Aus LinuxUser 03/2007

Internetanbindung über DSL (Seite 2)

Für den kabelbasierten Anschluss mehrerer Rechner an eine DSL-Leitung benötigen Sie neben DSL-Modem und Splitter noch einen DSL-Router sowie einen Switch, über den Sie die einzelnen Rechner verbinden. Üblicherweise sind Router und Switch für das kleine Heimnetz heute in einem einzigen Gehäuse integriert. Solche Kabel/DSL-Router bietet eine ganze Reihe von Herstellern an. Wir demonstrieren die Einrichtung des Internetzugangs im folgenden exemplarisch an einem Router des Typs BEFSR41 von Linksys, einer Tochter des Markt- und Technologieführers Cisco [3].

Linksys BEFSR41

Das Linksys-Gerät (Abbildung 1) beherbergt in einem etwas plump wirkenden, blau-schwarzen Gehäuse in DIN-A5-Größe neben dem eigentlichen Router noch einen fest verdrahteten Switch. An der Frontseite befinden sich mehrere Status-LEDs, während man an der Rückseite insgesamt fünf Fast-Ethernet-Ports sowie den Anschluss für das Netzteil und einen ins Gehäuse versenkten Reset-Schalter findet. Von den fünf 100BaseTX-Buchsen dienen vier dem Anschluss von Rechnern, der fünfte – räumlich etwas separierte – für die Verbindung zum DSL-Modem. Ein mechanischer Netzschalter fehlt. Im Lieferumfang befindet sich weiterhin neben dem Netzteil und einer Software-CD für andere Betriebssysteme noch ein Quick Setup Guide, der die Erstkonfiguration des Gerätes in wenigen Schritten beschreibt, sowie ein kurzes Kabel zum Anschluss des Routers an das DSL-Modem.

Abbildung 1: Der DSL-Router BEFSR41 von Linksys integriert einen 5-Port-Switch und agiert auch als Firewall und DHCP-Server.
Abbildung 1: Der DSL-Router BEFSR41 von Linksys integriert einen 5-Port-Switch und agiert auch als Firewall und DHCP-Server.

Der BEFSR41 ist hardwareseitig gut für zukünftige Entwicklungen gerüstet: Durch die Verwendung des Fast-Ethernet-Standards auch auf dem Modem-Port ließe sich das Gerät auch an den bislang nur vereinzelt erhältlichen DSL-Anschlüssen mit deutlich mehr als 10 Mbit/s Transferrate nutzen, ohne dass die Geschwindigkeit vom Router gedrosselt würde. Zudem ist der Switch kaskadierbar. Das bedeutet, dass man weitere Switches dem Router nachgeschaltet kann, wenn das Heimnetzwerk des Nutzers mehr als vier Rechner umfasst. Eine intelligente Kabelerkennung rundet das Gerät ab: Zum Anschluss der PCs kann man sowohl herkömmliche Patchkabel als auch Crossover-Kabel verwenden.

Für die Konfiguration stellt der BEFSR41 ein gut durchdachtes Webinterface zur Verfügung, das auch Einsteiger ohne tiefer gehende Netzwerkkenntnisse nicht überfordert. Zunächst gilt es die angeschlossenen Rechner so zu konfigurieren, dass sie ihre jeweilige IP-Adresse automatisch vom Router beziehen. Nach dem Starten eines Browsers auf einem der angeschlossenen Rechner und der dortigen Eingabe der ab Werk festgelegten Router-IP-Adresse 192.168.1.1 fragt der BEFSR41 zunächst nach Benutzername und Passwort. In der Werkseinstellung bleibt der Benutzername leer, während als Default-Passwort admin vorgegeben ist. Nach Eingabe des Passworts erscheint im Browser die Konfigurationsoberfläche (Abbildung 2).

Abbildung 2: Der BEFSR41 lässt sich über den Webbrowser konfigurieren.
Abbildung 2: Der BEFSR41 lässt sich über den Webbrowser konfigurieren.

