Aus LinuxUser 07/2009

Distributionen

Distributions-News

Nexenta mixt Solaris und Linux

Die Nexenta Core Platform (http://www.nexenta.org/os), ein freies Betriebssystem mit OpenSolaris-Kernel und GNU-Userland, ist in Version 2.0 verfügbar. Die Softwarepakete im Dpkg-Format stammen von Debian und Ubuntu. Das aktuelle Release befindet sich auf dem Softwarestand von Ubuntu 8.04 LTS, im Nexenta-Repository befinden sich über 13?000 Pakete. Der eingesetzte Kernel basiert auf dem Build 104+ mit einigen Patches. Nexenta verwendet das Dateisystem ZFS, das aus Suns Projekt Open Solaris stammt. So feiert das Nexenta-Projekt die Release auch mit dem Comic „The Adventures of Nexentaman“, der die Vorteile von ZFS hervorhebt, wie Klonen per Copy-on-Write, Snapshots und Komprimierung. Nexenta Core Platform 2.0 steht als ISO-CD-Image zum Download bereit.

Der "Nexentaman" schützt die Daten vor dem Schurken "Corrupto" – mit diesem Comic feiert die OpenSolaris/Linux-Mischung Nexenta das Release 2.0.
Der „Nexentaman“ schützt die Daten vor dem Schurken „Corrupto“ – mit diesem Comic feiert die OpenSolaris/Linux-Mischung Nexenta das Release 2.0.

SysRescCD 1.2.0 mit vielen Neuerungen

Das Major-Release 1.2.0 der Rettungsdistribution System Rescue CD (SysRescCD, http://www.sysresccd.org) bringt eine neue Kernel-Version (2.6.29), eine neue Desktopumgebung (XFCE) sowie Updates für wichtige Pakete mit. Besonders der FSArchiver leistet in der neuen Version mehr.

Beim Desktop setzt SysRescCD nun auf XFCE, integriert aber aus Platzgründen nicht dessen sämtliche Komponenten. Im Hintergrund verrichtet der X.org-Server in Version 1.5.3 seinen Dienst, der einen verbesserten Hardware-Support und neue Treiber mitbringt. Als Partitionierungssoftware hat die Distribution Gparted 0.4.5 mit verbessertem Support für Dmraid und Crypt-LUKS an Bord.

Sämtliche Linux-Dateisysteme lassen sich zudem über den mitgelieferten FSArchiver klonen, darunter auch Ext 4 und Btrfs. Sogar NTFS-Partitionen kopiert das Tool. Beim Wiederherstellen nutzt die Software zudem auch Dateisysteme, die kleiner sind als das Originalsystem. Zu den weiteren Features zählen der Multithreading-Support, die Kompression via LZMA und das Bilden von Prüfsummen, um die Unversehrtheit von Dateien zu gewährleisten. Nicht zuletzt verschlüsselt FSArchiver Archive auch. ->DVD

Mit einer schlanken, aber funktionalen XFCE-Oberfläche und stark verbesserten Werkzeugen glänzt SysRescCD 1.2.
Mit einer schlanken, aber funktionalen XFCE-Oberfläche und stark verbesserten Werkzeugen glänzt SysRescCD 1.2.

Foresight 2.1.1 mit brandneuem Kernel

Ken VanDine hat Version 2.1.1 der auf rPath basierenden Distribution Foresight Linux (http://www.foresightlinux.org) freigegeben. Foresight Linux benutzt Gnome als Standarddesktop und bringt davon die jeweils aktuellste stabile Version mit, im aktuellen Release Gnome 2.26.1. Durch den neuen Kernel 2.6.29.2 unterstützt die Distribution WiMAX und eine Handvoll neuer WLAN-Treiber, darunter auch die weit verbreiteten Ralink-Chipsätze rt2860 und rt2870. Das von Ubuntu 9.04 eingeführte Notify-osd gestaltet Benachrichtigungen schöner und einheitlicher gestalten, eine speziell für Foresight angepasste X.org-Version soll zudem für besseren Grafikkarten-Support sorgen. DVD-Abbilder der 32- und 64-Bit-Versionen von Foresight Linux 2.1.1 stehen auf der Projekt-Homepage zum Download bereit.

