Aus LinuxUser 11/2008

Übersicht über aktuelle und geplante Netbooks (Seite 2)

Abbildung 1: MSI verkauft das Wind U100 mit Windows XP Home, OpenSuse lässt sich darauf aber problemlos installieren.
Abbildung 1: MSI verkauft das Wind U100 mit Windows XP Home, OpenSuse lässt sich darauf aber problemlos installieren.
Abbildung 2: Das Terra Mobile Go ist baugleich mit dem Medion Akoya Mini und kommt ebenfalls mit vorinstalliertem Windows XP Home.
Abbildung 2: Das Terra Mobile Go ist baugleich mit dem Medion Akoya Mini und kommt ebenfalls mit vorinstalliertem Windows XP Home.

Zum Aspire One 110L und zum Medion Akoya Mini erschien in den vergangenen LinuxUser-Ausgaben je ein Artikel [2], [3]. Dieser Text geht deshalb auf diese zwei Rechner nicht detaillierter ein. Wer das vorinstallierte Linpus Lite auf dem Aspire One nicht löschen möchte, aber lieber mit einem normalen XFCE-Desktop arbeitet, findet im AAO-Forum [4] ein RPM-Paket, das für einen einfachen Wechsel zwischen XFCE und der vereinfachten Linpus-Oberfläche per Mausklick sorgt.

Der Lüfter des Aspire One schaltet sich relativ häufig ein. Samuel Greef bietet auf seiner Homepage zwei Skripte für die Lüftersteuerung [5] mit einer deutschen Beschreibung zum Download an. Für längere Laufzeiten bieten diverse Internetshops einen Zweitakku mit 5200 mAh an (Acer LC.BTP00.017/016), der für fünf bis sieben Stunden Netbook-Genuss sorgt und zwischen 80 und 100 Euro kostet.

Konkurrenz bekommt das Aldi/MSI-Netbook zunächst von Acers Aspire One 110L (Abbildung 3). Das bringt zwar nur ein 9-Zoll-Display mit, hat dafür aber ein stark angepasstes Linux-System an Bord: Linpus Lite bootet in nur 18 Sekunden, und die Bedienung stellt selbst Windows-Anfänger vor keine großen Schwierigkeiten. Der Clou des Acer-Rechners: Dank eines zweiten Kartenlesers lässt sich die 8 GByte große SSD beinahe beliebig erweitern.

Die meisten Linux-Poweruser dürften vom taiwanesischen Betriebssystem nicht sehr erfreut sein. Es bringt nur sehr wenige Programme mit, dafür viel kommerzielle Software. Die Installation der Lieblingsdistribution erfordert je nach Vorwissen sehr viel Handarbeit. Da Linpus Lite auf Fedora 8 basiert, erweitert man das Linpus am einfachsten um Fedora-Pakete – zum Beispiel für die Videotelefonie mit Skype.

Abbildung 3: Die beiden Acer-Rechner Aspire One 110L und 150L kommen mit vorinstalliertem Linpus Linux Lite.
Abbildung 3: Die beiden Acer-Rechner Aspire One 110L und 150L kommen mit vorinstalliertem Linpus Linux Lite.

Die Redaktion hatte inzwischen auch das 150L in den Händen. Es bringt eine 120 GByte große Festplatte und 1 GByte Hauptspeicher mit. Bei den übrigen Parametern unterscheidet es sich nicht vom 110L. Interessanterweise waren bei unserem Testgerät nur 8 GByte der 120 GByte formatiert. Vermutlich hat Acer hier einfach das Image des 110L installiert. Sie müssen die Platte also zunächst selbst aufteilen und neue Partitionen formatieren, um den gesamten Speicher zu nutzen.

Einige Benutzer berichten von Problemen bei der Installation von Ubuntu über ein externes CD/DVD-Laufwerk auf dem Aspire One. Die Schwierigkeiten hängen vermutlich mit der eingesetzten BIOS-Version zusammen. In unseren Tests traten weder mit dem 110L noch dem 150L entsprechende Probleme auf. Laut einigen Forenteilnehmern hilft es in einem solchen Fall, die Installation per USB-Stick vorzunehmen [6].

Asus reagiert

Mit dem EeePC 900 bringt auch Asus ein 9-Zoll-Modell auf den Markt, in Deutschland allerdings nur mit vorinstalliertem Windows XP und zunächst noch mit Celeron-Prozessor. Seit August gibt es das 9-Zoll-Modell nun auch mit dem bewährten Xandros und Atom-Prozessor als 900A-Modell (die Windows-Variante heißt 901).

Wer ein Linux-Netbook mit einer Akkulaufzeit von mehr als vier Stunden sucht, der kommt an einem Zusatzakku nicht vorbei – oder kauft sich den EeePC 900A (Abbildung 4). Mit dem eingebauten 4400 mAh starken Akku steht der Rechner rund vier Stunden Betrieb durch. Einen noch stärkeren Akku bringt die Windows-Version 901 mit: Er hält rund sechs Stunden durch.

