Aus LinuxUser 10/2005

Der Bildbetrachter ImgSeek

© photocase.de

Immer das richtige Bild

Auf eine Festplatte passen mehr Bilder als in ein Regal voller Fotoalben. Doch bei der Organisation ihrer digitalen Archive stehen Sammler vor dem bekannten Problem: Wie lassen sich die Bilder so ordnen, dass einzelne darunter nicht untergehen?

Sortieren nach Motiv

Visuelle Eindrücke merkt sich das menschliche Gehirn besser als nackte Zahlen und Fakten. Deshalb gruppiert das Programm ImgSeek [1] Bilddateien an Hand der abgebildeten Motive. Möchten Sie alle Fotos finden, die beispielsweise eine Palme zeigen, füttern Sie ImgSeek mit einem Palmenbild und das Programm sucht aus der Sammlung alle ähnlichen Abbildungen heraus. Alternativ skizziere Sie über ein integriertes Malprogramm das gesuchte Motiv und erhalten alle der Zeichnung ähnelnden Bilder.

Bringt die Ähnlichkeitssuche nicht die gewünschten Ergebnisse, gruppiert ImgSeek die Bilder auch nach Datei- und Verzeichnisnamen, Entstehungsdatum oder Einträgen in den Metadaten. Sie enthalten beispielsweise die Bildgröße, die verwendete Digitalkamera oder nachträglich vorgenommene zusätzliche Anmerkungen.

Darüber hinaus dient ImgSeek als Bildbetrachter mit weiteren Zusatzfunktionen. Es exportiert Bildersammlungen in HTML-Dateien zur Veröffentlichung auf einer Web-Seite oder zur Weitergabe auf einer CD, die sich bequem per Browser betrachten lässt.

Installation

Bei Suse und Debian gehört ImgSeek zum Distributionsumfang und lässt sich per Yast beziehungsweise über den Befehl apt-get install imgseek einspielen. Auch in Ubuntus universe-Repository findet sich das Paket; allerdings auf Grund eines Bugs leider funktionsuntauglich, so dass hier nur die manuelle Installation bleibt.

Bei ImgSeek handelt es sich um ein Python-Programm, deshalb brauchen Sie es vor der Installation aus dem Quellcode nicht zu kompilieren. Die im Archiv imgSeek-0.8.5.tar.bz2 von der Heft-CD enthaltenen Dateien installiert das mit Root-Rechten aufgerufene Kommando ./install nach dem Entpacken mit tar -xjf imgSeek-0.8.5.tar.bz2. Zu diesem Zeitpunkt muss sich die notwendige Software bereits auf dem System befinden.

ImgSeek setzt neben der Skriptsprache Python und dem zugehörigen Entwicklerpaket – je nach Distribution python-dev oder python-devel – PyQt, ebenfalls samt Entwicklerpaketen, voraus. Sie heißen etwa pyqt oder python-qt nebst dem Appendix dev oder devel. Zu guter Letzt folgt das Qt-Entwicklerpaket, das sich abhängig von der Distribution libqt-dev oder qt-devel nennt.

Darüber hinaus empfiehlt sich die Installation von ImageMagick ebenfalls samt zugehörigem Entwicklerpaket, damit ImgSeek die zahlreichen durch diese Grafikbibliothek integrierten Bildformate unterstützt. Ist das Paket Python-Imaging installiert, liest oder verändert ImgSeek zudem Metadaten verschiedener Bildformate und nimmt bei Bedarf einfache Manipulationen an den Bildern vor.

Los!

Der Aufruf von ImgSeek erfolgt nach der Installation über den Kommandozeilenaufruf imgSeek; zu beachten ist dabei das groß geschriebene S. Beim ersten Start kennt das Programm noch kein Bild. Existiert bereits eine Bildersammlung auf der Festplatte, empfiehlt es sich, diese zunächst einzulesen. Das geschieht im Reiter Add des Hauptfensters (Abbildung 1).

Abbildung 1: ImgSeek sortiert große Bildersammlung nach diversen Kriterien wie Datum, Dateiname und sogar inhaltlicher Verwandtschaft.
Abbildung 1: ImgSeek sortiert große Bildersammlung nach diversen Kriterien wie Datum, Dateiname und sogar inhaltlicher Verwandtschaft.

ImgSeek unterteilt die Bilderdatenbank in so genannte Volumes. Im Standard landen alle eingelesenen Dateien unter Local filesystem. Lesen Sie beispielsweise die Bilder einer CD ein, legen Sie dazu ein neues Volume mit dem Namen der CD an, damit die verschiedenen Sammlungen in separaten Datenbanken landen. So lässt sich mit den Dateien im lokalen Dateisystem arbeiten, ohne dass ImgSeek dabei versucht, auch auf die Bilder einer nicht im Laufwerk liegenden CD zuzugreifen.

Nach der Entscheidung für ein Volume tragen Sie unter Path: einen Verzeichnispfad ein. Nach einem Klick auf den Button Add! sucht ImgSeek darin nach Bilddateien. Ist das Feld recursively aktiviert, landen auch die Daten der Unterverzeichnisse in der Sammlung.

Nun zeigt der Reiter Browse des Hauptfensters einen Dateimanager, über den Sie die in der Bildersammlung vorhandenen Einträge durchstöbern. In dieser Ansicht befinden sich vier weitere Tabs, die verschieden Ordnungssysteme anwenden. Der Reiter Files verwendet eine Baumansicht, an deren oberster Stelle die Volumes stehen. Darunter lässt sich darin enthaltenen Verzeichnisstruktur aufklappen, die einzelnen Bilddateien erscheinen als eigene Einträge. Ein Mausklick auf ein Verzeichnis zeigt Vorschaubilder aller enthaltenen Bilder im rechten oberen Bereich des ImgSeek-Fensters, ein Klick auf ein Bild selbst zeigt diese in Originalgröße im rechten unteren Bereich.

Unter Groups erscheint ebenfalls eine Baumansicht, die frei definierbare Gruppen enthält. In der Voreinstellung existiert bereits je eine Gruppe für jedes Datum, an dem neue Bilder in die Sammlung gekommen sind. Daneben finden sich in der Gruppe Orphan alle Bilder der Datenbank, die keiner Gruppe zugeordnet sind, beispielsweise weil Sie die Gruppe gelöscht haben.

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