Aus LinuxUser 09/2006

Distribits

Aus Suse wird OpenSuse

Zeitgleich mit dem Erscheinen der zweiten Alphaversion der kommenden Suse 10.2 haben sich die Entwickler entschlossen, die Distribution in OpenSuse (http://www.opensuse.org) umzubenennen. Damit trägt die Distribution nun den selben Namen wie das Projekt. Hinter dem Namenswechsel steht der Wunsch von Novell, die freie, Community-getragene Distribution über den Namen deutlicher gegen die für den Unternehmenseinsatz gedachten Produkte Suse Linux Enterprise Desktop und Suse Linux Enterprise Server abzusetzen.

Die OpenSuse-Alpha selbst enthält keine Überraschungen: Die Entwickler behoben einige Fehler, brachten KDE auf Version 3.5.3, KOffice auf 1.5.2 und OpenOffice auf 2.0.3rc1. Die Probleme mit dem grafischen Installationsprogramm sind noch nicht gelöst, auch die Alpha 2 erlaubt nur ein Setup im Textmodus.

Die Distribution umfasst fünf CDs. Eine davon dient zur Installation des Grundsystems. Für eine KDE- oder Gnome-Installation in Englisch oder Deutsch benötigen Sie die CDs 1 bis 3, sonst alle fünf. OpenSuse gibt es für die Architekturen x86, x86_64 und PPC. Mit der Freigabe von OpenSuse 10.2 ist nicht vor Ende des Jahres zu rechnen.

Beta-Version von Freespire

Freespire (http://www.freespire.org), die freie Variante der kommerziellen Debian-basierenden Distribution Linspire (http://www.linspire.org) ist in einer ersten Beta-Version erschienen. Ursprünglich für den ersten August geplant, erschien die Beta bereits Mitte Juli. Die Entwickler sehen diese Version noch nicht als Produktivsystem an.

Freespire liegt in Form einer kombinierten Live-/Installations-CD zum Download auf der Homepage des Projekts bereit. Das System startet in einen KDE-Desktop, der auf der aktuellen Version 3.5.3. basiert. Nach dem Start verlangt das System vom Anwender die Zustimmung zu einem End User License Agreement, ähnlich wie Mandriva Linux. Nach wenigen Handgriffe sind Tastatur und Bildschirm angepasst, ein sorgfältig gestalteter Desktop lädt zur Arbeit ein.

Anders als beim kommerziellen Bruder Linspire fällt die Software schon bei der Installation komplett aus. Als Browser verwendet Freespire Firefox, als E-Mail-Programm Thunderbird. OpenOffice 2 ist komplett dabei, ebenso wie das Linspire-Produkt LPhoto (http://lphoto.com/) zum Verwalten von Digitalfotos. Auf der Multimediaseite punktet Freespire mit lizenzierten proprietären Programmen wie Realplayer 10, Quicktime sowie Grafik-Treibern für aktuelle Nvidia- und ATI-Karten sowie MP3-Support.

Das Verwalten der Pakete übernimmt das „Click-N-Run-Warehouse“ (CNR) von Linspire oder das altbekannte Apt-get. Neben der Freespire genannten Variante planen die Entwickler eine Freespire OSS Edition, die ausschließlich aus freier Software besteht. Einen Vorabtest der Freespire-Beta finden Sie in dieser Ausgabe.

Freespire enthält eine gute Auswahl an freier und proprietärer Software für die tägliche Arbeit.
Freespire enthält eine gute Auswahl an freier und proprietärer Software für die tägliche Arbeit.

Nokia aktualisiert Maemo

Nokia (http://www.nokia.com) hat das Internet Tablet OS 2006 veröffentlicht. Das System basiert auf Nokias freier Internet-Plattform Maemo 2.0 (http://www.maemo.org) und läuft auf dem Internet Tablet Nokia 770.

Gegenüber der Vorversion hat sich die Programmierschnittstelle von Maemo geändert, alte Anwendungen müssen also neu übersetzt werden. Als wichtigste Neuerung des Systems fällt die Integration des Messengers Google Talk ins Auge, der neben Instant Messaging auch das Telefonieren über VoIP erlaubt.

Das Nokia 770 funkt mit WLAN nach IEEE 802.11b/g und verfügt über einen TFT-Touchscreen mit einer Auflösung von 800×480 Pixeln bei 64?000 Farben. Das Betriebssystem Maemo basiert auf Linux und einer Gtk-Version, die Nokia um Funktionen für Internet-Tabletts erweitert hat.

Beim Browser setzt Maemo auf Opera und bringt daneben einen Feed-Reader, einen Bildbetrachter sowie einen Mediaplayer für die Formate AVI, AAC, MP2, MP3, MPEG1, MPEG4, Real Audio, Real Video und WAV mit. Zwar zählt auch ein E-Mail-Programm zur Grundausstattung, allerdings eignet sich das Nokia 770 mangels Tastatur nicht sonderlich zum Bearbeiten von E-Mails.

Das Nokia 770 kommuniziert nicht nur via WLAN, sondern auch über Bluetooth mit der Außenwelt. Das ermöglicht es, ein Bluetooth-Handy als Modem zu verwenden, um auch außerhalb von WLAN-Hotspots online zu gehen. Auch ein Headset zum Telefonieren findet über Bluetooth Anschluss ans Gerät.

Die Akkulaufzeit gibt Nokia mit drei Stunden für kontinuierliches Surfen an, die Bereitschaftszeit beträgt nach Herstellerangaben sieben Tage. Maemo ist kostenlos zu haben, es steht unter der GPL. Für das Nokia 770 liegt die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers bei 349 Euro.

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