Aus LinuxUser 07/2005

Desktop-Suchmaschine Beagle (Seite 2)

Abhängig von der Zahl der Dateien in Ihrem Home-Verzeichnis kann die Suche durchaus eine Weile dauern. Wenn Sie bereits während der Indexierung eine Suchanfrage stellen, wird diese zwar beantwortet, die Ergebnisse berücksichtigen aber nur die bis dato indexierten Dateien.

Such!

Um eine Suchanfrage an Beagle zu richten, benötigen Sie einen Beagle-Client. Im Beagle-Paket enthalten ist der Client Best, den Sie unter Suse Linux 9.3 im Startmenü finden. Alternativ rufen Sie das kleine Werkzeug per best von der Kommandozeile auf. Nach seinem Start verankert es sich als Symbol in der Taskleiste.

Abbildung 2: Der Such-Client Best als Symbol in der KDE-Leiste. Die beiden Suchbegriffe "Gnome" und "Linux" wurden bereits zuvor verwendet.
Abbildung 2: Der Such-Client Best als Symbol in der KDE-Leiste. Die beiden Suchbegriffe „Gnome“ und „Linux“ wurden bereits zuvor verwendet.

Mit einem Rechtsklick auf das Icon zeigt Best alle bisherigen Suchbegriffe an. Ein Klick auf einen der Einträge öffnet das zugehörige Ergebnisfenster. Über die linke Maustaste gelangen Sie zum Fenster aus Abbildung 1. Diese Oberfläche arbeitet nach dem gleichen simplen Schema wie Google: Einfach den Suchbegriff eingeben, dann rechts daneben eine Dokumentenkategorie auswählen und dann auf Suchen klicken. Best sendet die Anfrage an den Beagle-Daemon, dieser sucht in seinem Index nach passenden Dokumenten und liefert das Ergebnis an Best zurück, der sie schließlich in seinem Fenster anzeigt. Ein Klick auf eines der gefundenen Dokumente startet ein passendes Programm.

Abbildung 3: Alternativ zu Best gibt es das Kommandozeilenwerkzeug "beagle-query". Es erwartet als Parameter den Suchbegriff und liefert als Ergebnis eine Liste mit allen gefundenen Dokumenten. Im Hintergrund arbeitet der BeagleDaemon.
Abbildung 3: Alternativ zu Best gibt es das Kommandozeilenwerkzeug „beagle-query“. Es erwartet als Parameter den Suchbegriff und liefert als Ergebnis eine Liste mit allen gefundenen Dokumenten. Im Hintergrund arbeitet der BeagleDaemon.
Abbildung 4: Das Beagle-Wiki ersetzt herkömmliche Dokumentation.
Abbildung 4: Das Beagle-Wiki ersetzt herkömmliche Dokumentation.

Fazit

Wer den Überblick über seine Dokumente bewahren möchte oder mit vielen Dateien jonglieren muss, sollte einen Blick auf Beagle riskieren. Hat man sich einmal an die Suchfunktion gewöhnt, wird man sie so schnell nicht wieder missen wollen.

Unterstützt wird Beagle durch das Dashboard-Projekt, das derzeit allerdings noch in den ersten Wehen liegt [5]. Dashboard soll einmal die Nutzeraktivitäten überwachen und beim Auftauchen von bestimmten Stichwörtern – wie bei der Eingabe eines Satzes in einer Textverarbeitung – relevante oder interessante Referenzen auf weiterführende Dokumente liefern.

Selbst kompilieren 

Liegt Beagle Ihrer Distribution nicht bei, müssen Sie es aus den Quellen übersetzen und installieren. Aufgrund der vielen Abhängigkeiten ist dies jedoch kein leichtes Unterfangen. Dennoch geben wir einen kurzen Überblick über die Installation.

Beagle setzt einige Pakete voraus: die Mono-Umgebung, gtk-sharp, gecko-sharp, gmime, die Datenbank SQLite und libexif. Diese Pakete müssen zudem in einer bestimmten, von der Beagle-Version abhängigen Versionsnummer vorliegen. Die Übersetzung findet in derselben Reihenfolge statt, in der die Komponenten gestartet werden: zunächst das D-Bus-Paket (für Beagle-Versionen vor 0.0.10), dann der Beagle-Deamon und schließlich ein Beagle-Client. Alle drei werden mit folgenden Befehls-Dreizeiler übersetzt, wobei die Clients Best und beagle-query als Nebenprodukt des Beagle-Daemons anfallen:

./configure
make
su -c "make install"

Beim D-Bus-Paket geben Sie configure zusätzlich den Parameter --enable-mono mit. Nachdem Sie D-Bus eingespielt haben, stellen Sie sicher, dass im verwendeten Kernel die inotify-Funktion aktiviert ist. Sie wird allerdings nicht von jedem Dateisystem angeboten.

Weitere Informationen zur Übersetzung finden Sie im Beagle-Wiki [2].

Formate 

Derzeit kennt Beagle folgende Formate:

  • Microsoft: doc, ppt
  • OpenOffice: sxw, sxi, sxm
  • Portable Document Format: pdf
  • Web Pages: html
  • Rich Text Format: rtf
  • Bilder: jpg, png
  • Musik: MP3, OGG, FLAC
  • Texinfo Files: texi
  • Plain Text: txt
  • Quellcode: Java, C, C++, C#, Python

Infos

[1] Beagle-Homepage: http://www.gnome.org/projects/beagle/

[2] Dokumentation im Beagle-Wiki: http://beaglewiki.org/

[3] Apache-Lucene-Suchmaschine: http://lucene.apache.org/java/docs/index.html

[4] Linux-Hotplugging, LinuxUser 03/05, S. 91

[5] Gnome-Dashboard: http://www.nat.org/dashboard

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