Aus LinuxUser 12/2006

Hardware-News

Neue Hardware

Drahtlose Linux-Thinclients

Der Hersteller Wyse (http://www.wyse.de) bietet eine Reihe von Thinclients für den Drahtlos-Betrieb an. Die aktualisierte V-Serie besitzt einen eingebauten WiFi-Adapter, der die Standards 802.11b und g unterstützt und WEP, WPA sowie WPA2 beherrscht, außerdem Authentifizierung per EAP und TKIP mit RC4-Verschlüsselung.

Neben Ausführungen mit Windows CE und Windows XP Embedded gibt es mit dem Drahtlos-Modell V50 auch ein Linux-Gerät. Es ist mit einem Via-C3-Prozessor sowie mit 128 MByte Flash und 256 MByte RAM ausgestattet. Als Betriebssystem kommt Wyse V6 Linux auf Basis von Kernel 2.6 zum Einsatz. Der Thinclient greift über X-Windows, RDP 5.2 oder das Citrix-Protokoll ICA 8.0 auf serverbasierte Anwendungen zu. Einzelne Programme wie den Firefox-Browser oder MPlayer führt der Rechner lokal aus. Zur zentralen Verwaltung der Clients kommt die Software Wyse Device Manager zum Einsatz.

Die Grafikkarte des Geräts bewältigt bei 24-Bit-Farbe eine maximale Auflösung von 1280 mal 1024 Pixeln. Der Thinclient besitzt außerdem einen 10/100 Ethernet-Adapter, drei USB-Ports, zwei serielle und ein parallele Schnittstelle sowie einen PCMCIA-Kartenschacht. Tastatur und Maus sind im Lieferumfang enthalten, im Betrieb mit angeschlossener Peripherie nimmt der Rechner laut Hersteller rund 17 Watt Leistung auf. Inklusive 16 Prozent Mehrwertsteuer kostet ein Gerät rund 600 Euro.

Drahtloser Linux-Arbeitsplatz: Wyse hat seinen neuen Thinclients einen eingebauten WiFi-Adapter spendiert, hier die Linux-Ausführung V50.
Drahtloser Linux-Arbeitsplatz: Wyse hat seinen neuen Thinclients einen eingebauten WiFi-Adapter spendiert, hier die Linux-Ausführung V50.

Navigieren mit Nokia 770

Navicore bedient mobile Endgeräte wie Handys und PDAs mit Navigationssoftware. Neuester Spross bei den unterstützten Geräten ist das Linux-basierte WLAN-Tablet Nokia 770. Mitte November soll der Verkauf des Navigations-Kits beginnen. Es besteht aus der Software, einer GPS-Maus, einem Ladekabel und einer Speicherkarte. Wahlweise liefert der Hersteller (http://www.navicoretech.com/Consumer/de_DE/productshome/)im großen Bündel auch das Nokia-Gerät mit. Software und GPS-Empfänger mit Kfz-Ladekabel sollen rund 200 Euro kosten, für das Komplettpaket mit Nokia 770 steht der Preis noch nicht fest.

Dem auf die Navigationssoftware vertrauenden Benutzer steht über die WLAN-Fähigkeiten des Nokia-Geräts eine zusätzliche Informationsquelle zur Verfügung: Ist das 770 mit dem Web verbunden, holt sich die Software Navicore Personal 2007 zum Beispiel Points-of-Interest (POI) und sonstige touristische Informationen aus dem Web. Software-Updates, Bugfixes, Wetterdienst und – in näherer Zukunft – auch TMC-Pro-Informationen nennt Navicore als weitere Annehmlichkeiten des Features. Der Traffic Message Channel (TMC) ermöglicht dem mit dem Tablet reisenden Zeitgenossen das Umfahren von Staus. Im Offline-Betrieb, was während einer Fahrt wahrscheinlich ist, lassen sich die aus dem Web gewonnenen Informationen zwischenspeichern.

