Aus LinuxUser 05/2006

Neue Hardware (Seite 2)

Ansonsten bietet das Pad ein 8,4-Zoll-TFT-Display mit einer Auflösung von 800 x 600 Pixeln. Eine Intel Xscale-CPU mit 624 MHz und ein Multimedia-Chip des Typs Intel 2700G können auf 256 MByte SDRAM zugreifen. Der 2700G ist dabei für Hardware-beschleunigte Grafik zuständig. Die Bedienung erfolgt über eine Tastatur.

Als Küchenhelfer allein wäre das Pepper Pad zum Preis von rund 850 US-Dollar etwas kostspielig. Salton (http://www.saltoninc.com) sieht das Gerät deshalb mehr als Steuerelement für ein vernetztes Haus der Zukunft. Die Infrarot-Funktionen etwa steuern entsprechend ausgerüstete Geräte wie den Fernseher oder die Stereoanlage, WLAN sorgt für Internet-Zugang im ganzen Haus, auf der Festplatte lagren Musik und Filme. Pepper bietet Entwicklern Zugang zur Software und dem modifiziertem Linux-Quellcode des Pads unter http://www.pepper.com/linux.

Das Linux-basierte Pepper Pad dient dem Liebhaber moderner Wohnkultur als elektronischer Begleiter.
Das Linux-basierte Pepper Pad dient dem Liebhaber moderner Wohnkultur als elektronischer Begleiter.

ATI FireGL mit Speicherrekord

Grafikspezialist ATI feiert bei seiner Workstation-Serie FireGL eine Premiere: Der Hersteller verbaut auf dem Board des Topmodells V7350 ein volles GByte an GDDR3-Grafikspeicher. Die professionelle Zielgruppe, die extensives CAD oder DCC (Digital Content Creation) betreibt – letzteres etwa in der Spiele- oder Filmproduktion – berappt für das üppige Speicheraufkommen nebst neuer R520-GPU stolze 1700 Euro.

Die für OpenGL in Version 2.0 optimierten Treiber für die PCI-Express-Karte (http://www.ati.com/products/fireglv7350/index.html) bietet ATI für Linux und Windows an, egal ob 32- oder 64-Bit-System.

Unter der dick aufgetragenen Kühlung der ATI V7350 verbirgt sich unter anderem 1 GByte Speicher.
Unter der dick aufgetragenen Kühlung der ATI V7350 verbirgt sich unter anderem 1 GByte Speicher.

Linux Screen Reader für Sehbehinderte

IBM hat eine frühe Alpha-Version des Linux Screen Readers (LSR) für den Gnome-Desktop zum Download freigegeben. Die Anwendung dient zur Transformation von Bildschirminhalten für andere Ausgabemedien, anfangs für IBMs hauseigene Text-to-Speech-Technologie ViaVoice.

Der LSR ist in Python geschrieben und nutzt das Assistive Technology Service Provider Interface (AT-SPI) des Gnome-Desktops, um System-Events für seine Zwecke umzumodeln. Eine Erweiterung der für die Transformation zuständigen Skripte ist erwünscht. So ruft IBM etwa dazu auf, Definitionen für Braille-Geräte beizusteuern. Die Skriptbasis dafür sei bereits vorhanden.

IBM will neben der Testversion in Kürze eine Anleitung für Entwickler veröffentlichen. Zuddem steht für den LSR ein Forum (http://www.alphaworks.ibm.com/tech/lsr) zur Verfügung.

Opulente Linux-Tage 2006 in Chemnitz

Mit einem opulenten Ausstellungs- und Vortragsprogramm rund um das freie Betriebssystem warteten am ersten März-Wochenende die Chemnitzer Linux-Tage 2006 auf. Trotz des Schneekatastrophen-Wetters füllten auch dieses Jahr wieder rund 2500 Besucher aus dem gesamten deutschsprachigen Raum das als Veranstaltungsort dienende Hörsaalgebäude der TU Chemnitz bis in den letzten Winkel.

Im Ausstellungsprogramm präsentierten sich 56 Open-Source-Projekte und Unternehmen. 81 Vorträge in 16 Tracks vermittelten profundes Linux-Wissen von Einsteigerthemen wie der Wahl der richtigen Distribution bis hin zum System- und Netzwerkmanagement in Enterprise-Umgebungen.

Wer sein Wissen gezielt vertiefen wollte, dem gab dazu ein gut gemischtes Angebot von 12 mehrstündigen Workshops Gelegenheit: In den Hands-on-Veranstaltungen konnte man unter fachmännischer Anleitung am Rechner beispielsweise den Umgang mit der Kommandozeile, die Konfiguration des VoIP-Servers Asterisk oder das Aufsetzen von GFS-Clustern trainieren. In einer Fotogalerie (http://chemnitzer.linux-tage.de/2006/info/bilder.html) verlinken zahlreiche Teilnehmer ihre Schnappschüsse von der Veranstaltung, die einen guten Überblick zum Spektrum des gebotenen vermitteln.

Quantität wie Qualität der Veranstaltung beeindruckten auch den Keynote-Speaker Thomas Jurk, seines Zeichens sächsischer Staatsminister für Wirtschaft und Arbeit. Er lobte die Chemnitzer Linux-Tage als deutschlandweite Veranstaltung, die eine Brücke zur Gesellschaft schlägt. Sein Interesse an der Veranstaltung war so groß, dass er mehrfach spontan vom Protokoll abwich – so zum Beispiel, um am OpenWRT-Stand über Antennenbauformen und deren Leistungen zu fachsimpeln.

Klare Aussagen aus der Politik: Staatsminister Thomas Jurk fachsimpelte am OpenWRT-Stand über Vorzüge und Nachteile verschiedener Antennenbauformen.
Klare Aussagen aus der Politik: Staatsminister Thomas Jurk fachsimpelte am OpenWRT-Stand über Vorzüge und Nachteile verschiedener Antennenbauformen.

Die Chemnitzer Linux-Tage 2006 überzeugten jedoch nicht nur durch Vordergründiges, sondern vor allem auch mit durchdachter Organisation. Dies demonstrierte nicht nur der reibungsfreie Technik-Einsatz in den Vorträgen und Workshops, sondern auch mit ein flächendeckendes 802.11b/g-Funknetz und einem gut genutzer Gigabit-Uplink ins Internet. Der kam auch bei Live-Streaming aller Vorträge ins Web zum Einsatz. Die rund 90 Stunden Vortrags-Mitschnitt sowie die (meist im PDF-Format gehaltenen) Präsentationen des Vortragsprogramms stehen unter http://chemnitzer.linux-tage.de/2006/vortraege/ zum Download bereit.

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