Aus LinuxUser 08/2006

KDE-News (Seite 2)

Die Amarok-Entwickler diskutierten in Achtmaal Konzepte für die kommende Version des Audioplayers Amarok.
Die Amarok-Entwickler diskutierten in Achtmaal Konzepte für die kommende Version des Audioplayers Amarok.

Treffen in Norwegen bringt KDE 4 in Form

Für die Stabilisierung der Kernbibliothek und der Basisanwendungen von KDE soll ein Treffen sorgen, zu dem die technische Arbeitsgruppe des KDE e.V. die 24 aktivsten Entwickler Anfang Juli in eine Blockhütte in den norwegischen Wäldern eingeladen hat. Die Ergebnisse sollen KDE 4 zugute kommen und spätestens zur KDE-Konferenz „Akademy“ in alle Anwendungen einfließen. Als Sponsoren für das „KDE Four Core“ getaufte Treffen konnten die Organisatoren den Qt-Hersteller Trolltech und den Linux-Distributor Suse gewinnen.

Distributionsholer für Windows

Die Qt4-basierte Software getMyDistro erleichtert Windows-Benutzern das Herunterladen der gewünschten Linux-Distribution: Nach dem Start muss der Anwender lediglich die gewünschte Distribution und seinen CD-Brenner auswählen. getMyDistro holt die entsprechende ISO-Datei dann per Bittorrent und brennt sie auf eine eingelegte CD.

Einziger Wermutstropfen: Die zum Ubuntu-6.06 freigegebene, erste Version unterstützt nur Ubuntu und Kubuntu. Der Autor plant jedoch, in den kommenden Versionen so viele Distributionen wie möglich hinzuzufügen. Die Software, die auch noch eine deutsche Übersetzung braucht, steht unter http://getmydistro.blogspot.com/ als Windows-Installer und Quellcode zum Download bereit.

Die Lieblingsdistribution per Bittorrent unkompliziert auf CD – getMyDistro machts möglich.
Die Lieblingsdistribution per Bittorrent unkompliziert auf CD – getMyDistro machts möglich.

Chemie-Unterricht künftig auch in 3D

Das Chemieprogramm Kalizium, das vor kurzem von der Universität Osnabrück den Intevation-Preis für freie Software erhielt, wird in der kommenden Version eine 3D-Ansicht bieten. Sie veranschaulicht chemische Elemente oder komplexe Aminosäuren räumlich und ermöglicht dem Benutzer, das Modell mit der Maus zu drehen. Die neue Version ist Teil des Edutainment-Pakets von KDE 4, eine Alpha-Version soll gegen Ende des Jahres erscheinen.

Die kommende Kalzium-Version bietet eine 3D-Ansicht für Aminosäuren.
Die kommende Kalzium-Version bietet eine 3D-Ansicht für Aminosäuren.

YouTube-Videos herunterladen

Das Internetangebot von YouTube, bei dem jeder sein Video hochladen kann, wird immer populärer. Anwender ohne ständigen Internetzugang stellt YouTube jedoch vor Probleme: Statt die Filme online zu betrachten, würden sie die Videos lieber herunterladen und später offline ansehen. Ein Plugin für den KDE-Browser Konqueror macht das jetzt möglich: Dazu muss man nur das Servicemenü Get YouTube Video unter http://www.kde-apps herunterladen, das jetzt in einer verbesserten Version vorliegt. Nach dem Entpacken des entsprechenden Tar-Archivs nach ~/.kde/share/apps/konqueror/servicemenus/ steht eine entsprechende Aktion im Kontextmenü von Konqueror zur Verfügung.

„Season of KDE“ angelaufen

Mit der Aktion „Season of KDE“ soll Projektideen angegangen werden, die nicht im Rahmen des von Google gesponsorten „Summer of Code“ bearbeitet wurden. Über 170 Studenten blieben dort mit ihren Vorschlägen auf der Strecke. Nun können sie ihre Projekte dank der „Season of KDE“ nun doch fertigstellen und erhalten dazu projekterfahrene Entwickler als Mentoren zur Seite. Wer sein Projekt erfolgreich abschließt, darf seine Ergebnisse auf der diesjährigen KDE-Konferenz „Akademy“ in Dublin präsentieren. Interessierte finden unter http://developer.kde.org/seasonofkde/ weitere Informationen.

FrOSCon: Open Source am Rhein

Die erste Auflage der Free and Open Software Conference (FrOSCon, http://www.froscon.de/) fand am letzten Juni-Wochenende in der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg in Sankt Augustin statt. Organisiert hatten das Event der Fachbereich Informatik der FH zusammmen mit dem eigens gegründeten FrOSCon e.V. und der Linux/Unix User Group Sankt Augustin. Rund 700 Teilnehmer frequentierten die mehr als 60 Vorträge und fünf Workshops (http://programm.froscon.de/). Dabei sorgte die gut organisierte FrOSCon-Crew für ein perfekt funktionierendes WLAN und ein reibungsloses Catering.

Das offizielle Programm eröffnete der ehemalige Debian-Project-Leader Martin Michlmayr. In seiner Keynote diskutierte er die Qualitätssicherung in freien Softwareprojekten. Viele der ausstellenden freien Projekte boten eigene Vorträge, so etwa Debian, die deutsche Zope-Community und das PHP-Projekt. Entwickler vom KDE-Projekt und X.org nutzten zudem eigens bereitgestellte Räume zum Hacken. Für Interessierte bot das Linux Professional Institute die Prüfungen 101 und 102 an für 60 Euro Teilnahmegebühr und damit zur Hälfte des üblichen Preises an.

Zur Vorbereitung ihrer Konferenz hatten die Veranstalter verschiedensten Events besucht, von der FOSDEM über den Chaos Communication Congress bis zum LinuxTag. Der Aufwand hat sich gelohnt, denn die Gäste stellten den Organisatoren in ihren Blogs sehr gute Noten aus. Den einzigen Kritikpunkt stellte die vergleichsweise geringe Besucherzahl dar, die wohl der Fußball-WM und nicht zuletzt dem schönen Wetter geschuldet war.

Trotzdem werten die Veranstalter die erste FrOSCon als Erfolg. Noch kurz vor Beginn der Veranstaltung war unklar, ob es eine zweite Auflage geben würde. Nun gehen alle Beteiligten von einer FrOSCon 2007 aus. Die Nähe zu den Benelux-Staaten und das Angebot von Entwickler-Räumen für Projekte könnten die FrSOCon auch für FOSDEM-Publikum interessant machen.

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