Linux-Glascockpit für Sportflugzeuge

Mit RTLinuxPro von FSMLabs (http://www.fsmlabs.com) läuft das Glascockpit EFIS/One des US-Avionik-Herstellers Blue Mountain Avionics (http://www.bluemountainavionics.com). Das Kürzel EFIS steht für Electronic Flight Instrument System.

EFIS/One kombiniert auf einem kompakten 10,4-Zoll-Display alle für den Flugbetrieb notwendigen Instrumente, darunter Fahrt- und Höhenmesser, Kompass, künstlicher Horizont, Navigation und Triebwerkskontrolle. Ein ausgefeiltes 12-Kanal-GPS bietet gleichzeitig eine auf das Luftfahrzeug zentrierte 3D-Karte der Umgebung, die Geländeteile und Hindernisse auf oder über der aktuellen Flughöhe rot darstellt. Das integrierte Solid-State-AHRS (Attitude and Heading Reference System) sorgt für zuverlässige Fluglagedaten. EFIS/One kann daneben als Flugplanungs- und Flugdatenrechner dienen und bringt einen digitalen Autopiloten samt Flughöhenregelung und ILS-Capture mit.

Bei RTLinuxPro handelt es sich um eine kommerzielle Spielart der ursprünglich an der Universität von New Mexico entwickelten Echtzeit-Kernelerweiterung RTLinux. Zusammen mit GNU- und Eclipse-basierten Werkzeugen ist es für eine ganze Reihe von Embedded-Architekturen verfügbar. RTLinuxPro kombiniert einen POSIX-kompatiblen Echtzeit-Kernel mit einem Embedded-Linux-Client. Im Fall von EFIS/One läuft die Kombination auf einem kompakten Rechner mit AMD-Geode-CPU. Das EFIS/One-Bundle aus Software, Tageslichtdisplay und Bordrechner samt Zubehör und 12 Monate Support schlägt mit 16?870 US-Dollar zu Buche.

Tux am Steuerknüppel: Das Glascockpit EFIS/One von Blue Mountain Avionics setzt als Systemsoftware das Embedded-Linux RTLinuxPro ein.
Tux am Steuerknüppel: Das Glascockpit EFIS/One von Blue Mountain Avionics setzt als Systemsoftware das Embedded-Linux RTLinuxPro ein.

WLAN-Router im Entwurfs-Modus

Der WLAN-Standard IEEE 802.11n ist noch nicht offiziell verabschiedet. Das hindert die Hersteller wie gewohnt nicht daran, Hardware anzubieten, die der Entwurfsversion („Draft-N“) entspricht. Dazu gehören auch der Wireless-Router NGB-415 von Zyxel (http://www.zyxel.de) und der Xtreme-N-Router von D-Link (http://www.dlink.com/products/?pid=530).

Beide Geräte nutzen das 802.11n-Prinzip „Multiple Input Multiple-Output“ (MIMO) und verteilen damit ein- und ausgehende Datenströme auf drei Antennen, was nach übereinstimmenden Herstellerangaben Übertragungsraten von bis zu 300 Mbit/s ermöglicht.

Während beim D-Link-Gerät alle drei Antennen je nach Bedarf abnehmbar sind, lässt sich beim Zyxel-Router nur eine abstöpseln. WEP und WPA2 sorgen für Sicherheit. Der aufgebohrte N-Standard verspricht laut D-Link im (unwahrscheinlichen) besten Fall eine 14fach schnellere Übertragung und ein um den Faktor sechs gesteigerte Reichweite der Geräte. Vor allem in der häuslichen Umgebung ist die erhöhte Reichweite nicht nur vorteilhaft, weil das WLAN-Netz für eine erweiterte Nachbarschaft sichtbar ist und damit die Gefahr für Angriffe steigt. Die Router integrieren neben den Verschlüsselungsprotokollen jeweils SPI-Firewalls (Stateful Packet Inspection).

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