Aus LinuxUser 08/2005

Der Bildverwalter F-Spot (Seite 2)

Am Ziel angelangt…

Haben Sie das gesuchte Bild gefunden und doppelt geklickt, erscheint es in einer blätterbaren Großbildansicht wie in Abbildung 3. Hier bietet F-Spot auch einige Funktionen, um das Foto zu bearbeiten. Die Knöpfe für die Allerweltsfunktion, links und rechts herum zu drehen, um hochkant geschossene Bilder in die Waagerechte zu bringen, funktionierten schon in der Indexansicht. Im Großbild lassen sich aber auch Bildausschnitte per Rahmenzug auswählen und ausschneiden oder verblitzte rote Augen von Porträts korrigieren. Es steht auch eine Liste von Seitenverhältnissen zur Verfügung, um Bilder für ein bestimmtes Papierformat zuzuschneiden. Eine Histogramm-Farbabgleichsfunktion und ein Weichzeichner runden die Palette ab.

Abbildung 3: Ein Bild in Großansicht.
Abbildung 3: Ein Bild in Großansicht.

Wann immer man ein Bild derart bearbeitet, legt F-Spot eine neue Version davon an. Das Original geht also nicht verloren und kann durch einfaches Auswählen von Original aus dem Versionsmenü wieder aufgerufen werden.

Nebenbei lassen sich Bilder auch als Desktop-Hintergrund einstellen, im Vollbildmodus oder als Diavorführung anzeigen. Eine Druckfunktion, die per Gnome-Print arbeitet und daher in der Lage ist, auch komplexere Druckeroptionen anzusteuern, bringt sie bei Bedarf zu Papier.

Das Menü Export dient als zweiter Ausgang für fertig sortierte und bearbeitete Bilder. Neben dem einfachen Umkopieren in ein eigenes Verzeichnis unterstützt es auch den Sharing-Dienst Flickr [2] oder das eigenständige Erstellen und Hochladen von HTML-Galerien. Man kann seine Fotos aber über die GNOME-eigene Brennschnittstelle auf CD oder DVD brennen oder schlicht per E-Mail verschicken.

Fazit

F-Spot steht noch am Anfang seiner Entwicklung und weist noch einige Ecken und Kanten auf. Das Konzept einer gut in GNOME integrierten Anwendung zur Bildverwaltung ist jedoch schon deutlich zu erkennen und vielversprechend. Die Bedienung ist einfach und durchdacht – soweit sie sich von selbst erschließt (es gibt noch keinerlei Dokumentation). Wer über einen längeren zeitraum Fotos sammelt, wird die Anordnunng in einer Zeitskala praktisch finden.

Die CVS-Version von F-Spot enthält bereits weitere Verbesserungen: Zum Beispiel reagiert das Programm auch noch während des Einlesens von Ordnerstrukturen. Eine neue Leiste zeigt symbolisch an, ob und welche Markierungs-Suchabfragen gerade im Index dargestellt werden.

Wer viel digital fotografiert und Schwierigkeiten hat, in seiner Bildersammlung den Überblick zu behalten, findet in F-Spot das geeignete Tool. Trotz seiner niedrigen Versionsnummer ist es schon recht mächtig, besitzt aber auch noch Entwicklungspotenzial.

Infos

[1] Homepage von F-Spot: http://www.gnome.org/projects/f-spot/

[2] Mono-Downloads: http://www.mono-project.com/Downloads

[3] Flickr: http://www.flickr.com/

Der Autor

Matthias Warkus hat nach einiger Tätigkeit als Übersetzer seine Nische im GNOME-Projekt in der Öffentlichkeitsarbeit gefunden. Nebenbei hat er das offizielle GNOME-2-Entwicklerhandbuch verfasst und erforscht seit über zwei Jahren im Selbstversuch die Auswirkungen eines Philosophiestudiums auf den Charakter.

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