Aus LinuxUser 03/2006

Buchtipp

Kommandozeilen-Power

Beim Auswerten und Formatieren langer Listen und Logfiles spielen Komandozeilenprogramme ihre Stärke aus. In „awk & sed“ widmet Helmut Herold diesen beiden Werkzeugen jeweils einen Buchteil. Das Glanzstück des Taschenbuchs ist der Schnellkurs zu Beginn des Awk-Kapitels: Nach diesen 14 Seiten kennen Sie bereits viele Fähigkeiten des Programms und erledigen zahlreiche Aufgaben aus dem Handgelenk.

Eine umfassende Referenz zu Awk und der gleichnamigen Skriptsprache, die der Autor stets mit geeigneten Beispielen anschaulich macht, ergänzt die Lektüre. Hier lernen Sie, wie Awk mit anderen Programmen zusammenarbeitet und wie Sie es in Shell-Skripte einbinden. Das Kapitel zum weniger funktionsreichen Sed fällt kürzer aus – vor allem fehlt hier ein ähnlich gelungener Schnelleinstieg.

Dem Titel merkt man allerdings an, dass der Autor Informatik-Professor ist. Das gilt sowohl für den Schreibstil als auch für einige Beispiele: Ein relationales Datenbanksystem in Awk nachzubilden, demonstriert zwar die Leistungsfähigkeit des Programms – es fehlt aber der Praxisbezug. Wer sich allerdings mit den kürzeren, griffigen Beispielen beschäftigt, profitiert rasch von den mächtigen Unix-Klassikern.

Info

Helmut Herold awk & sed Addison-Wesley 2003 ISBN 3-8273-2094-1 288 Seiten, 19,95 Euro http://www.addison-wesley.de

Rezepte für die Praxis

Einfache Rezepte für den Linux-Alltag – das ist das Konzept des Linux-Kochbuchs von Carla Schroeder. Die übersichtliche Aufteilung des Buchs orientiert sich an den Aufgaben, die Linux-Anwender und -Adminisratoren erledigen möchten: Software installieren, Benutzer verwalten, ein Backup erstellen oder Systemdienste konfigurieren. Das Niveau reicht von Linux-Basics wie chmod bis zum Betrieb eines Mail-, Samba- oder Web-Servers.

Zu jedem Thema gibt es kurze, pragmatische Anleitungen für Leser, die schnell ans Ziel kommen möchten. Auf die Problembeschreibung folgt unmittelbar eine Schritt-für-Schritt-Anleitung. Hintergründe und weiterführende Links sowie Literaturhinweise liefert die Verfasserin ebenfalls.

Die Beschreibungen sind distributionsunabhängig und behandeln das Debian-Paktmanagement ebenso wie Systeme die RPM einsetzen, inklusive Yum. Das Buch setzt auf klassische Kommandozeilen-Werkzeuge, empfiehlt aber an den richtigen Stellen geeignete grafische Anwendungen, etwa zum K3b zum CD-Brennen.

Für einige Aufgaben, beispielsweise zum Ermitteln verwaister RPM-Pakete oder das massenweise Anlegen von Benutzern liefert die Autorin Skripte auf ihrer Homepage (http://tuxcomputing.com). Carla Schroeders Wissen um die Tücken des Linux-Alltags und die gelungene deutsche Übersetzung machen aus diesem Buch eine praktischen Ergänzung zu anderen Handbüchern.

Info

Carla Schroder Linux Kochbuch O’Reilly 2005 ISBN 3-89721-405-9 618 Seiten, 44 Euro http://www.oreilly.de

Vielseitiger Wiedergänger

Die Shell ist tot, es lebe die Shell – getreu diesem Motto verfassten die Autoren Arnold Robbins und Nelson H. F. Beebe das Buch „Shell-Programmierung“, in dem sie diagnostizieren, dass die Shell mit Ihren Tools den Hype der Skriptsprachen anscheinend schadlos überstanden hat.

Mit dem Buch peilen die Verfasser den Benutzer an, der sich aufgrund seines Interesses oder einer dienstlichen Verpflichtung mit der Arbeit an der Kommandozeile beschäftigen will oder muss. Auf über 570 Seiten nehmen sie systematisch das Schreiben von einfachen Skripten und komplexen Funktionen unter die Lupe.

Die Autoren wissen Skripte als vollwertige und schnelle Alternative zu schätzen und versuchen daher, dem Leser ein Gefühl für deren Möglichkeiten zu geben. Dabei kehren Sie auch in den Ecken und zeigen dem Leser etwas unorthodoxe Einsatzgebiete und selten gebrauchte Konstrukte.

Wer sich regelmäßig mit Shell-Skripten beschäftigt, sollte den Kauf des Buches erwägen. Robbins und Beebe schreiben anschaulich und liefern viele Praxisbeispiele, die augenscheinlich aus dem Alltag stammen. Auf für Einsteiger bietet das Buch wertvolle Hinweise, denn hier lernt der Leser gleich, was die Shell wirklich leistet (Mathias Huber, Andreas Bohle/agr)

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