Aus LinuxUser 11/2006

Diffutils

Der kleine Unterschied

Textdateien miteinander vergleichen, die Unterschiede herausfinden und anzeigen, ja sogar der automatische Abgleich der Dateien – das alles bieten die Diffutils auf der Kommandozeile.

Die Diffutils enthalten allerlei nützliche Tools: So vergleicht Diff zwei Textdateien miteinander, verrät Ihnen die Unterschiede auf der Konsole und schreibt die Änderungsvorschläge auf Wunsch in eine Patch-Datei, mit der Sie das gewünschte Dokument vollautomatisch anpassen. Wer mit drei Textdateien hantiert, greift stattdessen zu Diff3 – wir zeigen Tipps und Tricks.

Differenziert betrachten

Das Programm Diff vergleicht zwei Textdateien (optional Dateien aus zwei Verzeichnissen) zeilenweise miteinander und verrät auf der Konsole, ob und wie diese sich unterscheiden. Um herauszufinden, ob es überhaupt Unterschiede gibt, rufen Sie das Programm zusammen mit dem Parameter -q und den beiden Textdateien auf:

$ diff -q datei1 datei2
Dateien datei1 und datei2 sind v?
erschieden.

Interessieren Sie sich für die Unterschiede, lassen Sie die Option weg, und Diff schreibt seine Erkenntnisse direkt auf die Shell (Abbildung 1). Neben den Zeilen, die sich voneinander unterscheiden, sehen Sie jeweils eine etwas kryptische Angabe, die verrät, was geändert werden muss, damit die sich die beiden Dateien aufs Haar gleichen.

Abbildung 1: Diff zeigt die Unterschiede zwischen den beiden Textdateien zeilenweise auf der Konsole an.
Abbildung 1: Diff zeigt die Unterschiede zwischen den beiden Textdateien zeilenweise auf der Konsole an.

Diese Änderungsvorschläge folgen immer demselben Schema: Neben den Zeilennummern oder einem Bereich (Zeilennummer durch Kommata getrennt), sehen Sie hier einen der drei Buchstaben a, c oder d: a steht für „append“ (englisch anhängen), c für „change“ (verändern) und d für „delete“ (löschen). So bedeutet

9,12c9,13

aus Abbildung 1 beispielsweise, dass Sie die Zeilen 9 bis 12 der ersten Datei oder 9 bis 13 der zweiten Datei verändern müssen, damit sich die beiden Dateien gleichen. Entsprechend teilt Diff Ihnen über eine Ausdruck wie

3a,13,15

mit, dass Sie die Zeilen 13 bis 15 der zweiten Datei hinter Zeile 3 der ersten einfügen müssen. Sehen Sie die Anweisung

4-7,d8

sind die Zeilen 4 bis 7 der ersten Datei zu löschen oder entsprechend nach Zeile 8 der zweiten Datei anzuhängen, wenn Sie die zweite Datei anpassen.

TIPP

Scrollt die Diff-Ausgabe aus dem Terminal, leiten Sie diese per Pipe-Zeichen an das Programm Less oder More weiter, etwa über diff datei1 datei2 | less. Alternativ bietet es sich an, den Output in einer Datei abzulegen, beispielsweise diff datei1 datei2 > unterschiede. Wenn Sie diese nun in einem Texteditor mit Syntax-Highlighting betrachten, sehen Sie die Unterschiede farblich hervorgehoben (Abbildung 2).

Abbildung 2: Mit Syntax-Highlighting ist die Diff-Ausgabe gleich viel übersichtlicher.
Abbildung 2: Mit Syntax-Highlighting ist die Diff-Ausgabe gleich viel übersichtlicher.

Schall und Rauch

Enthalten die beiden Vergleichskandidaten viele leere Zeilen an unterschiedlichen Stellen, bläht das den Diff-Output unnötig auf. Dass das Programm Leerzeilen ignorieren soll, teilen Sie daher über einen weiteren Parameter (-B) mit.

Ebenso gibt es verschiedene Optionen, die sich mit Leerzeichen beschäftigen. So bringen Sie Diff dazu, entweder Tabulatoren (-E), einfache Leerzeichen (-b) oder sämtliche Leerzeichen (-w) zu ignorieren. Wer keinen Wert auf die Unterscheidung von Groß- und Kleinschreibung legt, teilt Diff dieses über die Option -i mit.

Im richtigen Kontext

Das Programm Diff bietet weitere Aufrufparameter, welche die Ausgabe im Zweifelsfall besser lesbar machen:

diff -c datei1 datei2

bringt etwas mehr Format und standardmäßig drei Zeilen Kontext in den Output. Soll es noch mehr Rahmen sein, geben Sie die Zeilenanzahl hinter der Option -C an:

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