Aus LinuxUser 07/2006

KDE-News (Seite 2)

Auch die Autoren Scott Wheeler und Micheal Pyne sowie der Amarok-Entwickler Ian Monroe schlossen sich mit ähnlichen Äußerungen an. In Juk ermöglichte erst die Implementation verschiedener Backends das Verwenden von GStreamer neben dem alten Arts. Monroe bezeichnete eine abstrakte Multimedia-API in KDE als eine technische Notwendigkeit.

Die Entwickler zeigten sich zuversichtlich, dass GStreamer eine langfristige Perspektive sei, falls sich eine stabile Version profiliere. Schaller selbst machte trotz all seiner Kritik deutlich, dass das GStreamer-Team den Phonon-Entwicklern auch beim Entwicklen eines GStreamer-Backends zur Seite stehe. Unterdessen ist die Phonon-API bereits im Hauptentwicklungszweig von KDE integriert. Als Backends stehen aktuell NMM und Xine bereit.

Qt in LSB 3.1

Die Linux Standard Base (http://freestandards.org/en/LSB/) nimmt mit der neuen Version 3.1 seiner Spezifikation erstmals auch die Qt-Bibliothek des norwegischen Herstellers Trolltech als unterstützte Komponente auf. Damit schließt Qt mit Gtk auf, das schon länger Bestandteil der LSB ist.

Die LSB 3.1 unterstützt dabei vorerst nur die API von Qt 3.3. Ein zusätzlicher Standard enthält auch Qt 4. Da sich diese Version jedoch voraussichtlich erst später verbreitet, ersonnen die LSB-Mitglieder einen Trick: Die neue Qt-Version ist in einem zusätzlichen Standard gekapselt und fließt in einer späteren Version vollständig in die normale LSB-Spezifikation ein.

Ian Murdock, technischer Direktor der Free Standards Group, begrüßte den Schritt. Vor allem das Engagement des KDE-Projektes habe dies möglich gemacht. Die vorliegende Version bestätige, dass alle Beteiligten auf dem richtigen Weg seien, Linux auf dem Desktop voranzutreiben.

KDE-Artists und OpenCollab beteiligt Community

Die Betreuer von KDE-Artists.org (http://www.kde-artists.org) verpassten ihrer Seite nicht nur ein neues Design, sondern haben sie zugleich mit einigen Funktionen ausgestattet, um die Arbeit der Community besser zu integrieren. So macht es die Site nun interessierten Hobbykünstlern möglich, Neuigkeiten, Anleitungen und Links beizusteuern.

Ein Feature namens Studios, von dem sich die Macher „einen neuen Drall beim Thema Blogging“ versprechen, erlaubt es Mitgliedern, den kreativen Prozess ihrer Kunstwerke zu dokumentieren und ihn mit anderen Kollegen zu besprechen.

Die Seite OpenCollab.org, ein Ersatz für das alte Kollaboration-Forum, will einen ähnlichen Ansatz für Entwickler von Anwendungen und interessierte Mitstreiter bieten.

Kubuntu und Ubuntu jetzt gleichwertig

Auf dem LinuxTag 2006 traf Mark Shuttleworth mit dem Vorstand des KDE e.V. zusammen, um über die Zukunft des KDE-Desktops auf der Ubuntu-Plattform zu beraten. Für die Zusammenkunft hatten unter anderem ein Streik der Kubuntu.de-Mannschaft gesorgt. Teile der Kubuntu-Community fürchteten, KDE sei schlechter in die Ubuntu-Plattform integriert als Gnome, da viele der von Canonical beschäftigten Entwickler Gnome-Anwender seien und somit ihre Änderungen nicht auf KDE anpassten.

Shuttleworth lenkte in diesem Punkt ein: Er will bei der Vergabe neuer Jobs zwei Entwickler mit KDE-Hintergrund einstellen. In seiner Keynote verkündete Shuttleworth, der sich als „professionellen Träumer“ bezeichnete, Kubuntu und Ubuntu würden beim kommenden Release gleichwertige Partner sein. Der ShipIt-Dienst soll künftig CDs beider Varianten kostenlos ausliefern, und Canonical wird für beide kommerziellen Support anbieten.

Wie Shuttleworth weiter bekanntgab, passt das Ubuntu-Projekt gerade das Übersetzungs-Tool Rosetta für KDE an. Rosetta erlaubt es Anwendern, Programme per Web-Interface zu übersetzen. Gleichzeit übernimmt das Bugtracking-Tool Malone künftig Daten aus KDEs Bugzilla und umgekehrt, um inhaltsgleiche Fehlerberichte zu identifizieren.

KDE-4-Entwicklung nimmt Fahrt auf

Nachdem das KDE-Team die grundlegenden KDE-Bibliotheken auf Qt 4 angepasst hat, läuft mit dem Portieren der Basis-Applikationen und des Büropakets KOffice die nächste Phase an. Zu den grundlegenden Neuheiten in den KDE-Bibliotheken zählen vor allem der neu importierte Audio-Layer Phonon sowie das Auslagern veralteter Klassen in eine Kompatiblitätsbibliothek. Insgesamt zeichnet sich eine deutliche Schlankheitskur in den Bibliotheken ab.

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