Aus LinuxUser 03/2006

Der Window-Manager Enlightenment DR17 (Seite 2)

Eine große Stärken von E17 stellt sein modularer Aufbau dar: Anders als bei den großen Desktopumgebungen werden nur wenige, wirklich benötigte Module geladen, wie das Menü in Abbildung 1 zeigt. Es lohnt sich allerdings, das eine oder andere Modul nachzuladen und zu aktivieren. Das geschieht auf der Kommandozeile mit dem Befehl enlightenment_remote:

enlightenment_remote -module-load $$
'modulname'
enlightenment_remote -module-enable $$
'modulname'

Zu den beliebtesten Modulen gehört Engage (zu sehen am linken Rand von Abbildung 6), das dem Dock aus Mac OS X ähnelt: Es fungiert als Schnellstarterleiste, Systray und ist ein wirklicher Hingucker. Steht die Maus über einem Icon, wird es vergrößert. Für jedes offene Programm erscheint über dem normalen Icon noch ein kleineres. Zwischen den kleinen Icons wechseln Sie mit Hilfe des Mausrades gewechselt und springen per Klick schließlich direkt zu dem geöffneten Programm.

Ebenso wie die Backgrounds liegen auch Themes im binären *.edj-Format vor. Eine große Zahl von Themes findet sich auf der Website http://get-e.org, die einen zentralen Anlaufpunkt der E17-Community darstellt [8]. Diese Dateien enthalten alles, was das Theme benötigt: alle Grafiken, Animationsfunktionen und Standardhintergründe – andere Window-Manager und Desktop-Umgebungen benötigen dazu ganze Verzeichnisse.

Bei Enlightenment hingegen laden Sie die *.edj-Dateien einfach herunter und legen sie im Ordner ~/.e/e/themes ab. Anschließend stehen die neuen Themen um Hauptmenü unter Themes zur Auswahl. Abbildung 6 zeigt als Beispiel das Milky-Theme.

Abbildung 6: E17 mit Milky-Theme: Am linken Rand ist das Modul Engage zu sehen.
Abbildung 6: E17 mit Milky-Theme: Am linken Rand ist das Modul Engage zu sehen.

Helfen und helfen lassen

Um Hilfe zu erhalten und Hilfe zu leisten, gibt es verschiedene Anlaufstellen. Die (englischsprachigen) Mailingliste [e-users] wird nicht nur von den Anwendern frequentiert: Hier geben die Entwickler bei vielen Problemen Hilfestellung [10]. Als Lohn ihres Engagements erfahren sie über die Mailingliste schnell und unkompliziert von Bugs und können sie schneller beheben. Daneben gibt es unter [11] ein sehr informatives Forum. Auch im IRC ist Enlightenment mit großer Anhängerschar vertreten. Auf dem IRC-Server von freenode.org existieren ein deutscher (#e.de) und auch ein englischer (#e) Channel.

Fazit

E17 ist bereits in der Development Release ein Window-Manager, der einiges für das Auge bietet. Mittlerweile läuft er weitgehend stabil. Dass die Konfigurationsdateien gelegentlich bei einem Update verloren gehen, ist zwar ärgerlich, zur Entschädigung gibt es aber neue Funktionen. Die Entwickler haben nach eine lange Todo-Liste vor sich, arbeiten sie aber in rasantem Tempo ab. Es ist einfach spannend, wie der Window-Manager Feature für Feature dazugewinnt.

Installation

Für einige Distributionen stellen Mitglieder des Enlightenment-Teams und andere experimentelle Pakete bereit.

Unter Suse Linux ist die einfachste Methode die Installation aus dem Packman-Repository: Als Installationsquelle für Yast dient der Server http://packman.iu-bremen.de mit dem Verzeichnis suse/Version, wobei Version für die verwendete Suse-Version steht.

