Aus LinuxUser 06/2007

Englisch lernen leicht gemacht

Klassenbester

Angehende Fremdsprachenfreunde können aufatmen: Endlich gibt es mit dem Longman Dictionary ein Lehrwerk, das die Vorzüge moderner Computer mit bewährten Lernmethoden verbindet. Und das Beste: Linux ist mit von der Partie.

Wer eine Fremdsprache lernen möchte, arbeitet oft genug mangels alternativer Angebote wie früher mit Vokabelheften, Sprachlernbüchern oder – so modern darf es sein – Audio-CDs. Im Zeitalter leistungsfähiger Computer wirken diese Methoden eher antik, und deshalb setzt Longman-Langenscheidt mit einem Sprachlern- und Wörterbuch ein zeitgemäßes Lehrmittel dagegen.

Das Wörterbuch

Das Longman Dictionary of Contemporary English – kurz: LDOCE [1] – kommt in der elektronischen Variante auf zwei CD-ROMs ins Haus. Als Druckwerk gibt es das Wörterbuch in zwei Versionen – einmal mit und einmal ohne Datenträger.

Langenscheidt bewirbt das Werk mit Hang zum Understatement als „Multimedia-Wörterbuch mit Text, Bild und Ton“. Bescheiden fallen auch die Systemvoraussetzungen aus: Neben einem Rechner mit 400 MHz-Prozessor und 128 MByte Arbeitsspeicher nennt Langenscheidt erfreulicherweise diverse Linux-Distributionen als Betriebsgrundlage. Allerdings sind diese Mindestvoraussetzungen deutlich zu niedrig angesetzt, denn das Lexikon arbeitet nicht im Textmodus. Mit einem 800-MHz-PC mit 256 MByte RAM sind Sie auf der sicheren Seite.

Im übertragenen Sinn „bescheiden“ ist auf jeden Fall die Dokumentation des Programms: Eine Installationsanleitung für Linux sucht man im ganze zwei Seiten dünnen CD-Booklet vergebens. Auf der ersten der beiden CDs gibt es im Unterverzeichnis linux aber ein Shellskript mit dem zielführenden Namen installation.sh. Sie starten es im Terminal mit dem Befehl sh /Pfad_zum_CD_Laufwerk/linux/installation.sh.

Installation

Nach dem Start öffnet das Installationskript ein X-Terminal und kurz darauf eine grafische Oberfläche zur Angabe der Programmpfade und des Installationsumfangs. Etwas unüblich, aber einsteigerfreundlich: Als Installationspfad gibt das Skript das Homeverzeichnis des Anwenders fest vor. Die Dateipfade lassen sich dagegen an eigene Wünsche anpassen.

Möchten Sie das Lexikon samt aller Sounddateien komplett auf die Festplatte packen, setzt das gut 1,2 GByte freien Plattenplatz voraus. Verzichten Sie dagegen auf die vollständige Installation, fällt der Platzbedarf sehr viel geringer aus. Verfügt der Rechner über ausreichend freien Speicher, sollten Sie die Sounddateien aber auf jeden Fall mit installieren, da so später die Arbeit mit dem Programm deutlich komfortabler ist. Um den vollen Funktionsumfang des Lexikons zu nutzen, benötigen Sie außerdem den Adobe Reader, den das Longman-Pakte seltsamerweise nicht enthält. Die neueste Version des PDF-Readers besorgen Sie sich am besten direkt bei Adobe [2].

Nach der Installation finden Sie auf Ihrem Desktop eine Verknüpfung mit dem Namen LDOCE. Diese sollten Sie nicht löschen, denn in den Programmmenüs der Linux-Distributionen gibt es keinen weiteren Hinweis auf die Anwendung. Je nach Einstellung Ihrer Arbeitsumgebung genügt ein Einfach- oder Doppelklick auf das Programmsymbol, um das Lexikonprogramm zu starten.

Lernen mit der Maus

Erster Eindruck nach dem Klick: Das Programm startet eher schwerfällig. Da das Longman-Wörterbuch auf dem etwas trägen Mozilla-Browser und dem Flash-Player aufsetzt, dauert der Start der Software auch auf schnellen Rechnern einige Sekunden. Zweiter Eindruck: Die aufgeräumte Oberfläche präsentiert sich ungewohnt, aber intuitiv bedienbar. Auf Menüleisten mit überladenen Untermenüs verzichtet das Programm zugunsten einer Benutzerführung ausschließlich über Buttons.

Das Hauptfenster gliedert sich in zwei Teile: Links im großen Fenster zeigt das Lexikon gesuchte Begriffe mit Erläuterungen und Beispielen; rechts befinden sich untereinander drei kleinere Fenster, in denen das Programm neben Phrasen und Beispielen zur Anwendung des Suchbegriffs im Bereich Activate your language auch sinn- und sachverwandte Begriffe präsentiert. Der Klick auf ein kleines Seitensymbol öffnet ein neues Fenster mit detaillierten Angaben zum jeweiligen Beispiel oder zur Phrase.

Die wichtigsten Bedienelemente finden sich im Hauptfenster oben links: eine Zeile zur Eingabe eines Suchbegriffs sowie Buttons für Suche sowie für Druck- und Kopierfunktionen. Über der Eingabezeile befinden sich fünf farblich abgehobene Schaltflächen, von denen Dictionary, Exercises und Grammar am interessantesten sind (Abbildung 1).

Abbildung 1: Menüfrei, aber intuitiv bedienbar präsentiert sich das Longman Dictionary of Contemporary English.
Abbildung 1: Menüfrei, aber intuitiv bedienbar präsentiert sich das Longman Dictionary of Contemporary English.

Auskunftsfreude: Sehr gut!

Das Wörterbuch gibt sich auf Anfrage sehr auskunftsfreudig: Tragen Sie in die Eingabezeile einen Suchbegriff ein, so zeigt das Lexikon im Hauptfenster neben den nach Wortarten getrennten Ergebnissen viele zusätzliche Erläuterungen und – sofern vorhanden – auch Bildmaterial zum Suchbegriff. Bilder und Grafiken lassen sich per Mausklick auch vergrößert anzeigen.

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