Aus LinuxUser 07/2009

Atom-basierter Router selbst gebaut (Seite 2)

# echo 1 > /proc/sys/net/ipv4/ip_forward

Hat alles geklappt, zeigt die Ausgabe des Befehls cat /proc/sys/net/ipv4/ip_forward eine Eins an.

Masquerading

Theoretisch würden jetzt Anfragen aus dem internen Netz bereits ins Internet weitergeleitet. Da der Adressbereich 192.168.0.0/32 allerdings für private Netze reserviert ist, werden Anfragen aus diesen Netzen nicht weitergeleitet. Als Lösung springt die im Kernel integrierte Firewall iptables ein. Mit zwei einfachen Regeln weisen Sie diese an, Pakete aus dem internen Netz mit der externen Adresse zu versehen und beim Empfang die zugehörigen Pakete wieder zum jeweiligen Rechner des Intranets weiterzuleiten. Diesen Vorgang nennt man Masquerading, weil der Kernel die internen Pakete quasi mit einer Maske der externen Schnittstelle versieht. Der erste Iptables-Befehl richtet dieses Masquerading ein:

# iptables --table nat --append POSTROUTING -o eth1 -j MASQUERADE

Falls Sie über eth1 eine DSL-Verbindung aufgebaut haben, dann müssen Sie hier -o eth1 durch -o ppp0 ersetzen. Der zweite Befehl sorgt dafür, dass die Pakete entsprechend weitergeleitet werden:

# iptables -A FORWARD -i eth0 -o eth1 -j ACCEPT

Auch in diesem Fall müssen Sie -o eth1 durch -o ppp0 ersetzen, falls der Rechner direkt mit einem DSL-Modem verbunden ist. Die Iptables-Regeln bleiben nach einem Reboot nicht erhalten, für ein dauerhaftes Masquerading bietet sich ein Eintrag in /etc/rc.local beziehungsweise /etc/boot.local an. Alternativ richten Sie das Masquerading über das grafische Tool Firestarter [1] ein. Nach diesen Einstellungen sollten die Clients problemlos über den Router eine Internetverbindung aufbauen können.

Infos

[1] Firestarter: Markus Nasarek, „Brandmelder“, LinuxUser 01/2007, S. 32, http://linux-community.de/artikel/11962

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6 Kommentare auf "Atom-basierter Router selbst gebaut"

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Hi Marcel,

was verbraucht der Router in der Konfiguration denn so ungefähr an Strom?

Zwischen 40 und 50 Watt. Ist nicht enorm stromsparend aber besser als ein 486-er 🙂

Von dem Atom-Board hätte ich mir ja einen geringeren Stromverbrauch erwartet. Das liegt ja im Bereich den ich auch mit meinem Pentium Dual-Core mit Nvidia Chipsatzgrafik im Idle erreiche. Da bin ich unter Gnome bei ca. 48 Watt und kann zudem dank VDPAU auch problemlos HD Videos abspielen.

Die Desktop-Boards sind leider nicht so stromsparend wie die Netbook-Komponenten. Rund 20 Watt gehen auf Kosten der Chipsatzgrafik, die 3,.5-Zoll-Festplatte braucht auch 10 bis 12 Watt.

Es gibt aber jetzt mit dem D945GSEJT (endlich) auch ein Netbook-Bord, das dann im Leerlauf nur ca. 15 Watt verbraucht:

http://download.intel.com/support/motherboards/desktop/d945gsejt/sb/e62862001us.pdf

In der Tat ist das ein bei den Atom-Boards ein Problem (vgl. die aktuelle c’t 11/09). Dort geht es nur mit 26 bis 33 Watt Leerlaufleistung und wenn ich die gesparten Watt einrechne, dann habe ich bei 15 Watt Mehrverbrauch und den Münchner Strompreisen (20,9¢/kWh) in 5 Jahren den Preis für ein besser ausgestattetes Board (2 Netzwerkschnittstellen) und ein stromsparenderes Netzteil raus. Ein 300W-Netzteil läuft bei dieser Leistung mit einer Belastung unter 20% und da ist selbst bei 80plus-Netzteilen – das Jou Jye von Conrad (80 05 00-44) ist nicht als 80+ beworben – nur sehr schwer Energieffizienz zu erreichen.… Mehr »
Was mich derzeit noch an den Atom-Boards nervt, ist das Fehlen eines digitalen Videoausganges. Nun, für einen Router mag dies angehen, da kann auch ein alter CRT Verwendung finden, wenn er man ihn komplett ausschalten kann, aber als reiner Router ist mir ein Atom-Board doch ein wenig viel HW, sofern ich nicht mit den angebotenen Routern auskomme. Man kann sich dann auch bei den WRT/Freetz-Distris mal umschauen, sofern man Spezialfunktion braucht und seinen Router aufbohren will. Ich denke derzeit über einen PVR-Router-NAS-Kombi nach. Warum? NAS sind entweder stromsparend und schweinelahm (manchmal sogar beides) oder brauchen auch um die 30-40W Ruheleistung.… Mehr »