Im Vergleich zum 701er wartet das 900A mit den deutlich besseren Parametern auf (Atom-Prozessor, 1 GByte RAM, 8 GByte SSD, 9-Zoll-Display), wiegt aber immer noch unter einem Kilo. Das neue Asus-Netbook misst in der Tiefe einen knappen Zentimeter mehr als das 4G Surf. In der Breite sind beide Modelle gleich, auch die Tastatur entspricht exakt der des EeePC 701. An der Vorderseite ist das 900A etwas dünner, wodurch es besser in der Hand liegt, wenn man das Netbook herumträgt.

Abbildung 4: Der 900A mit 8,9-Zoll-Display und dem vorinstallierten Xandros bringt Akkulaufzeiten über vier Stunden.
Abbildung 4: Der 900A mit 8,9-Zoll-Display und dem vorinstallierten Xandros bringt Akkulaufzeiten über vier Stunden.

Die Pixart-Webcam des 900A (093a:2700) speichert Bilder und Videos mit einer Auflösung von 640×480 Bildpunkten. Sie arbeitet mit den Uvcvideo-Treibern. Das Touchpad ist zwar größer, nicht aber besser geworden und reagiert immer noch relativ empfindlich. Eine neue Software schaltet es allerdings aus, sobald man zu tippen beginnt.

Der 4-Zellen-Akku mit 4400 mAh hielt in unseren Tests mit zeitweiser WLAN-Nutzung im Dauerbetrieb vier Stunden und sieben Minuten durch. Fällt die Kapazität unter 700 mAh, erscheint auf dem Display eine Warnmeldung, unter 300 mAh fährt der Rechner innerhalb von 3 Minuten automatisch herunter. Der Akku des 900A sieht zwar haargenau genauso aus, wie der des Vorgängermodells, er ist aber damit nicht kompatibel. Wer also noch einen EeePC 701 mit 5200-mAh-Akku bekommen hat, kann dessen Akku nicht für das neue Modell einsetzen. Dasselbe gilt auch für das Netzteil. Es ist zwar immer noch annähernd so kompakt, wie das alte, liefert aber statt 9,5 Volt 12 Volt. Das 9-Zoll-Display fällt nicht nur größer aus als das alte, es leuchtet auch angenehm hell (Abbildung 5).

Abbildung 5: Das Display des alten EeePC-Rechners (rechts) ist nicht nur deutlich kleiner sondern auch weniger hell.
Abbildung 5: Das Display des alten EeePC-Rechners (rechts) ist nicht nur deutlich kleiner sondern auch weniger hell.

Die beiden Netzwerkmodule hat Asus ebenfalls ausgetauscht. Anstelle des Atheros AR5007 funkt nun ein Atheros AR242x, das neben 802.11b/g auch den Standard 802.11a beherrscht. Das Fast-Ethernet-Modul L2 ersetzt ein L1e-Gigabit-Controller. Beide stammen ebenfalls von Atheros. Bluetooth fehlt in der Grundausstattung, externe Adapter gibt es aber schon für unter 10 Euro.

Am vorinstallierten Xandros hat sich nichts geändert. Es kommt weiterhin mit Kernel 2.6.21.4 und der vereinfachten Oberfläche mit den fünf Reitern Internet, Arbeiten, Lernen, Spielen und Einstellungen. Xandros spendierte allerdings einige neue Module. So startet etwa über Eee Download eine Art Software-Shop. Hinter dem Webfrontend verbirgt sich die von Linspire bekannte Click’n’Run-Technologie, zu erkennen an der Dateiendung .cnr der Verknüpfungen.

Auf dem Arbeiten-Reiter sind nun auch die OpenOffice-Module für das Zeichnen und mathematische Formeln verknüpft. Die Spielesammlung wuchs um Picasa und einen DVD-Player, im Software-Manager gibt es nun endlich einen separaten Reiter für die Updates, sodass man nicht mehr sämtliche Pakete durchgehen muss, um Updates zu finden. Der Update-Manager arbeitet aber auch sehr zuverlässig. Zudem erlaubt ein spezieller Button auch die Installation einzelner Debian-Pakete.

Spezieller LAN-Treiber

Mit 1 GByte RAM taugt das 900 A eigentlich für jede Linux-Distribution. In den Tests mit Debian, OpenSuse und Ubuntu gab es denn auch keinerlei Performance-Probleme. Allerdings fehlen allen drei Distributionen Treiber für die WLAN- und die LAN-Schnittstelle, so dass das Anbinden ans Netzwerk in jedem Fall einen zweiten Rechner erfordert. Den Treiber für die Gigabit-Ethernet-Schnittstelle gibt es bei Asus. Er basiert auf Intels e1000-Treiber und steht unter der GPL. Alle Distributionen außer dem vorinstallierten Xandros zeigen die Karte als Attansic Technology Corp. Device 1026 (rev b0) an. Asus verwendete den Chipsatz um 2004 herum bei einigen Mainboards, inzwischen hat Atheros die Firma Attansic aufgekauft.

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