Aus LinuxUser 01/2005

Vor der Installation

Erste Checkliste

Soll Suse Linux Ihr bisheriges Betriebssystem komplett ersetzen und kann Ihr Rechner von CD booten? Dann blättern Sie gleich zum nächsten Artikel weiter. Falls Sie aber neben Linux auch Windows weiterhin betreiben wollen, finden Sie hier einige wichtige Hinweise.

Der ideale Linux-PC ist ein Rechner mit leerer Festplatte und der Fähigkeit, direkt vom CD- oder DVD-Laufwerk zu booten. Doch auf diese Bedingungen trifft man nicht immer. Bevor Sie Suse Linux installieren können, müssen Sie meist Platz für das System auf der Festplatte schaffen. Was dabei zu beachten ist, erfahren Sie in diesem Beitrag. Außerdem lesen Sie hier, wie Sie Ihr CD- oder DVD-Laufwerk zum Boot-Laufwerk machen. Falls Ihr Computer schon etwas betagter ist, geht das vielleicht nicht. Aber selbst dafür gibt es eine Lösung – mit Hilfe einer Boot-Diskette.

Platzbedarf auf der Festplatte

Je nachdem, welche und wie viele Programme Sie installieren, benötigt ein Linux-System etwa 2 GByte freien Platz auf der Festplatte. Haben Sie weniger Platz zur Verfügung, ist auch das kein Hinderungsgrund: Schon auf rund 500 MByte lässt sich ein vollwertiges Linux-System unterbringen. Haben Sie genügend Kapazität frei, dann sollten Sie Linux etwa 6 bis 10 GByte spendieren. Suse Linux unterteilt den Platz in eine Partition für das eigentliche Dateisystem sowie eine Swap-Partition. Letztere dient zum Auslagern von Daten und Programmen; damit das zügig geht, sollte sie mindestens 128 MB groß sein.

Was passiert mit Windows?

Wenn Sie beabsichtigen, Suse Linux 9.1 als einziges Betriebssystem auf Ihrem Computer zu installieren, brauchen Sie hier nicht mehr weiterzulesen, sondern können sich sofort dem Artikel über die Installation widmen. Das gilt auch für den Fall, dass auf Ihrem Windows-Rechner eine Partition – also in Windows-Sprache ein Festplattenlaufwerk (C:,D:,…) – frei ist: Suse Linux benötigt lediglich eine freie Partition für die Installation. Haben Sie zum Beispiel unter Windows bisher ein System- und ein Datenlaufwerk gehabt, können Sie bei genügend Platz die Daten auf das Systemlaufwerk kopieren und so das Datenlaufwerk für Linux freimachen.

Allerdings ist das nicht die typische PC-Konfiguration: In den meisten Rechnern steckt oft nur eine Festplatte, die komplett von einer Windows-Partition belegt ist. In diesem Fall haben Sie zwei Möglichkeiten:

  • Sie bauen eine weitere Festplatte für Linux ein.
  • Sie verkleinern die Windows-Partition während der Installation.

Scheuen Sie mehr die Zeit als die Kosten, stellt das Einrichten von Linux auf einer eigenen Festplatte den Königsweg dar: Eine zusätzliche Harddisk kostet nicht die Welt und ist schnell eingebaut. So können sie Linux problemlos installieren, Ihr Windows-System und die vorhandenen Daten bleiben unberührt. Bei Preisen von 1 bis 2 Euro pro GByte Festplattenplatz erscheint das auch eine lohnendere Investition als etwa ein kommerzielles Partitionierungsprogramm.

Verkleinern der Windows-Partition vorbereiten

Das Verkleinern funktioniert bei Suse Linux mit Partitionen aller Windows-Versionen, egal ob es sich um die DOS-basierte Windows-9x-Schiene (95, 98, ME) oder die NT-Derivate (NT, 2000, XP) handelt: FAT- und NTFS-Dateisysteme lassen sich mit Hilfe des Installationsprogramms von Suse Linux verkleinern (Abbildung 1), sofern sie genügend freien Platz enthalten.

Abbildung 1: Über YaST lassen sich Windows-Partitionen verkleinern.
Abbildung 1: Über YaST lassen sich Windows-Partitionen verkleinern.

Haben Sie sich für das Eindampfen der Windows-Partition entschieden, dann sollten Sie vor der Linux-Installation diesen Vorgang unter Windows vorbereiten. Dazu löschen Sie zunächst die temporären Dateien und leeren den Papierkorb. Anschließend prüfen Sie die Festplatte und lassen das Programm Scandisk die Fehler beheben. Danach optimieren Sie die Platte mit dem Programm Defrag und stellen die Dateien an den Anfang der Partition. Beide Programme erreichen Sie zum Beispiel im Kontextmenü der Festplatte über die Eigenschaften.

Außerdem sollten Sie wichtige Daten sichern, etwa das Verzeichnis C:\Eigene Dateien. Bei Windows 2000 und XP finden sich die privaten Dateien in Unterverzeichnissen von C:\Dokumente und Einstellungen. Zwar ist das Backup nicht unbedingt nötig, da die Installations-Tools von Suse mittlerweile Partitionen zuverlässig und verlustfrei verkleinern. Doch es kann immer einmal vorkommen, dass zum Beispiel ein Stromausfall für Probleme sorgt.

Booten von der Linux-DVD

Suse Linux 9.1 wird von der DVD installiert. Dies setzt voraus, dass Ihr PC auch von DVD booten kann. Das beherrschen zwar alle halbwegs aktuellen Rechner, manche booten aber per Voreinstellung zunächst nur von der Festplatte. In diesem Fall müssen Sie die Boot-Reihenfolge umstellen.

Das geschieht im BIOS des Computers: Dort weisen Sie dem DVD-Laufwerk einen Platz vor der Festplatte zu. Da in PCs unterschiedliche BIOS-Versionen eingesetzt werden, ist die Prozedur bei jedem Rechner etwas anders. Der Kasten 1 beschreibt den Vorgang für die Chips der gängigen BIOS-Hersteller AMI, Award und Phoenix.

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