Aus LinuxUser 01/2005

Fünf Sat-Empfangsantennen für normale und schwierige Installationen

Antennenwald für jedermann

Der Weg zum Sat-Signal führt über eine möglichst große Schüssel, die nach Süden ausgerichtet wird. Doch Vermieter, Eigentümergemeinschaften oder Architekten haben meist etwas gegen den Antennenwald am Haus. Dieser Artikel zeigt Alternativen zu herkömmlichen Parabolspiegeln.

Der Weg zur eigenen Satellitenantenne ist je nach Wohnsituation steinig bis fast unbeschreitbar: Nicht nur Vermieter, sondern auch Eigentümergemeinschaften oder gar Architekten kämpfen dagegen an, dass sich die Südfront ihrer Häuser in einen regelrechten Antennenwald verwandelt. Das Argument ist fast immer das gleiche: Eine Satellitenschüssel verschandelt die Optik, und wenn man eine Schüssel genehmigt, wollen die Nachbarn bald auch eine aufstellen.

Trotz im Grundgesetz verbrieftem Recht auf Informationsfreiheit gibt es bis heute für einheimische Bürger keinen Anspruch auf eine Satellitenschüssel. Anders bei Ausländern, werden keine oder nur sehr wenige muttersprachliche Programme ins Kabelnetz eingespeist, hat der Mieter ein Recht auf eine Satellitenschüssel. Die muss er aber möglichst unauffällig an einer vom Vermieter zu bestimmenden Stelle aufstellen lassen und alle entstehenden Kosten tragen – inklusive Rückbau in den Ursprungszustand nach Auszug.

Mit einem Internetzugang per Satellit können auch deutsche Mieter ihren Antrag auf eine eigene Schüssel begründen. Aussichtsreich ist das aber nur, wenn keine anderen Breitbandzugänge zur Verfügung stehen und die hohe Bandbreite auch wirklich benötigt wird. Dennoch – einen Anspruch gibt es selbst dann nicht.

Eine mögliche Lösung sind kleine oder getarnte Satellitenantennen oder Gemeinschaftsantennen für mehrere Satelliten, mit denen man ein ganzes Mietshaus versorgen kann. Die Aufstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern soll vielmehr zeigen, welche Lösungen derzeit überhaupt angeboten werden.

Cubsat 50

Auch bei der Cubsat 50 handelt es sich um eine Parabolantenne in einem HF-durchlässigen Kunststoffgehäuse. In Abbildung 1 ist die Antenne unten in der Mitte ohne die vordere Abdeckung zu sehen, mit aufgesetzter Frontblende wird die Cubsat zu einem halbierten Quarder.

Im Inneren befindet sich ein metallbedampfter Glasfaser-Spiegel, der nur von einem Gummiband in Position gehalten wird. Der Aufbau war etwas umständlich Precon Electronic lieferte die Aufbauanleitung nur in Französisch und sehr gebrochenem Deutsch mit undeutlichen Bildern. Bei einer 200-Euro-Antenne kann der Kunde etwas mehr verlangen.

Für die Ausrichtung drehen Sie die Cubsat-Antenne einfach in Richtung des Satelliten. Der Höhenangleich erfolgt über eine Schraube im Haltearm des Single-LNB, sie verschiebt den Reflektor nach oben oder unten.

Als Aufstellort kommen sowohl ein Balkon als auch der Garten in Frage. Sie können die Cubsat-Antenne sogar gut 10 Zentimeter in den Boden eingraben und die Frontplatte lackieren – so lässt sich die Cubsat problemlos vor einem Busch oder Steinhaufen aufstellen, ohne die Optik zu stören.

Gartenlampe Digiglobe

Der Digiglobe hat das Aussehen einer etwas groß geratenen Gartenlampe und wird sowohl mit Standfuß als auch mit Wandhalter geliefert. Die Kugel hat einen Durchmesser von knapp 45 Zentimetern. Im inneren befindet sich eine Cassegrain-Antenne (Abbildung 1, rechts unten), das ist ein konzentrischer Spiegel mit einem zweiten Reflektor im Brennpunkt und einer Hornantenne als Halter. Das eigentliche Empfangselement ist ein Flansch-LNB und befindet sich hinter dem Spiegel. Die getestete Ausführung hatte lediglich einen Sat-Anschluss.

Die Cassegrain-Antenne hat einen geringeren Öffnungswinkel als eine herkömmliche Parabolantenne und muss daher peinlich genau auf den Satelliten ausgerichtet werden. Die Empfangsleistung entspricht der einer 60cm-Parabolantenne.

Im Lieferumfang des Testgeräts von der Firma Precon Electronic befand sich eine Glühlampen-Fassung mit E14-Sockel. Diese Fassung können Sie auf der Rückseite des LNBs anbringen und so den Digiglobe tatsächlich als Gartenlampe benutzen. Allerdings leuchtet dann nur die nördliche untere Hälfte der Lampe, bedingt durch den schräg eingestellten Spiegel im inneren.

Technisat Digidish 33

Bei der Digidish 33 handelt es sich um einen herkömmlichen Parabolspiegel mit einer Größe von 35 x 37 cm (Abbildung 1, rechts oben). Ihr Aufbau war nach der Cybertenna der umständlichste: Technisat verwendet ohne Not vier unterschiedliche Schraubentypen (Kreuzschlitz, Schlitz, Inbus und Sechskant), bei allen anderen Herstellern waren es maximal zwei, zudem sorgten das weiche Material und der U-förmige Ausleger für Ärger.

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