Aus LinuxUser 01/2009

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Back in Time mit Daten-Snapshots gegen den Datenverlust

Es muss nicht immer ein Backup auf DVD oder Bandlaufwerk sein. Mitunter reicht es schon, eine Kopie seiner Daten auf einer anderen Festplatte abzulegen, um etwa auf eine alte Version der Bachelor-Arbeit zurückzugreifen. Das Python-Tool Back in Time unterstützt Sie durch das Anlegen von Snapshots vorgegebener Verzeichnisse bei der Datensicherung und ermöglicht sogar, diese wiederkehrenden Abläufe zu automatisieren.

Zum Erstellen einer Snapshot-Konfiguration legen Sie zunächst ein Sicherungverzeichnis an. Das liegt idealerweise auf einer anderen Festplatte – Bandlaufwerke und DVD unterstützt das Programm nicht. Nun legen Sie noch fest, welche Dateien und Verzeichnisse der Snapshot erfasst. Dabei lassen sich auch Ausnahmen definieren. Standardmäßig sichert Back in Time versteckte und Backup-Dateien nicht mit.

Soll der Snapshot automatisiert erfolgen, geben Sie ein Backup-Intervall an. Hier stehen nur sechs vordefinierte Zeitspannen zur Auswahl, frei vergebene Intervalle unterstützt das Tool nicht. Haben Sie sich für den automatisierten Snapshot entschieden, trägt Back in Time einen entsprechenden Aufruf in die Crontab ein. So erfolgt die Momentaufnahme auch dann, wenn Sie das Tool gar nicht gestartet haben. Alternativ starten Sie auch jederzeit manuell einen Snapshot.

Im Sicherungsverzeichnis bildet Back in Time die zu sichernde Verzeichnisstruktur originalgetreu und unkomprimiert ab. Damit das Backup-Verzeichnis dabei nicht vollläuft, prüft das Tool vor jedem Durchlauf, ob sich der zu sichernde Datenbestand überhaupt verändert hat: falls nicht, erfolgt kein Snapshot. Außerdem entfernt Back in Time per default die ältesten Snapshots, sobald der freie Plattenplatz 1 GByte unterschreitet. Auch Sicherungen, die älter als 10 Jahre sind, entfernt es automatisch. Diesen Wert können Sie aber nach Ihrem Gusto anpassen.

Back in Time 0.8.1

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://www.le-web.org/back-in-time/

Wertung

Wer keine komplexe Backup-Lösung braucht, sondern seine Daten lieber in verschiedenen Generationen sichert, für den ist Back in Time eine gute Alternative.

Bashrun, die alternative Konsolenzeile für X11

Bashrun ist die ideale Lösung für alle, die in einer grafischen Oberfläche einen Shell-Befehl absetzen oder ein Programm starten wollen. Das Tool wirkt wie ein einzeiliges Terminal-Fenster und bietet dabei den von Xterm, Gnome-terminal oder Konsole gewohnten Komfort. So unterstützt Bashrun das Auto-Vervollständigen von Befehlen oder Dateien, eine History-Funktion erspart das mehrfache Eingeben von Kommandos.

Standardmäßig öffnet Bashrun ein Fenster mit einer 40 Zeichen umfassenden Eingabezeile. Benötigen Sie eine längere Kommandozeile, passen Sie die Konfigurationsdatei $HOME/.config/bashrun/rc entsprechend anpassen. Hier verleihen Sie Bashrun gegebenenfalls auch etwas mehr Farbe tauschen den schlichten Prompt-Pfeil gegen eine Eingabeaufforderung Ihrer Wahl.

Selbst die zu verwendende Terminalemulation lässt sich dort ändern. Je nach verwendeter Emulation stehen dann jedoch einige Bashrun-Funktionen nicht zur Verfügung. Welche das sind, beschreibt eine tabellarischen Übersicht in der Konfigurationsdatei. Per Vorgabe greift Bashrun auf Xterm zurück.

Bashrun 0.7

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://bashrun.sourceforge.net/

Wertung

Bashrun öffnet eine platzsparende Shell-Befehlszeile, die es dem Anwender unter X11 erlaubt, schnell Shell-Befehle abzusetzen, ohne ein Terminal-Fenster öffnen oder auf Shell-Komfort verzichten zu müssen. Eine echte Arbeitserleichterung.

Ddrescue hilft bei der finalen Datenrettung

Das Ableben einer Festplatte trifft den Anwender meist wie der Blitz aus heiterem Himmel. Steht kein aktuelles Backup parat, kann nur ein Tool wie Ddrescue den Daten-GAU noch verhindern. Dazu liest Ddrescue die beschädigte Partition blockweise aus und fügt alle noch lesbaren Daten zu einer Dump-Datei auf einer sicheren Partition zusammen. Trifft das Programm beim Lesen auf einen defekten Block, überspringt es diesen und fährt mit dem nächsten lesbaren fort. Bei einem erneuten Aufruf mit den selben Parametern versucht Ddrescue noch einmal den defekten Block auszuwerten. Mit etwas Glück gelingt dem Tool im zweiten Anlauf das Auswerten des angeschlagenen Blocks – erfahrungsgemäß ist die Chance jedoch eher gering.

Damit möglichst viele Daten gerettet werden, passen Sie über Kommandozeilenparameter die zu verwendende Datenblockgröße an und legen die maximale Anzahl der Fehler pro Bereich fest. Weitere Parameter definieren, wie oft Ddrescue die Auswertung eines fehlerhaften Bereiches versucht, bevor es fortfährt. In jedem Fall empfiehlt sich der Einsatz einer aktuellen Ddrescue Version, da die Entwickler das Tool permanent optimieren und mit neuen Funktionen ausstatten.

Ddrescue 1.9

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://www.gnu.org/software/ddrescue/ddrescue.html

Wertung

Nach einem Plattenausfall hilft Ddrescue, zu retten, was noch zu retten ist. Als Ersatz für eine gute Backup-Strategie eignet sich das Programm aber nicht.

Mit Net Activity Viewer alle Netzwerkverbindungen im Blick

Spätestens, wenn die Daten aus dem Internet nur schleichend eintreffen, fragt man sich, welche Verbindungen wohl gerade die Bandbreite auffressen. Die Antwort darauf gibt der Net Activity Viewer. Die Gtk-basierte Oberfläche des Werkzeugs erleichtert dabei besonders Einsteigern den Blick auf die Netzwerkverbindungen.

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