Für Fedora Core 4 bietet Didier Casse unter [6] ein Programm an, das den Paketmanager Yum so einrichtet, dass er das entsprechende Repository verwendet. Benutzer von Fedora Core 2 und 3 müssen das Repository selbst eintragen. Der Eintrag für /etc/yum.conf sieht so aus:

[Didier]
name=Didier's yum repository for e17 apps/lib
baseurl=http://sps.nus.edu.sg/~didierbe/$$
      fedora/X/en/i386
      http://dentrassi.de/e17/fedora/X/$$
      en/i386/RPMS.e17/
      http://fedora.oceighty.net/e17/&&
      fedora/X/en/i386/RPMS.e17/
      http://dr17.saaf.co.uk/fedora/X/$$
      en/i386/RPMS.e17/

Das X im Listing steht für die verwendete Fedora Version. Die Befehle yum check-update und yum install enlightenment installieren E17.

Für Debian (Sid) und Ubuntu (Breezy) stellt der Entwickler Shadoi Pakete zur Verfügung. Hier genügt ein Eintrag in der /etc/apt/sources.list mit anschließendem apt-get update und apt-get install enlightenment.

# E17 fuer Debian
deb http://www.soulmachine.net/debian unstable/
# E17 fuer Breezy
deb http://www.soulmachine.net/breezy unstable/

Die Installation unter Gentoo setzt einige neue Einträge in der Datei /etc/portage/package.keywords voraus (siehe Kasten „Portage-Keywords“). Danach reicht es leider nicht, lediglich ein emerge e auszuführen. Die Programme und Bibliotheken müssen in der richtigen Reihenfolge installiert werden, damit alle Abhängigkeiten erfüllt sind und alles reibungslos funktioniert. Die Installation erfolgt mit folgendem Befehl:

emerge -av dev-db/edb eet imlib2 $$
imlib2_loaders evas ecore epeg epsilon $$
embryo edje esmart emotion etox ewl ?
engrave  e  entice elicit  examine $$
engage  e_utils entrance xine-lib $$
emotion envision elation evidence $$
eterm enotes equate

Bei allen Distributionen ist ein Eintrag für E17 in der entsprechenden Displaymanager notwendig, beim Ausführen von startx einer in der Datei ~/.xinitrc.

Portage-Keywords

#e17 cvs stuff
app-misc/evidence -*
app-misc/examine -*
app-misc/enotes -*
dev-db/edb -*
dev-libs/eet -*
dev-libs/embryo -*
dev-libs/engrave -*
dev-util/e_utils -*
mail-client/embrace -*
media-gfx/eclips -*
media-gfx/elicit -*
media-gfx/entice -*
media-gfx/imlib_tools ~x86
media-libs/edje -*
media-libs/emotion -*
media-libs/epeg -*
media-libs/epsilon -*
media-libs/etox -*
media-libs/imlib2 -*
media-libs/imlib2_loaders -*
media-libs/xine-lib -*
media-video/eclair -*
media-video/envision -*
media-video/elation -*
net-news/erss -*
sci-calculators/equate -*
sys-fs/evfs -*
x11-libs/ecore -*
x11-libs/esmart -*
x11-libs/evas -*
x11-libs/ewl -*
x11-misc/e17genmenu -*
x11-misc/engage -*
x11-misc/entrance -*
x11-misc/iconbar -*
x11-plugins/e_modules -*
x11-terms/eterm -*
x11-terms/enterminus -*
x11-wm/e -*

Der Autor

Karsten Jäger arbeitet als Erzieher in einer Kindertagestätte. Um anderen im Umgang mit Linux zu helfen gibt er Kurse an der Volkshochschule und gründete die Linux User Group Xanten (LugX).

Glossar

CVS

Das Concurrent Versions System (CVS) wird in Softwareprojekten zum Speichern des Quellcodes eingesetzt. Mit CVS können die Entwickler Änderungen verfolgen und ältere Versionsstände wiederherstellen. Da der CVS-Server eines Projekts stets den neuesten Code enthält, eignet er sich auch als Bezugsquelle für Programme.

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