Aus LinuxUser 03/2006

K-Splitter

Arbeitsgruppe unterstützt KDE-Entwickler

Künftig steht den KDE-Entwicklern eine technische Arbeitsgruppe bei Problemen zur Seite. Die Mitglieder dieser Gruppe sind auch für die Planung und Umsetzung der Release-Prozesse verantwortlich, die jeder neuen Version der Desktop-Umgebung vorangehen.

Die Gründung der Arbeitsgruppe fand auf der letzten Entwicklerkonferenz im spanischen Malaga breite Zustimmung. Die Mehrheit der anwesenden Entwickler sprach sich zudem auch für die Einrichtung verschiedener Arbeitsgruppen unter dem Mantel des KDE e.V. aus. Der eingetragene Verein ist die öffentliche Vertretung des KDE Projekts. Die Beschreibung des Aufgabengebietes und des Regelwerks für die technische Arbeitsgruppe liegt unter http://ev.kde.org/corporate/twg_charter.php offen. Derzeit haben Interessenten noch die Gelegenheit zur Kandidatur. Später stimmen die Vereinsmitglieder aus aller Welt über die personelle Besetzung ab.

KDE 4 mit „solider Hardware-Unterstützung“

Obwohl immer mehr drahtlose Netze zur Verfügung stehen, hat sich der Umgang mit ihnen nicht zur Routine entwickelt. WLANs erkennen und dem Benutzer über einfaches Plug-and-Play die darauf abgestimmten Netzwerkparameter einzustellen, vermögen bisher nur wenige Betriebssysteme. Meist ist dazu auch noch zusätzliche Software nötig.

Um diese Kontaktprobleme aus der Welt zu schaffen, hat das Team um KDE-Entwickler Kévin Ottens das Solid-Projekt aus der Taufe gehoben. Es soll der kommenden Generation von KDE bei Hardware-Erkennung, Power- und Netzwerkmanagement helfen, besser mit dem Betriebssystem zu kooperieren.

Ottens, der bereits seit längerem Betreuer Hardware-relevanter Teile von KDE 3 ist, stellte dazu auf der Homepage des Solid-Projektes (http://solid.kde.org) eine Roadmap vor. Sie unterteilt die Planung der Entwickler bis zur Veröffentlichung von KDE 4 in sieben Meilensteine. Über das grundlegende Design sind sich die Entwickler einig und arbeiten nun daran, bestehenden Code aus KDE 3 umzustrukturieren. Damit hat das junge Projekt bereits die zweite Wegmarkierung auf der Route zu KDE 4 erreicht.

Gemeinsames Framework für Kontact und Evolution?

Das Neujahrstreffen der europäischen KDE-Entwickler aus dem Bereich Personal Information Management (PIM) in Osnabrück hat mittlerweile Tradition. In den Räumlichkeiten der Firma Intevation diskutierten die Entwickler vor allem die Zukunft der Kommunikations-Suite Kontact und seiner Komponenten. Das Resultat ist „Akonadi“ – ein Framework, das als eine Art lokale Datenbank PIM-Daten wie E-Mails und Kontakte speichert oder im Cache vorhält. Die Teilnehmer versprechen sich davon vor allem eine stärkere Abstraktion und bessere Wartbarkeit. Außerdem dient Akonadi als eine Schnittstelle für Desktop-Suchmaschinen wie Beagle, Kat oder das noch nicht veröffentlichte Tenor.

Die Entwickler streben damit eine weitgehende Neustrukturierung des Quellcodes einiger Programme an. Ein ähnliches Konzept wie Akonadi verfolgt bereits der Evolution Data Server (EDS). Da der jedoch in seiner jetzigen Struktur Performance-Probleme hat und nicht mit Mails umgehen kann, prüfen nun auch die Evolution-Entwickler, ob sie künftig auf Akonadi setzen. Damit stünde ein Desktop-übergreifendes und per Plug-ins erweiterbares Speicherkonzept für persönliche Kommunikationsdaten zur Verfügung.

Einige KDE-PIM-Entwickler treffen sich alljährlich im niedersächsischen Osnabrück.
Einige KDE-PIM-Entwickler treffen sich alljährlich im niedersächsischen Osnabrück.

Qt Centre öffnet die Tore

An alle, die sich an Qt oder KDE-Programmierung versuchen möchten, richtet sich die Seite Qt Centre (http://www.qtcentre.org). Das Forum kümmert sich sowohl um Einsteigerfragen als auch um knifflige Problemstellungen erfahrener Qt- und KDE-Entwicklern.

Die Seite betreuen Trolltech und die ehemaligen Forenmoderatoren der Seite http://Qt-Forum.org gemeinsam. Letztere hatten sich mit dem neuen Besitzer des Portals überworfen, weil der nach Meinung der Moderatoren wenig Interesse für die inhaltlichen Aspekten der Web-Seite zeigte.

Suse 10.0 mit KDE 3.5 als VMWare-Image

Wer schon immer ein aktuelles KDE 3.5 ausprobieren wollte, darf das nun in aller Ruhe tun: Dank Suse-Mitarbeiter Stephan Binner gibt es nun eine Suse-10.0-Installation mit aktuellem KDE 3.5 als VMWare-Image. Interessierte Nutzer spielen das Image mit dem kostenlos verfügbaren VMWare-Player ab. Damit das Testen nicht ins Stocken kommt, sollte das Gastsystem jedoch über mehr als 512 MByte Arbeitsspeicher verfügen.

Einmal gebootet, erwartet den Erkundungsfreudigen eine Installation, die er im Gegensatz zu gängigen Live-CDs nach Belieben modifizieren kann. Das Image gibt es unter http://developer.kde.org/~binner/vmware/.

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