Aus LinuxUser 12/2009

Aktuelle Software

Angetestet

Grsync: Rsync-Power mit grafischer Oberfläche

Rsync ist unter Linux State-of-Art, geht es um den Abgleich von Verzeichnissen. Nicht jeder mag aber die kryptische Kommandozeile des Tools – hier schafft Grsync Abhilfe. Es bildet alle wichtigen Funktionen von Rsync in einer GTK-basierten Oberfläche ab. Durch einfaches Anklicken von Checkboxen lassen sich in wenigen Augenblicken Parameteranweisungen festlegen, die beispielsweise den Zeitstempel erhalten oder Dateien nach Größe vergleichen.

Um die Fülle an Konfigurationsoptionen übersichtlich darzustellen, gliedert Grsync die Rsync-Funktionen in die Kategorien Standard, Erweitert und Zusatzoptionen. Zu den Standardoptionen zählen beispielsweise Funktionen wie das Erhalten von Rechten und Gruppen oder der Windows-Kompatibilitätsmodus. Hinter den erweiterten Optionen verbergen sich unter anderem Parameter zum Erstellen von Prüfsummen oder zum Anlegen von Sicherheitskopien. Hier bietet das Tool auch die Möglichkeit, Rsync-Parameter direkt anzugeben, für die es keine Checkbox gibt – etwa für die Verwendung von SSH als Remote-Shell.

Der Bereich Zusatzoptionen ermöglicht es schließlich, vor und nach der Synchronisation eigene Programme zu starten. Dabei reagiert Grsync auf Fehler bei der Ausführung dieser Zusatzprogramme und stoppt beispielsweise vor der Synchronisation. Steht die Konfiguration, starten vor der eigentlichen Synchronisation optional einen simulierten Durchlauf, um böse Überraschungen zu vermeiden. Verläuft alles zur Zufriedenheit, erfolgt der eigentliche Abgleich. Für wiederkehrende Synchronisationsszenarien bietet Grsync zudem die Möglichkeit, alle Einstellungen unter einem Sitzungsnamen abzulegen. Auf diese Weise starten Sie jederzeit einen neuen Durchlauf mit identischen Parametern.

Grsync 0.9.2

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://www.opbyte.it/grsync

Wertung

Grsync erschließt Linux-Einsteigern im Handumdrehen den Funktionsumfang von Rsync und bietet Profis die Möglichkeit, alle Parameter als Sitzung abzulegen.

Cryptkeeper verwaltet verschlüsselte Verzeichnisse

Mit Tools wie Truecrypt oder Cryptsetup lassen sich ganze Partitionen mit wenig Aufwand chiffrieren, zur Verschlüsselung einzelner Verzeichnisse ist hingegen das auf FUSE basierende EncFS das Mittel der Wahl. Mit Cryptkeeper steht nun ein kompaktes Tool zur Verwaltung verschlüsselter Verzeichnisse zur Verfügung. Das Programm integriert sich nach dem Start als dezentes Symbol in die Systemleiste der jeweiligen grafischen Oberfläche. Über ein Kontextmenü legen Sie neue verschlüsselte Verzeichnisse an oder nehmen bereits bestehende in die Verwaltung durch Cryptkeeper auf. Das Menü zeigt außerdem eine Liste aller von Cryptkeeper verwalteten Verzeichnisse, aus der Sie den gewünschten Ordner per Mausklick ins Verzeichnissystem einhängen und nach Angabe des Passworts im Dateimanager (standardmäßig Nautilus) öffnen.

Um das Verzeichnis später wieder zu verschließen, entfernen Sie lediglich im Cryptkeeper-Kontextmenü das Häkchen vor dem Verzeichnisnamen. Optional definieren Sie in der Cryptkeeper-Konfiguration einen Zeitraum, nach dessen Verstreichen das Programm die Verzeichnisse bei Nichtnutzung automatisch wieder aushängt und verschließt. Die Programmkonfiguration bietet außerdem die Möglichkeit, einen anderen Dateimanager festzulegen oder anderen Benutzern Zugriff auf die verschlüsselten Verzeichnisse einzuräumen. Hierfür muss allerdings die entsprechende Option in der fuse.conf gesetzt sein.

Cryptkeeper 0.9.5

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://tom.noflag.org.uk/cryptkeeper.html

Wertung

Cryptkeeper vereinfacht den täglichen Umgang mit EncFS-verschlüsselten Verzeichnissen.

Lionwiki – kleines Wiki, Löwen-Power

Dass sich auch mit wenig Aufwand ein gutes Wiki einrichten lässt, zeigt das für den privaten oder semiprofessionellen Einsatz konzipierte Lionwiki. Die auf PHP basierende Software verzichtet auf eine Datenbank und speichert stattdessen alle Einträge als Textdatei in ihrem Unterverzeichnis pages/. Damit eignet sich Lionwiki besonders für Anwender, die bei einem Provider nur Webspace, aber keine Datenbank gemietet haben – eine PHP5-Engine muss allerdings vorhanden sein. Zur Installation des Wikis entpacken Sie lediglich den Inhalt des Lionwiki-Tarballs in einen Ordner im Dokumentenverzeichnis des Webservers.

Die Grundkonfiguration erfolgt anschließend über die Datei config.php. Alternativ nehmen Sie die Einstellungen auch in der index.php vor, was aber die Gefahr des Überschreibens beim nächsten Update birgt. Die config.php erlaubt, das Wiki mit einem eigenen Namen zu versehen, ein (optional MD5-verschlüsseltes) Admin-Passwort festzulegen und das Erscheinungsbild des Wiki durch Auswahl einer Vorlage anzupassen. Sechs davon bringt Lionwiki bereits mit, weitere definieren Sie bei Bedarf selbst. In der Datei index.php lassen sich darüber hinaus das Datumsformat anpassen, die History-Funktion deaktivieren und die Standardsprache festlegen. Im Normalfall erkennt Lionwiki die im Browser eingestellte Sprache jedoch selbst.

Nach der Konfiguration steht den ersten Artikeln im Wiki nichts mehr im Weg. Die Formatierungssyntax entspricht dem gängigen Standard. Darüber hinaus erweitern Plugins zum Anlegen von Menüs, Tabellen oder Kommentaren den Funktionsumfang. Die Website von Lionwiki vermittelt anhand zahlreicher Beispielen einen guten Einblick, wie man die vorhandenen Plugins am besten einsetzt.

Lionwiki 3.1.0

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://lionwiki.0o.cz/

Das PHP5-basierte Lionwiki bietet auch Datenbank-Muffeln eine leistungsfähige Wiki-Lösung.

Mit Tk_cdconverter rippen sich CDs fast von selbst

Wer seine CD-Sammlung auf Festplatte bannen möchte, kann unter Linux auf zahlreiche Kommandozeilen-Tools zurückgreifen. Bequemer geht es allerdings mit einer grafischen Oberfläche wie Tk_cdconverter. Das TCL/TK-Tool greift dazu auf bewährte Tools wie beispielsweise Lame, Cdda2wav, Ogg-vorbis oder Id3tag zurück. Damit ist das Programm nicht nur in der Lage CDs auszulesen und in Audio-Dateien zu konvertieren, sondern auch diese mit Informationen aus Online-CD-Datenbanken zu versehen.

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