Aus LinuxUser 10/2006

Distribits

Gentoo zum Nachtisch

Das nach einer italienischen Nachspeise benannte Sabayon Linux (http://www.lxnaydesign.net/) basiert auf Gentoo und ist ein komplettes Mulimediasystem für den täglichen Gebrauch.

Sabayon existiert in zwei Geschmacksrichtungen: Die DVD-Edition bringt ein komplettes Desktopsystem einschließlich der wichtigsten Compiler und Serverdienste mit. Die CD-Variante verzichtet auf Development-Pakete und Server sowie auf etliche Programme, von denen die Entwickler annehmen, dass sie seltener gebraucht werden.

Beide Varianten enthalten Multimediaprogramme mit den Codecs für die wichtigsten Audio- und Videoformate. Als Desktop verwendet Sabayon das aktuelle KDE 3.5.4. Für schmalbrüstige Rechner gibt es zusätzlich Fluxbox. KOffice 1.5.2 hilft bei der Büroarbeit, als Browser macht sich Firefox 1.5.0.4 nützlich, E-Mails bearbeitet KMail. Google Earth ist ebenso installiert wie ein NX-Client. Als Musikbox steht Amarok 1.4.1 zur Verfügung, Kaffeine 0.8.1 und MPlayer dienen zum Vorführen von Filmen.

Mit Hilfe eines grafischen Installationsprogramms lässt sich Sabayon auf der Festplatte installieren und um Programme aus dem reichhaltigen Fundus von Gentoo erweitern. Zum schmerzlosen Ausprobieren von Softwarepaketen bringt die Distribution ein fertig eingerichtetes Klik-System mit.

Sabayon ist ein Livesystem mit Schwerpunkt Multimedia.
Sabayon ist ein Livesystem mit Schwerpunkt Multimedia.

Ein völlig freies Ubuntu

Gnewsense (http://www.gnewsense.org) ist ein Ubuntu-Derivat, das komplett auf binäre proprietäre Treiber und Firmware verzichtet und ein vollständig freies System auf die Beine stellt. Dabei soll der Benutzer Zugriff auf den Quelltext aller installierten Programme und Treiber haben.

Als Grundlage verwendeten die Entwickler das aktuelle Ubuntu 6.06, aus dem sie alle unfreien Teile und das Artwork von Ubuntu entfernten und das sie um die Pakete emacs, bsdgames, nethack und build-essentials ergänzten. Ferner sorgten sie dafür, dass die Software-Paketquelle Universe standardmäßig aktiviert ist, um das Installieren von Programmen zu erleichtern.

Die Softwareausstattung entspricht dem Stand von Ubuntu 6.06. Die Distribution steht über die Homepage des Projekts zum Download via Bittorent bereit.

Fedora live und aktuell

Unter dem Namen Fedora Unity (http://fedoraunity.org) haben sich einige Entwickler zusammen getan, die Fedora-Live-CD/DVDs mit aktualisierter Software für 32-Bit-Systeme zusammen stellen.

Die Live-Medien tragen die Bezeichnung Fedora Live Spins und enthalten Fedora 5, das mit allen aktuellen Updates versehen wurde. Die CDs enthalten Kernel 2.6.17 mit Fedora-Patches, OpenOffice 2.0.3, Gnome 2.14.1 als Desktop sowie weitere aktualisierte Software. Für experimentierfreudige Nutzer steht auch eine Live-CD der aktuellen Fedora 6-Testversion bereit.

In einem ersten Test in der Redaktion hatte die Live-CD noch Probleme, Nvidia-Grafikkarten korrekt zu erkennen. Hier ist noch etwas Handarbeit vonnöten, bis Auflösung und Farbiefe stimmten.

Fedora Unity gibt es nicht nur als Live-CD/DVD, sondern auch als ebenfalls aktualisierte Installations-DVD für 32- und 64-Bit-Systeme. Der Download ist ausschließlich über Bittorrent möglich.

Die Entwickler planen, jeden Monat eine neue Auflage der Live Spins zu veröffentlichen, bis die Lebensdauer der Distribution endet und sie nach Fedora Legacy übertragen wird.

Fedora Live Spins enthalten ein komplettes Live-System auf dem neuesten Stand.
Fedora Live Spins enthalten ein komplettes Live-System auf dem neuesten Stand.

Neues von Mandriva

Für den 15. September ist die nächste Version von Mandriva Linux (http://www.mandriva.com) angekündigt. Die aktuelle Beta nutzt den Linux-Kernel in Version 2.6.17.8, KDE ist in Version 3.5.4 dabei, Gnome trägt die Versionsnummer 2.16 Beta 2.

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