Nun wählt man im Menü Setup | Basic Setup den Internet Connection Type aus – in unserem Fall PPPoE. Die folgenden beiden Felder nehmen die Zugangsdaten des Providers auf. Im unteren Bereich des Menüs finden sich die für das lokale Netz relevanten Eingaben. So lässt sich dort der DHCP-Server aktivieren und der IP-Bereich für die Adressvergabe festlegen. In der Voreinstellung ist das Gerät außerdem auf Connect on Demand eingestellt und stellt die Verbindung ins Internet auf Anforderung durch einen der angeschlossenen Rechner aus dem LAN her. Nach fünf Minuten Inaktivität beendet der BEFSR41 die Verbindung automatisch und nimmt Sie erst dann wieder auf, wenn eine erneute Anfrage seitens eines Rechners im LAN erfolgt. Selbstverständlich lassen sich diese Einstellungen problemlos ändern.

In Österreich kommt in den Grundeinstellungen anstelle des PPPoE-Protokolls PPTP zum Einsatz. Das in diesem Fall erscheinende kontextsensitive Menü fragt die einzelnen Daten ab, die der Anwender vom Provider erhalten hat: Unter anderem gilt es hier die IP-Adresse, die Subnetzmaske und den Default Gateway einzugeben.

Sind die erforderlichen Angaben komplett, speichert ein Klick auf Save Settings sie ab. Im einfachsten Fall wählt man anschließend den Reiter Status an, wo ein Klick auf Connect die Verbindung zum Provider herstellt (Abbildung 3).

Abbildung 3: Das Statusfenster des Routers zeigt alle relevanten Daten an.
Abbildung 3: Das Statusfenster des Routers zeigt alle relevanten Daten an.

Sicherheit

Wie praktisch alle DSL-Router bringt auch der Linksys BEFSR41 eine integrierte Firewall mit. Deren Filtermöglichkeiten fallen allerdings etwas dürftig aus. So lassen sich im Menü Security lediglich drei Filter aktivieren: Im oberen Teil setzt man Filter für IP-Adressen aus dem internen Netz, die keinen Zugriff auf das Internet erhalten sollen. In der Mitte des Bildschirms lassen sich einzelne Ports deaktivieren. So führt hier beispielsweise die Eingabe der Ports 20 und 21 dazu, dass die Clients keine Downloads via FTP mehr vornehmen können. Wer gar den Port 80 für beide Protokolle TCP und UDP sperrt, verhindert jeglichen Zugriff auf das World Wide Web.

Im unteren Teil des Fensters lassen sich die MAC-Adressen derjenigen Rechner angeben, die keinen Zugang ins Internet erhalten sollen. Zusätzlich kann man hier angeben, welche Anfragen aus dem WAN der Router abblocken soll. So deaktiviert man hier beispielsweise die Antwort auf Pings externer Rechner. Diese grundlegende Sicherheitsmaßnahme unterbindet Denial-of-Service-Attacken von außen mithilfe von Programmen wie hping, die den Router mit Ping-Anfragen überfluten und lahmlegen können.

Wer seine Kommunikation über einen Tunnel (VPN) abgesichert betreibt (etwa zwischen zwei Filialen eines Unternehmens), kann über das Untermenü Security | VPN Passthrough die Funktion des Tunnels sicherstellen. Einem Klick auf Save Settings speichert auch hier die Konfiguration (Abbildung 4).

Abbildung 4: Grundlegende Sicherheitseinstellungen beim BEFSR41.
Abbildung 4: Grundlegende Sicherheitseinstellungen beim BEFSR41.

Wem diese Einstellmöglichkeiten nicht genügen, der installiert auf den Rechnern im lokalen Netzwerk noch eine zusätzliche Desktop-Firewall, die auch die Stateful Inspection des Datenverkehrs ermöglicht.

Erweiterte Einstellungen

Im Menü Applications and Gaming lassen sich das Port Forwarding und Triggering sowie Bandbreitenanpassungen einstellen. Das ist für Anwendungen wie Videotelefonie oder VoIP, relevant, aber auch für Online-Spiele. Auch den Betrieb von Web-, Mail- oder FTP-Servern im lokalen Netz, die vom Internet her erreichbar sein sollen, steuert man hier.

Der fortgeschrittenen Einrichtung des Routers widmet sich das Menü Administration. Hier lagt man beispielsweise das zur Konfiguration des Routers verwendete Passwort fest. Das werksseitig vergebene Passwort admin sollte der Administrator schleunigst ändern, um so den Zugriff auf den Router durch Dritte zu verhindern.

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