Aus LinuxUser 06/2007

Virtualisierungslösungen im Vergleich (Seite 2)

Da Parallels nur USB 1.0 unterstützt, dauert das Transferieren von Daten von der virtuellen Maschine auf USB-Geräte entsprechend lange. Trotz installierter Guest-Addons benötigte Parallels unter Windows Vista knapp acht Minuten, um eine 100 MByte große Datei auf den angeschlossenen USB-Stick zu transferieren.

Mehr als Hausmannskost bietet Parallels nicht. Die anderen Virtualisierer im Test leisten mindestens das gleiche, im Fall von VMware Server und VirtualBox sogar kostenlos. Positiv fällt die einfache Installation und Bedienung der Software auf, negativ in erster Linie die fehlende Snapshot-Funktion. Bemerkenswert ist die umfangreiche Dokumentation, die Parallels im PDF-Format zum Download [3] bereitstellt.

Parallels: PlusMinus

+ Einfache Installation und Bedienung

+ Sehr gute Dokumentation

– Fehlende Snapshotfunktion

– Keine Guest-Addons für Linux

VMware Workstation 6.0 beta

Die aktuelle Version 6 der Workstation, zum Testzeitpunkt lediglich als Beta verfügbar, stellt VMware [4] gegen eine Registrierung kostenlos zum Download [5] zur Verfügung. Die spätere finale Version kostet 189 US-Dollar und ist damit mit Abstand das teuerste Produkt im Test.

VMware bietet seine Workstation sowohl als Tarball mit Installer wie auch als RPM-Paket an. Nach dem Einspielen der Software erfolgt die Konfiguration über den Aufruf vmware-config.pl auf der Konsole. Hier gilt es, einige teils knifflige Fragen zu beantworten, wie etwa über verwendete Netzwerkunterstützungen. In jedem Fall gehört deshalb vor der Installation ein Blick ins Benutzerhandbuch [5] zum Pflichtprogramm.

Die Oberfläche wirkt auf den ersten Blick sehr aufgeräumt und offenbart auf einen Blick die wichtigsten Funktionen, beispielsweise das Anlegen neuer Gäste. Dieser Eindruck bestätigt sich auch im Detail. Zwar verfügt VMware über eine Vielzahl möglicher Einstellungen, die aber so durchdacht angeordnet sind, dass der Benutzer sich nach kurzer Zeit zurechtfindet.

Wie Parallels startet auch VMware zum Einrichten eines neuen Gastsystems einen Assistenten. Da Sie mit diesem nur die wichtigsten Parameter festlegen, starten Sie das Feintuning mit einem Klick auf Edit virtual machine settings. Die Installation von Vista bereitete keinerlei Probleme, während ein Darstellungsfehler bei Opensuse 10.2 den regulären Abschluss der Konfiguration verhinderte. Der Aufruf des X-Konfigurators sax2 auf der Konsole sorgte jedoch für Abhilfe.

Die Software stellt sowohl für Vista als auch für Linux Guest-Addons bereit. Diese aktivieren in der virtuellen Maschine Zusatzfunktionen wie den automatischen Wechsel des Mauszeigers zwischen Gast- und Wirtssystem oder das automatische Anpassen der Bildschirmauflösung des Gastbetriebssystems an die Größe des VM-Fensters (Abbildung 3). Als einziger Kandidat unterstützt VMware diese Funktion sogar unter Linux.

Abbildung 3: Ungewöhnliche Ansichten: Die VMware Workstation passt nicht nur die Bildschirmauflösung des Gastes automatisch an, sondern erlaubt auch das Verschieben via Drag&Drop von Dateien vom Gast zum Wirt und umgekehrt.
Abbildung 3: Ungewöhnliche Ansichten: Die VMware Workstation passt nicht nur die Bildschirmauflösung des Gastes automatisch an, sondern erlaubt auch das Verschieben via Drag&Drop von Dateien vom Gast zum Wirt und umgekehrt.

Die aktuelle Version von VMware Workstation bietet neben einer Copy&Paste-Funktion auch das Drag&Drop von Dateien und zwischen Gast und Wirt – unabhängig vom verwendeten Gastsystem. Sie ziehen die gewünschte Datei einfach mit der Maus aus einem Verzeichnis des Gasts auf den Desktop des Wirts oder umgekehrt. Als einziger Testteilnehmer unterstützt VMware Workstation das USB-2.0-Protokoll. Im Test dauerte der Transfer einer 100 MByte großen Testdatei etwa 10 Sekunden.

Daneben unterstützt die aktuelle Version auch den Multihead-Betrieb über mehrere Bildschirme.

Sowohl die Performance als auch die Interoperabilität zwischen Wirt und Gast überzeugen bei VMware Workstation auf der ganzen Linie. Lediglich der mit 189 US-Dollar sehr hohe Preis für die finale Release gibt Anlass zur Kritik.

VMware Workstation: PlusMinus

+ USB 2.0-Support

+ Snapshot-Manager

+ Sehr leistungsstark

+ Drag & Drop

– Hoher Preis

VMware Server 1.0.2

Die Server-Version stellt VMware [4] kostenlos zum Download [6] bereit. Anders als der Name suggeriert macht VMware Server auf auf dem heimischen PC durchaus eine gute Figur. Die Einschränkungen in der Lizenz, die etwa Grid-Computing oder das Vermieten oder Verkaufen von auf dem Server basierenden Diensten verbieten, stören den Privatanwender normalerweise nicht. Wie die Workstation bietet VMware auch den Server sowohl als Tarball mit Installer wie auch als RPM-Paket an. Um die Software zu nutzen, muss sich der Anwender registrieren und erhält im Gegenzug eine Seriennummer zum Betrieb.

Beim Start des VMware Server öffnet sich zunächst ein Verbindungsmanager, mit dem Sie Server sowohl lokal als auch remote starten und administrieren. Diese Option erweitert noch die Fähigkeit, sowohl am Host als auch am Remote-Client angeschlossene CD/DVD-Laufwerke in die virtuelle Maschine einzubinden. Auf den ersten Blick gleichen sich sowohl die Oberflächen als auch die Konfigurationsfenster von Server und Workstation wie ein Ei dem anderen (Abbildung 4).

LinuxUser 06/2007 KAUFEN
EINZELNE AUSGABE Print-Ausgaben Digitale Ausgaben
ABONNEMENTS Print-Abos Digitales Abo
TABLET & SMARTPHONE APPS
Deutschland

Hinterlasse einen Kommentar

  E-Mail Benachrichtigung  
Benachrichtige mich zu: