Aus LinuxUser 07/2006

KDE-News

Amarok 1.4 freigegeben

Das Amarok-Team hat die Version 1.4 der digitalen Jukebox freigegeben. Diese läutet die Serie mit dem Namen „Fast Forward ein“, welche den Vorgänger „Airborne“ ablöst. Ein Highlight des neue Entwicklungsstrangs ist die bessere Unterstützung für mobile Audio-Player.

Während es für iPod und iRiver ein eigenes Steuermodul gibt, erkennt Amarok 1.4 andere Player als USB-Massenspeicher. Diese findet er auf modernen Distributionen automatisch. Danach steht dem Abgleich der Musikdateien nichts mehr im Wege. Amarok unterscheidet außerdem zwischen verschiedenen Geräten gleicher Bauart und bringt alle auf den jeweils korrekten Stand.

Besitzer von Dateien im den von Apple bevorzugten Formaten Advanced Audio Codec (AAC) oder RealMedia dürfen diese nun auch in Amarok verwenden, denn Fast Forward interpretiert die Meta-Tags dieser Formate nun korrekt und pflegt die Titel so in seine Datenbank ein. Desweiteren holt die Version 1.4 Songtexte nun per Skript, was eine größere Flexibilität bei der Auswahl des Songtext-Anbieters ermöglicht.

Das Punktesystem erlaubt nun auch ein direktes Bewerten durch den Anwender. Diese Funktion komplementiert das schon länger vorhandene, automatische Wertungssystem, das auf dem Hörverhalten des Nutzers basiert. Außerdem sammelt Amarok die Lieddaten nun über einen externen Prozess in seiner Datenbank, was Stabilität und Geschwindigkeit der Software erhöht. Die Serie „Fast Forward“ baut als letzte auf KDE 3 auf. Mit Amarok 2.0 stellen die Entwickler auf die KDE-Version 4 um, die voraussichtlich Anfang nächsten Jahres erscheint.

Sorgen um Updates brauchen sich die Benutzer des beliebten Players jedoch nicht zu machen: Die Vorgänger-Serie „Airborne“ erstreckte sich über insgesamt zehn Versionen, in denen die Entwickler nicht nur Fehler behoben, sondern auch neue Funktionalitäten hinzufügten. Eine Übersicht über die neuen Features sowie Pakete für alle gängigen Distributionen stellen die Amarok-Macher unter http://amarok.kde.org bereit.

KDE-Gründer Matthias Ettrich grüßt die Benutzer beim ersten Start von Amarok 1.4.
KDE-Gründer Matthias Ettrich grüßt die Benutzer beim ersten Start von Amarok 1.4.

FSFE und KDE arbeiten enger zusammen

Der KDE e.V. (http://ev.kde.org), der das KDE-Projekt in rechtlichen und finanziellen Angelegenheiten vertritt, tritt künftig als Partner (Associate Member) der Free Software Foundation Europe (FSFE) auf. Gemeinsam wollen die beiden Organisationen freie Software weiter verbreiten sowie den Schutz derselben auf den Desktops in Europa und weltweit vorantreiben.

Für Georg Greve, Präsident der FSFE (http://www.fsfeurope.org), rückt nach dem Erfolg von Server-Projekten wie Apache nun den Desktop immer stärker in den Fokus: „Der Desktop ist eines wichtigsten Schlachtfelder für den langfristigen Erfolg Freier Software“, betont er.

Gemeinsam wollen die beiden Projekte das Monopol des Software-Konzerns aufweichen, um Microsofts Desktop-Würgegriff zu beenden. Derzeit läuft unter anderem ein Kartellverfahren, in dem die Europäische Kommission Microsoft vorwirft, seine Marktposition auf dem Desktop auszunutzen, um seinen eigenen Software-Produkten Vorteile zu verschaffen.

Für Eva Brucherseifer, Präsidentin des KDE e.V., ist die Zusammenarbeit jedoch nur ein erster Schritt: „Langfristig müssen wir gemeinsam den Aufbau eines starken Netzwerkes von Desktop-Dienstleistern fördern“, so Brucherseifer. Beide Projekte haben in der Vergangenheit bereits inoffiziell an diesen Zielen gearbeitet.

GStreamer-Entwickler kritisiert Phonon

Eine der neuen Technologien in der kommenden KDE-Version 4 ist das Multimedia-Framework Phonon (http://phonon.kde.org). Im Gegensatz zum Vorgänger Arts, der noch einen eigenen Soundserver und ein eigene Architektur mitbrachte, liefert Phonon nicht mehr als eine dünne Schicht, die sich über ein beliebiges Multimedia-Framework wie NMM, GStreamer, Jack, Helix oder Xine legt. Der Vorteil: KDE-Anwendungen greifen einheitlich nur auf die API von Phonon zu, das eigentliche Multimedia-Framework bleibt verborgen.

GStreamer-Entwickler Christian Schaller hat dieses Konzept in einem Blog-Eintrag als „kaputtes Rad“ bezeichnet (http://blogs.gnome.org/view/uraeus/2006/05/11/0/). Phonon könne nicht alle erdenkliche Funktionalitäten abdecken, die ein Multimedia-Framework biete. Wolle es diese jedoch trotzdem bieten, müssten die Entwickler Phonon so stark aufbohren, dass die API extrem komplex würde. Schaller, der für den Streaming-Spezialisten und GStreamer-Sponsor Fluendo arbeitet, plädiert daher dafür, dass die KDE-Entwickler direkt mit GStreamer arbeiten.

KDE-Entwickler Aaron Seigo hielt dagegen, dass das Projekt sich bereits mit dem Festlegen auf Arts ein blaues Auge geholt habe, und dadurch nicht zuletzt die Benutzer ins Hintertreffen geraten seien. Diesen Fehler wolle niemand wiederholen. Programme wie Amarok hätten den Vorteil verschiedener Backends bewiesen.

Zudem sei die API von GStreamer bislang nicht lange genug binärkompatibel, als das KDE sie direkt verwenden könne. Zuletzt hatte GStreamer mit der Freigabe von Version 0.10 die API geändert. Zudem spräche nichts gegen den Einsatz von Applikationen, die GStreamer oder ein anderes Multimedia-Framework direkt verwenden, im Zusammenspiel mit solchen, die die Phonon-API benutzen.

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