Aus LinuxUser 04/2005

PostScript-Dateien erzeugen und bearbeiten

Format, Format

Unter Linux beginnt das Publishing schon auf der Kommandozeile: Mit „a2ps“ erzeugen Sie Postscript-Dateien, mit den PSUtils bringen Sie die generierten Dokumente nahezu beliebig in Form.

a2ps[1] stand ursprünglich für „ASCII to PostScript“, als das Tool lediglich Textdateien nach PostScript konvertierte. Mittlerweile wandelt das Programm aber auch andere Dateiformate um, wie etwa komprimierte Dateien, LaTeX-Dokumente und sogar Bildformate. Daher steht der Programmname heute eher für „any to PostScript“.

Den Output von a2ps schicken Sie entweder direkt an einen Drucker oder legen ihn zur weiteren Bearbeitung in einer PostScript-Datei ab. Bei der Nachbearbeitung stehen Ihnen die PSUtils [2] zur Seite. Das Programmpaket enthält viele nützliche Tools zur Manipulation solcher Dateien: Sie fassen mehrere Seiten zu einer zusammen, ändern das Papierformat verändern oder extrahieren sogar Seiten.

Die meisten Linux-Distributionen bringen sowohl die PSUtils als auch a2ps als Pakete mit, die sich unkompliziert über den jeweiligen Paket-Manager einspielen lassen.

Aus Text wird PostScript

Um eine Textdatei in PostScript umzuwandeln und direkt an den Drucker zu schicken, verwenden Sie den Befehl

$ a2ps text.txt
[text.txt (unformatiert): 2 Seiten auf einem Blatt]
[Insgesamt: 2 Seiten auf einem Blatt] zum voreingestellten Drucker geschickt

Standardmäßig verwendet a2ps stillschweigend die Option -2, welche jeweils zwei Spalten auf einer Seite unterbringt. Wollen Sie die Datei nicht direkt drucken, verwenden Sie den Parameter -o (wie englisch „output“), um die Ausgabe in einer Datei zu speichern. Dazu geben Sie zunächst die Datei an, die umgewandelt werden soll. Danach folgen der Parameter -o sowie der Namen der Ausgangsdatei:

$ a2ps text.txt -o text.ps
[text.txt (unformatiert): 2 Seiten auf einem Blatt]
[Insgesamt: 2 Seiten auf einem Blatt] in die Datei `text.ps' geschrieben

Legen Sie keinen Wert auf die Meldungen, dann hängen Sie einfach den zusätzlichen Parameter -q (für „quiet“) an den Aufruf an. Ausführlicher fällt die Ausgabe von a2ps dagegen aus, wenn Sie die Option –verbose=<level> einsetzen. Sinnvoll sind beispielsweise Angaben wie --verbose=encodings oder auch --verbose=options. Eine vollständige Übersicht der verfügbaren Level erhalten Sie in den Info-Seiten zu a2ps über den Aufruf info a2ps.

Mehr davon, bitte!

Wie bereits erwähnt fasst a2ps standardmäßig zwei Seiten auf einem Blatt zusammen. Sie können diese Anzahl variieren, indem Sie an den Aufruf – durch ein Minuszeichen abgetrennt – eine Zahl zwischen eins und neun anhängen. Um also beispielsweise neun Textseiten auf einem Blatt unterzubringen (Abbildung 1), tippen Sie:

$ a2ps -9 bla.txt -o bla.ps
[bla.txt (unformatiert): 15 Seiten auf 2 Blättern]
[Insgesamt: 15 Seiten auf 2 Blättern] in die Datei `bla.ps' geschrieben
Abbildung 1: Mit "a2ps" bringen Sie bis zu neun Seiten auf einem Blatt unter.
Abbildung 1: Mit „a2ps“ bringen Sie bis zu neun Seiten auf einem Blatt unter.

Mit dem Parameter -n <anzahl> geben Sie an, wieviele Kopien des Dokuments Sie drucken möchten. Das funktioniert nur dann, wenn Sie die Seiten tatsächlich zum Drucker schicken; die Ausgabe-Umleitung mit -o funktioniert hier nicht.

Darüber hinaus können Sie a2ps gleich mehrere Dokumente zum Drucken oder Verwandeln übergeben: Hängen Sie die Dateinamen einfach im Aufruf hintereinander:

$ a2ps datei1.txt datei2.txt datei3.txt -o datei.ps

Standardmäßig fängt jede Datei auf einem neuen Blatt an. Um Papier zu sparen, können Sie allerdings a2ps mit der Option --file-align dazu überreden, die neuen Dateien auf der nächsten Seite abzubilden (Abbildung 2). Zusammen mit dem Parameter --file-align=virtual rücken die Daten aller als Argumente aufgeführten Dateien zusammen, so dass leere Seiten vermieden werden:

$ a2ps --file-align=virtual datei1.txt datei2.txt -o datei.ps
[datei1.txt (plain): 15 pages on 8 sheets]
[datei2.txt: 1 page on 1 sheet]
[datei3.txt: 9 pages on 5 sheets]
[Total: 25 pages on 13 sheets] saved into the file `datei.ps'
[38 lines wrapped]
Abbildung 2: Zusammen mit der Option "--file-align=virtual" überreden Sie "a2ps", die neue Datei auf der nächsten Seite auf dem gleichen Blatt zu drucken.
Abbildung 2: Zusammen mit der Option „–file-align=virtual“ überreden Sie „a2ps“, die neue Datei auf der nächsten Seite auf dem gleichen Blatt zu drucken.

Hervorgehoben

Sogar Syntax-Highlighting-Qualitäten hat a2ps zu bieten: Das Programm erkennt viele gängige Dateiformate und hebt automatisch deren Syntax-Elemente hervor. Welche Formate und Programmiersprachen a2ps kennt, erfahren Sie auf der Kommandozeile mit dem Aufruf

a2ps --list=style-sheets | less

Am besten leiten Sie die recht lange Liste über das Pipe-Zeichen an den Pager less weiter und betrachten Sie seitenweise. Sollte a2ps ein Format dennoch nicht richtig erkennen, können Sie nachhelfen: Zusammen mit der Option --pretty-print=Sprache geben Sie einfach dem Syntax-Highlighting einen Schubs in die richtige Richtung. Anstelle von Sprache setzen Sie eine über die Ausgabe der Style-Sheet-Liste gefundene Sprache ein, z. B.:

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