source-Lizenz zu veröffentlichen (http://tinyurl.com/lu0912-skype). Dies betrifft aber nur die GUI selbst, die zugrunde liegenden Bibliotheken bleiben Closed Source. Immerhin sollen sie aber Drittanbietern erlauben, alternative Frontends anzubieten oder Skype in eigene Anwendungen einzubinden.

100 Millionen Mal ist OpenOffice seit der Veröffentlichung von Version 3.0 allein von der offiziellen Website http://www.openoffice.org heruntergeladen worden. Anwender, die die Software aus dem Repository ihrer Linux-Distribution oder aus anderen Quellen installiert haben, sind in dieser Statistik noch gar nicht mitgezählt.

Ende Oktober erschien das schon lange erwartete X.org 7.5 (http://www.x.org/wiki/Releases/7.5). Der darin enthaltene neue X-Server 1.7 bringt Multipointer-Unterstützung mit, sodass sich nun mehrere Eingabegeräte simultan nutzen lassen.

Der Python-Vater Guido van Rossum hat sich auf der Entwicklerliste des Projekts für ein mehrjähriges Moratorium an der Skriptsprache ausgesprochen, während der es keine Änderungen an der Grammatik oder Semantik soll (http://tinyurl.com/lu0912-python). Stattdessen sollen sich die Arbeiten in dieser Zeit auf die Akzeptanz von Python 3.x und die Entwicklung passender Bibliotheken konzentrieren.

Neben zahlreichen Fehlerbereinigungen bringt Kdenlive 0.7.6 (http://www.kdenlive.org) auch etliche neue Features mit. Dazu zählt insbesondere ein komplett neues Titelmodul, das unter anderem Scroll-Funktionen und Zoomen im Titel erlaubt. Einzelne Tracks lassen sich zudem umbenennen und Keyframes verschieben, was Composite-Übergänge ermöglicht.

Rechtzeitig zum Release von Ubuntu 9.10 hat AMD seine proprietären Treiber für ATI-Grafikkarten (http://ati.amd.com/products/catalyst/) aktualisiert. Neben zahlreichen Bugfixes umfasst die neue Version Catalyst 9.10 auch Support für „Karmic Koala“. Andere Distributionen mit aktuellen Kernel- und X.org-Versionen profitieren ebenfalls vom Update.

Mit Cheese steht unter Gnome schon lange ein einfaches Tool für die Webcam-Nutzung zur Verfügung. Mit Kamoso 1.0 (http://tinyurl.com/lu0912-kamoso) bekommen jetzt auch KDE-Fans eine solche Lösung: Das Programm nimmt per Knopfdruck Fotos oder Videos auf und kann diese auch direkt zu einem Facebook-Account oder zu Youtube hochladen.

Es gibt Amarok, Dragon und Kaffeine – aber ein Mediaplayer, der Audio und Video gleichermaßen unterstützt, fehlt KDE 4 noch. Bangarang (http://tinyurl.com/lu0912-bangarang) soll nun diese Lücke füllen. Bislang gibt es zwar nur eine frühe Entwicklerversion, die aber bereits über die zentralen Features verfügt und sich in den semantischen Desktop von KDE 4 einklinkt.

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