Foresight 2.1.1 bringt den Kernel und Gnome in den topaktuellsten Versionen mit. Dafür gilt es kleinere Abstriche an der "denglischen" Lokalisierung zu machen.
Foresight 2.1.1 bringt den Kernel und Gnome in den topaktuellsten Versionen mit. Dafür gilt es kleinere Abstriche an der „denglischen“ Lokalisierung zu machen.

Ubuntu kann Android

Auf dem Ubuntu Developer Summit in Barcelona hat der Canonical-Entwickler Michael Frey Anwendungen aus dem Google-Betriebssystem Android auf Ubuntu gezeigt. Das ist das erste Mal, dass Android-Anwendungen unter einer Standarddistribution arbeiten. Zwar wurde Android schon mehrfach erfolgreich auf die x86-Architektur portiert, jedoch jeweils als kompletter Stack inklusive Kernel übertragen. Das OEM-Team von Ubuntu hat nun lediglich den GUI-Teil (Java) unter Ubuntu zum Laufen gebracht. Dazu linkten die Entwickler Android gegen die Standard-Glibc von Ubuntu und übersetzten es neu, wie Michael Frey in seinem Blog schreibt (http://tinyurl.com/lu0907-frey).

Slackware wird 64

Wer sich nach einer 64-Bit-Version von Slackware (http://www.slackware.com) umsah, musste sich bislang mit Bluewhite64 oder Slamd begnügen. Jetzt gibt es auch das Original in einer 64-Bit-Ausführung. Wie Projektleiter Patrick Volkerding auf der Slackware-Homepage bekannt gab, nutzen zahlreiche Entwickler die 64-Bit-Version intern schon seit geraumer Zeit, ohne dabei auf größere Probleme zu stoßen. Deswegen macht das Projekt den 64-Bit-Port jetzt auch der Allgemeinheit zugänglich. Die entsprechenden Pakete befinden sich im Repository slackware64-current, fertige Installationsmedien wird es erst mit den nächsten größeren Slackware-Version 13.0 geben. Volkerding bedankte sich im Announcement bei den inoffiziellen 64-Bit-Slackware-Derivaten, die Slackware die Zeit gaben, mit dem 64-Bit-Port so lange zu warten.

Super Grub Disk kann jetzt Ext4

Das neue Release 0.9797 der Super Grub Disk (SGD, http://www.supergrubdisk.org), einer Live-Distro zur Behebung von Bootproblemen, unterstützt nun in vollem Umfang Ext4-Partitionen. Mit dem Ext4-Support trägt der Entwickler der Aufnahme des neuen Dateisystems in aktuelle Linux-Distributionen wie Ubuntu 9.04, Mandriva 2009.1 und Fedora 11 Rechnung. SGD bootet über GNU Grub installierte Betriebsysteme, wobei es auf der Festplatte befindliche Grub-Konfigurationen lesen kann. Neben Linux startet das GPL-Tool auch Windows, OpenSolaris sowie GNU Hurd und kann MBRs booten oder reparieren. Zu seinen weiteren Fähigkeiten zählt die Grub-Installation in MBR und Partitionen sowie das Aktivieren des Boot-Flags auf Partitionen. Die Super Grub Disk gibt es in Varianten für CD, Floppy und USB-Stick.

Neuer Debian-Schlüssel

Das Debian-Projekt hat mit Stichtag 13. Juni den Schlüssel für die digitale Signierung der DEB-Archive ausgetauscht – eine reine Routineangelegenheit. Nutzer von Debian 5.0 „Lenny“ haben den neuen Schlüssel über das Paket debian-archive-keyring bereits installiert. Auch Etch-Installationen auf dem Stand des aktuellen Releases 4.0r8 erhalten den entsprechenden Public Key automatisch installiert. Handlungsbedarf besteht nur bei Nutzern, die Sid oder Squeeze nutzen. Sie sollten überprüfen, dass das Paket debian-archive-keyring in einer Version jünger als 2009.01.31 installiert ist.

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1 Kommentar auf "Distributionen"

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Danke für den Artikel, seltsam, dass Gnome nicht auf deutsch ist. Sollte es eigentlich sein. Wir arbeiten übrigens auch an einer Version mit Kde und Xfce, soweit ich weiß arbeitet auch schon jemand an Lxde.
auf freenode gibt es auch einen deutschen Channel #foresight-de. Leider zur Zeit noch recht dünn besucht.