Aus LinuxUser 01/2008

OpenSuse als Live-Version auf einem USB-Stick installieren

Fruchtig und spritzig

Sie möchten eine flinke OpenSuse-Variante für die Hosentasche? Kein Problem: Kiwi macht’s möglich.

Bei den Linux-Distributionen ist es wie bei den Süßigkeiten: Jeder hat seine Vorlieben. Wer auf Suse steht und sich seinen persönlichen USB-Stick backen möchte, braucht dafür drei Zutaten: Kiwi, Internet und diesen Artikel.

Kiwi installieren

Bevor Sie mit dem Kiwi Image System [1] loslegen, müssen Sie zunächst ein OpenSuse-System aufsetzen und kiwi-desc-usbboot, kiwi-desc-livesystem sowie einige Perl- und Python-Pakete installieren. Dazu fügen Sie entweder das Tools-Repository aus dem OpenSuse-Build-Service Ihren Paketquellen hinzu oder klicken im OpenSuse-Wiki auf die zwei YaST-Metapakete [2]. Der Artikel beschreibt die manuelle Vorgehensweise mit Zypper. Dazu führen Sie den im Kasten „Vier Schritte“ beschriebenen ersten Schritt aus.

Vier Schritte

1. Repository hinzufügen und Kiwi installieren:

zypper sa http://download.opensuse.org/repositories/openSUSE:/Tools/openSUSE_10.3/ Tools
zypper install kiwi-desc-usbboot
zypper install kiwi-desc-livesystem

2. Pakete herunterladen und installieren

kiwi --prepare /usr/share/kiwi/image/kwliveCD-suse-10.3 --root /tmp/kiwi-tmp --add-profile KDE --logfile terminal

3. Komprimiertes Boot- und Systemabbild erstellen:

mkdir /tmp/kiwi-image
kiwi --type usb --create /tmp/kiwi-tmp -d /tmp/kiwi-image --logfile term

4. Dateien kopieren und den Stick bootbar machen:

kiwi --bootstick /tmp/kiwi-image/initrd-usbboot-suse-10.3.i686-2.1.1.gz --bootstick-system /tmp/kiwi-image/openSUSE-10.3.i686-2.0

Konfiguration anpassen

Kiwi installiert auf Ihrem Rechner ein komplettes OpenSuse-System und überträgt dieses anschließend in einem Squashfs-Dateisystem verpackt auf einen USB-Stick. Den Bootloader richtet Kiwi auf einer separaten, mit Ext2 formatierten Partition ein. Damit Kiwi weiß, woher es Pakete installieren soll, müssen Sie zunächst in der Datei /usr/share/kiwi/image/kwliveCD-suse-10.3/config.xml zwei Repositories eintragen. Ersetzen Sie dazu die Einträge von Zeile 28 bis 33 durch die zwei Repositories aus Listing 1. Anstelle des Haupt-Repositorys von OpenSuse können Sie auch einen Spiegelserver eintragen.

Listing 1
<repository type="yast2">
        <source path="http://download.opensuse.org/distribution/10.3/repo/oss/"/>
</repository>
<repository type="yast2">
        <source path="http://download.opensuse.org/distribution/10.3/repo/non-oss/"/>
</repository>

Möchten Sie den Stick aus einer OpenSuse-DVD erstellen, ohne Pakete aus dem Internet herunterzuladen, dann hängen Sie die DVD zum Beispiel nach /mnt ein und geben dann folgende Quelle an:

<repository type="yast2">
        <source path="/mnt"/>
</repository>

Theoretisch funktionieren beide Vorgehensweisen auf 32- und 64-Bit-Systemen. In unseren Tests zeigte der 64-Bit-Stick jedoch ein sehr seltsames Verhalten. So waren auf dem Stick zwei Kernel installiert (32- und 64-Bit), sodass das Laden sämtlicher Module nach der Initrd scheiterte. Grund dafür ist mit ziemlicher Sicherheit ein Bug in der 64-Bit-Version von Smart. Wie Sie auf einem 64-Bit-System trotzdem einen USB-Live-Stick erstellen, lesen Sie im Kasten Kasten „64-Bit-Bug“.

64-Bit-Bug

Die Kiwi-Schemata für KDE und GNOME benötigen in der Grundeinstellung einige Pakete aus dem Repository non-oss. Da Sie auf 64-Bit-Rechnern wegen eines Bugs in Smart nur eine Installationsquelle angeben können, müssen Sie sämtliche Pakete und Abhängigkeiten zum Non-OSS-Repository aus der Konfigurationsdatei /usr/share/kiwi/image/kwliveCD-suse-10.3/config.xml entfernen. Dazu gehören die Pakete:

  • tpctl
  • tpctl-kmp-default
  • atmel-firmware
  • adaptec-firmware
  • ipw-firmware
  • ipw3945-kmp-default
  • ipw3945d
  • iwl3945-ucode
  • iwl4965-ucode
  • mpt-firmware
  • qlogic-firmware

Nach dem Erstellen des Sticks können Sie diese Pakete problemlos nachinstallieren oder die Installation um weitere Quellen erweitern. Dieser Workaround ist auch nötig, wenn Sie unter einem 64-Bit-System mit linux32 kiwi ... einen 32-Bit-Stick erstellen möchten.

Nehmen Sie keine Änderungen an der Datei /usr/share/kiwi/image/usbboot/suse-10.3/config.xml vor. Das OpenSuse-Wiki führt hier etwas in die Irre: Da Kiwi die KwliveCD-Konfiguration benutzt, braucht es keine weiteren Angaben zur Initrd. In Zukunft planen die Kiwi-Entwickler sogar, diese Konfigurationsdateien read-only zu machen und mit einer Prüfsumme zu versehen.

Paketierung

Haben Sie die config.xml-Datei angepasst, fahren Sie mit Schritt 2 fort. Zum Herunterladen und Installieren sämtlicher Pakete nutzt Kiwi nicht etwa YaST als Paketmanager, sondern Smart. Laut Kiwi-Dokumentation [3] lässt sich auch Zypper als Paketmanager benutzen, in unseren Tests endeten die Zypper-Versuche jedoch mit einer Fehlermeldung.

Je nach Downloadgeschwindigkeit können Sie jetzt eine größere Pause einlegen. Auf unserem Testrechner benötigte Kiwi eine knappe Stunde, danach war das System installiert. Das Tool zeigt dann die Ausgabe KIWI exited successfully done an, und Sie können zu Schritt Drei übergehen. Fehlermeldungen hagelt es dann, wenn eines der Repositories nicht erreichbar war Sie Pakete in die Liste mit aufgenommen haben, für die kein Repository-Eintrag besteht.

Den im OpenSuse-Wiki beschriebenen Schritt rm -fr /tmp/kiwi* müssen Sie nur ausführen, wenn Sie bereits mit der Software experimentiert haben und die Altlasten entfernen möchten.

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1 Kommentar auf "OpenSuse als Live-Version auf einem USB-Stick installieren"

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Das Paket kiwi-desc-livesystem gibts es nicht.
Hier schreibt wohl Einer von Anderem ab ;(